Vergleich : Ganzjahresreifen, Sommerreifen und Winterreifen

Fazit: Ganzjahresreifen sind ein "schlechter Kompromiss"

Der Touring Club Schweiz (TCS) hat in einem brisanten Test die Fahrleistungen von Sommer-, Ganzjahres- und Winterreifen unter die Lupe genommen . Das Fazit: Ganzjahresreifen erhöhen den Kraftstoffverbrauch, verschleißen schneller, haben Sommer wie Winter längere Bremswege - und sie sind in der Anschaffung deutlich teurer als die Kombination ihrer auf die jeweiligen Wetterbedingungen abgestimmten Pendants.

Schon beim Vergleich der Fahrleistungen stellten die Fachleute des TCS fest, dass Sommerreifen in der warmen Jahreszeit und Winterreifen im Winter deutliche Vorteile gegenüber Ganzjahresreifen haben: So stand der Pkw mit Sommerreifen auf trockener Straße bei einer Bremsung aus 100 km/h nach 38 Metern Bremsweg - der baugleiche Pkw mit Ganzjahresreifen brauchte einen um 14 Meter längeren Bremsweg. "Das Gefährliche: Der Wagen mit den Ganzjahresreifen hatte am Punkt, an dem der Wagen mit Sommerreifen zum Stillstand kam, noch eine Restgeschwindigkeit von 52 km/h", erläutert Marcel Bachmann, Leiter der Reifentests beim TCS.

Ähnlich brisant fielen die Versuche auf verschneiter Straße aus: Verglichen mit einem Winterreifen brauchte der Ganzjahresreifen dabei 13 Meter mehr Bremsweg. Hier lag die Restgeschwindigkeit bei 22 km/h (Vergleich jeweils beim Bremsen aus 40 km/h). Selbst bei den Versuchen auf nasser Straße zeigte sich, dass eine Ganzjahresbereifung deutliche Sicherheitslücken hat: Beim Bremsen aus 80 km/h musste er sich bei warmen Temperaturen dem Sommerreifen mit einem sieben Meter längeren Bremsweg und auf kalter Straße dem Winterreifen mit einem um vier Meter längeren Bremsweg geschlagen geben. Gefährlich war auch hier wieder die Restgeschwindigkeit. Sie betrug beim Stillstand des Sommerreifens noch 31 km/h, beim Stillstand des Winterspezialisten noch 24 km/h. Fußgänger und Radfahrer würden bei einem Zusammenstoß bei diesen Geschwindigkeiten zumindest schwere, vermutlich irreversible Verletzungen davon tragen, bei Pkw-Insassen wären ebenfalls Verletzungen zu befürchten.

Auch Sparfüchsen, die sich von den Fahrleistungen nicht beeindrucken lassen wollen, rät der TCS von Ganzjahresreifen ab. Schließlich seien ihre Anschaffungskosten per Reifensatz deutlich höher als für Sommer- und Winterreifen zusammen, gleichzeitig würden sie den Kraftstoffverbrauch um rund fünf Prozent erhöhen und seien in der Laufleistung zwischen zehn und 15 Prozent schlechter als Sommer- und Winterreifen. Fazit der TCS-Experten: " Ganzjahresreifen sind ein schlechter Kompromiss ".

Der TCS hatte zum Test nicht einzelne Reifen überprüft, sondern die Testergebnisse der ausgewogensten Produkte unter den Sommer-, Winter- und Ganzjahresreifen der aktuellen Reifentests von TCS, ADAC und ÖAMTC zugrunde gelegt.

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