Eingebaute Navigationsgeräte nicht besser als mobile

Weder Routenberechnung noch Kartenmaterial besser

Der Preis ist ein Maßstab für Qualität - sollte man denken. Dass dem zumindest bei Navis nicht so ist, zeigt nun ein aktueller ÖAMTC-Check. Überprüft wurden eingebaute Navigationsgeräte in folgenden Fahrzeugen: Audi A4 , Lexus IS , Peugeot 807 , Mazda 6 und Nissan Qashqai . "Wenn man die Navigations-Qualität betrachtet, ist der hohe Aufpreis von bis zu 3.000 Euro für ein eingebautes Navigationsgerät nicht gerechtfertigt ", zieht ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl Bilanz.

Sehr oft sind die Daten wie das Kartenmaterial , die Verkehrsfunk-Basisdaten unvollständiger als bei den billigsten portablen Navigeräten . "In der Kartensoftware des Audi A4, der im Jänner 2008 ausgeliefert wurde, ist nicht einmal die im April 2006 eröffnete S1 (Wiener Außenring-Schnellstraße) enthalten", kritisiert der ÖAMTC-Techniker. "Beim Peugeot 807 fehlt der für Österreich passende TMC-Location-Code (Traffic Message Channel), ebenso beim Fiat Ulysse und Citroen C8." Das bedeutet, es werden Meldungen über Straßensperren und Staus in der Routenberechnung nicht berücksichtigt. "Die meisten besseren portablen Navis schaffen das mit links", fügt Kerbl noch hinzu.

Einen Vorteil bei der Genauigkeit sowie Neuberechnung der Route bringen die integrierten Navigationslösungen nicht. Allerdings haben sie in Tunnel die Nase vorne . Bei ihnen wird das Geschwindigkeitssignal des Tachos mit verarbeitet - so zeigen integrierte Navis auch ohne GPS-Empfang (Global Positioning System) die Position des Fahrzeugs genau an. "Mobile Navigationsgeräte tun sich hier schwerer", stellt ÖAMTC-Techniker Kerbl fest. Neben den Navigationsfähigkeiten haben die meisten eingebauten Systeme auch noch ein umfangreiches Mediasystem zu bieten.

Ein Auto hat meist eine längere Haltedauer als elektronische Verbrauchsgüter. Daher sollte man sich unbedingt nach Update- und Kartenaktualisierungsmöglichkeiten sowie deren Preis erkundigen. "Oft ist ein Update für die Karten teurer als ein portables Navigationsgerät samt digitalen Landkarten", sagt der ÖAMTC-Techniker und fügt hinzu: "Im schlechtesten Fall hat man nach wenigen Jahren Probleme, die für das Auto passenden aktuellen Karten zu bekommen ."

ÖAMTC

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