Sommerreifen-Test 2008 des ÖAMTC

Bremswegunterschiede von bis zu 20 Metern sind möglich

Den aktuellen Sommerreifen-Test aus 2012 finden Sie hier. Nachfolgend das Testergebnis aus 2008:

Der rechtzeitige Wechsel von Winter- auf Sommerreifen ist für die Verkehrssicherheit unerlässlich. Winterreifen sind auf sommerlichen Fahrbahnen rasch am Ende . "Sie schmieren in der Kurve weg und eine Notbremsung kann zum Roulette werden", warnt ÖAMTC-Reifenexperte Friedrich Eppel. Um eine Kaufhilfe für die geeigneten Sommerreifen zu geben, hat der Club insgesamt 36 Reifen auf Herz und Nieren geprüft . Heuer wurden die meist gekaufte Reifengröße 195/65R15V und die weit verbreitete Dimension für Kleinwagen 175/65R14T getestet. "Gleich vier Reifen schafften die Mindestanforderungen nicht . Zurückhaltung ist besonders bei scheinbaren Schnäppchen angebracht. Sparen kann hier lebensgefährlich sein, weil z.B. Bremswegunterschiede von bis zu 20 Metern möglich sind", sagt der ÖAMTC-Reifenexperte. Der Clubexperte schlüsselt die Ergebnisse auf:

In der kleinen Größe fielen gleich drei Reifen beim Test durch. Der Sava Perfekta , der Tigar TG 621 und der Trayal T 400 haben ein " nicht empfehlenswert " ausgefasst. Dabei boten die beiden Billigreifen Tigar und Trayal ein erschreckendes Bild beim Test. "Während der Bremsmeister Pirelli P4 bei einer Notbremsung auf Nässe aus 80 km/h nach 40,7 Meter zum Stehen kommt, rutscht der Trayal noch mit 41 km/h Restgeschwindigkeit weiter. Ein Stillstand wurde erst nach weiteren 15 Metern erreicht. Im Ernstfall kann das einen folgenschweren Unfall bedeuten", sagt der ÖAMTC-Experte. "Auch der Tigar kann es auf Nässe kaum besser, doch auf trockener Fahrbahn liegt er noch deutlich vor dem Trayal."

Einen Lichtblick boten vier Reifenmodelle mit dem Prädikat " sehr empfehlenswert ", nämlich der Pirelli Cinturato P4 , Continental EcoContact 3 , Fulda EcoControl und Kumho Solus KH17 . Der brandneue Pirelli Cinturato P4 überzeugt auf Anhieb in allen sicherheitsrelevanten Disziplinen und erzielt die Bestnote beim Verschleiß. Knapp dahinter - also noch immer mit der Bewertung "sehr empfehlenswert" - finden sich der Continental EcoContact 3, der Fulda EcoControl und der Kumho Solus KH17.

Auch in der Dimension 195/65R15V gilt - Sicherheit bekommt man nicht gratis

In der großen Dimension erreichten ebenfalls vier Reifen ein " sehr empfehlenswert ": Pirelli P6 , Bridgestone Turanza ER300 , Vredestein Sportrac 3 und der neue Dunlop SP Sport Fastresponse . An letzter Stelle liegt der Wanli S1095 mit der Bewertung " nicht empfehlenswert ". "Bei Nässe ist der chinesische Reifen völlig inakzeptabel . Obendrein ist er auch noch mit M+S gekennzeichnet, gilt also vor dem Gesetz als Winterreifen, obwohl er auf Eis und Schnee erst recht ein Totalversager ist", sagt der ÖAMTC-Reifenexperte.

Auch in dieser Größe überzeugt der Pirelli. Der P6 ist der überlegene Bremsmeister bei Nässe . "Wo der schon steht, saust der Wanli mit Stadtgeschwindigkeit, also fast 50 km/h, unkontrolliert vorbei und kommt erst 20 Meter später zum Stehen", sagt der ÖAMTC-Experte. Abwertungen wegen schwächerer Nässeperformance gibt es auch für Hankook, Nokian, Barum, Goodyear, Firestone, Fulda, Ceat und den neuen Michelin Energy Saver. Der Michelin kann dafür, was andere nur behaupten: Er spart eindeutig Sprit , nämlich bis zu einem halben Liter pro 100 Kilometer . Auch die Laufleistung ist ausgezeichnet - der Energy Saver hält doppelt so lang wie andere Reifen.

Details zum Testergebnis findet man unter www.oeamtc.at/reifentests .

ÖAMTC