Winterreifen-Test 2008 des ÖAMTC

Jeder fünfte Reifen durchgefallen - Mit Billigreifen gibt es kein Halten

Link: Winterreifentest 2012

Im Winter braucht der Mensch ordentliches Schuhwerk, um sicher unterwegs zu sein, genauso wie das Fahrzeug die richtige Bereifung. Um die Qual der Wahl zu erleichtern, hat der ÖAMTC 40 Winterreifen in 14 und 15 Zoll getestet . "Rund und schwarz sind sie zwar alle, aber das alleine genügt nicht", sagt ÖAMTC-Reifenexperte Friedrich Eppel. "Insgesamt haben gleich acht Reifen ein 'nicht empfehlenswert ' ausgefasst. Diese Billigprodukte sind bei Nässe einfach gefährlich und gehören nicht auf unsere Straßen." Der Reifenexperte gibt Aufschluss über die Details des Testergebnisses.

Die Testgröße 175/65 R14 T liegt auf Platz drei der Verkaufsliste für Winterreifen. Bei fünf Reifen dieser Kategorie wurde bestätigt, dass bei den Reifen sparen, tödlich enden kann. "Das zeigt sich besonders bei dem Nässeverhalten der durchgefallenen Modelle. Als Beispiel der letztgereihte Linglong Winter-Hero . " Beim Nassbremsen aus nur 80 km/h braucht der chinesische Reifen um 22,5 Meter bzw. 50 Prozent mehr Bremsweg als die Besten , das entspricht einem extra langen Lkw-Zug", kritisiert der ÖAMTC-Reifenexperte. Auch die anderen, mit "nicht empfehlenswert" beurteilten Reifenmodelle liefern auf nasser Fahrbahn ein inakzeptables Ergebnis. Der Lichtblick: Die Markenreifen, und darunter gib es auch Modelle zu moderaten Preisen, erreichen durchgängig ein "empfehlenswert". Vier schaffen sogar die Auszeichnung "besonders empfehlenswert". Ganz oben stehen heuer Vredestein, Continental, Goodyear und Dunlop .

Auch in der meistverkauften Reifendimension 195/65 R15 T ist das Bild durch die katastrophalen Nässeeigenschaften von Billigreifen getrübt. Drei Modelle, allesamt aus Fernost, sind beim Nassbremsen untauglich und machen noch dazu auch auf trockener Fahrbahn keine gute Figur. Dafür schaffen gleich vier Reifen das Prädikat "sehr empfehlenswert" . Sie kommen von Goodyear, Continental, Pirelli und Dunlop .

Fazit: Billigreifen sind um rund die Hälfte günstiger als die Testsieger . Die Preisersparnis ist im Vergleich zu den Konsequenzen lapidar. "Ein Unfall kostet ein Vielfaches von dem, was man sich mit dem Kauf eines Billigreifens erspart - im schlimmsten Fall kostet es sogar ein Menschenleben", warnt der ÖAMTC-Experte. "Ein Reifenmodell aus der untersten Preiskategorie braucht auf nasser Fahrbahn einen um 50 Prozent längeren Bremsweg als die besten Modelle . Bei einer Notbremsung aus 80 km/h bedeutet das einen Crash mit 45 km/h Aufprallgeschwindigkeit, anstatt gerade noch ausgegangen mit einem Markenprodukt."

Details zum Testergebnis findet man unter www.oeamtc.at/reifentests .

ÖAMTC

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