Billige Sommerreifen im ARBÖ-Test

Sechs von zehn Reifen "nicht empfehlenswert"

Der ARBÖ hat im Rahmen seines Sommerreifentests 2016 sogenannte "Billig-Reifen" unter die Lupe genommen. Das heißt: der Satz Reifen in der Dimension 195/65 R15 kostete in Österreich zum Testzeitpunkt unter 300 Euro. Doch was leisten kostengünstige Reifen auf der Straße und bieten diese die gleiche Sicherheit wie Premium-Reifen?

Der Praxistest fand im nordeutschen Testzentrum von ATP (Automotive Testing Papenburg) statt. Aufgezogen wurden die Reifen auf einen VW Golf VII, mit dem die Sicherheit der Reifen bei nassen und bei trockenen Straßenverhältnissen geprüft wurde. Neben diesen Kriterien wurden auch der Rollwiderstand und das Vorbeifahrgeräusch bewertet. Während das Handling auf trockener Straße keine allzu großen Unterschiede ergab, teilt sich das Feld der getesteten Reifen auf nasser Fahrbahn in zwei Lager.

Erschreckend war lt. den Testern das Ergebnis des GT Radial Champiro FE1, der auf nasser Fahrbahn gerade einmal 18 Punkte erreichen konnte und in drei Disziplinen sogar mit 0 Punkten bewertet wurde. Der Bremsweg dieses Reifens beträgt bei einem Tempo von 100 km/h 61,7 Meter bis zum Stillstand, also um 15,4 Meter mehr als jener des Testsiegers (Nexen N’blue HD Plus). Insgesamt erreicht der GT nur 86 von 170 möglichen Punkten. An der 100-Punkte-Marke scheitert mit einer Gesamtanzahl von 98 auch der High Performer Sport HS-3. "Beide Pneus verzögern auf nasser Fahrbahn extrem schlecht und können aus technischer Sicht nicht empfohlen werden", so ARBÖ-Technikchef Erich Groiss.

Mit einem "nicht empfehlenswert" müssen sich auch der Barum Brillantis 2, der BF Goodrich g-Grip, der Sava Intensa hp sowie der Viking City Tech II abfinden. Im Mittelfeld platzierte sich mit 115 Punkten der Debica Presto, der es in den Disziplinen "Aquaplaning längs" und "Handling" durchaus mit den Testsiegern aufnehmen kann. Diese kommen aus dem Hause Pneumant, Hankook und Nexen, wobei vor allem die beiden letztgenannten lobenswert erwähnt werden müssen: Beide spielen qualitativ schon fast in der "Oberliga" mit: der Nexen N’blue HD Plus verfehlte mit einer Gesamtzahl von 134 um nur einen Punkt das Ranking "sehr empfehlenswert".

Fazit der ARBÖ Tester: Dass sechs von zehn Reifen mit "nicht empfehlenswert" bewertet werden, ist ein ernüchterndes Ergebnis. Grundsätzlich gilt: Bei Reifen sollte nicht gespart werden. Während die Unterschiede bei Premium-Produkten eher gering sind, muss man bei günstigen Produkten schon genauer hinsehen, damit es keine bösen Überraschungen gibt.

Quelle: ARBÖ