Winterreifen ja oder nein, neu oder gebraucht?

Tipps, wie Sie im Winter sicher unterwegs sind

Autofahren im Winter ist vielen unangenehm, denn zur kalten Jahreszeit müssen Autofahrer so einiges beachten. In den vergangenen Tagen haben sich Unfälle aufgrund von Schnee, Eis und Matsch gehäuft. "Um bei erschwerten Fahrbedingungen sicher unterwegs zu sein, sollte man zunächst sicherstellen, dass das Fahrzeug mit optimalen Reifen für die kalte Jahreszeit ausgestattet ist", empfiehlt der ÖAMTC-Experte Friedrich Eppel. "Außerdem sollten Autofahrer ihren Fahrstil den Bedingungen unbedingt anpassen." Ob man Winterreifen das ganze Jahr lang verwenden kann, wie man fahren sollte, um möglichst sicher unterwegs zu sein und was man tun kann, wenn man dennoch ins Schleudern gerät verraten die Club-Experten.

Braucht man im Winter Winterreifen, auch wenn es nicht schneit?
Von 1. November bis 15. April besteht auf Österreichs Straßen eine witterungsabhängige Winterausrüstungspflicht. Das bedeutet für Pkw und Klein-Lkw bis 3,5 Tonnen, dass "bei winterlichen Fahrbahnverhältnissen, also bei Schnee, Schneematsch oder Eis auf der Fahrbahn, Winterreifen mit mindestens vier Millimeter Profiltiefe montiert sein müssen", erklärt der ÖAMTC-Reifenexperte. Alternativ dazu sind bei schneebedeckter Fahrbahn auch Sommerreifen mit Schneeketten an den Antriebsrädern erlaubt. Davon rät Eppel aber ab, weil das Fahrzeug dadurch leicht ins Schleudern geraten oder falls die Ketten hinten montiert sind, in der Kurve schlecht reagiert und geradeaus weiter fahren kann. Winterreifen haben auch bei wenigen Plusgraden auf nasser und glatter Fahrbahn mehr Griff und damit kürzere Bremswege als Sommerreifen.

Sind Ganzjahresreifen eine sinnvolle Alternative zu Winterreifen?
Ganzjahres- oder Allwetterreifen sind sozusagen ein "Kompromiss zwischen Winter- und Sommerreifen", erklärt der ÖAMTC-Reifenexperte. Den ÖAMTC-Testserien zufolge sind Pkw-Ganzjahresreifen in ihren Eigenschaften eher Winterreifen ähnlich. Ganzjahresreifen haben daher im Vergleich zu Sommerreifen eine geringere Kurvenfestigkeit und einen längeren Bremsweg. "Beim SUV verhält sich die Situation etwas anders", erläutert der ÖAMTC-Experte. SUV-Allwetterreifen sollten eher als Sommerreifen-Alternative verwendet werden, denn auf Schneefahrbahn sind sie echten Winterreifen deutlich unterlegen. "Die Schwächen der Allwetterreifen sind im Winter, bedingt durch den Allradantrieb, beim Bergauffahren meist nicht zu erkennen", weiß der ÖAMTC-Experte, "doch beim Bergbabfahren oder in Kurven gibt es im wahrsten Sinn des Wortes kein Halten mehr".

Lohnt es sich gebrauchte Winterreifen zu kaufen?
ÖAMTC-Reifenexperte Eppel rät vom Kauf gebrauchter Reifen dringend ab, denn "man weiß nicht über das 'Vorleben' eines Pneus Bescheid". Der Reifenvorbesitzer könnte etwa mit falschem Luftdruck unterwegs gewesen sein, die Reifen könnten falsch gelagert worden sein oder Hindernisse wie Gehsteigkanten oder Schlaglöcher könnten beim Überfahren Schäden verursacht haben. Deshalb: "Finger weg von gebrauchten Reifen."

Wäre es sinnvoll das ganze Jahr über mit Winterreifen zu fahren?
Viele Autofahrer fahren auch während der Sommermonate mit Winterreifen, z.B. wenn sie weniger als vier Millimeter Profiltiefe aufweisen. "Dabei wird aber ein nicht zu unterschätzendes Risiko eingegangen", warnt der ÖAMTC-Experte. Durch die spezielle Winter-Gummimischung und die Profilgestaltung, die auf kalte Temperaturen ausgelegt sind, haben Winterreifen im Sommer weniger Griff und damit z. B. ungünstige Auswirkungen auf den Bremsweg. Ein Winterreifen kommt im Sommer einfach nicht an die Bremswerte eines Sommerreifens heran. "Wer bei der Reifenwahl auf größtmögliche Sicherheit Wert legt, kommt um den halbjährlichen Räderwechsel nicht herum", sagt der ÖAMTC-Reifenexperte.

Wie sollte man am besten fahren, um sicher unterwegs zu sein?
ÖAMTC-Fahrtechnikexperte Roland Frisch empfiehlt vor allem bei Matsch und Schnee auf den Straßen vorausschauend zu fahren, die Geschwindigkeit zu verringern und vor allem ausreichend Sicherheitsabstand einzuhalten. Plötzliche Lenkbewegungen und abrupte Fahrmanöver (z.B. in Kurven oder beim Spurwechsel) sollten vermieden werden, "ansonsten kann es passieren, dass das Fahrzeug ausbricht und so außer Kontrolle gerät", erklärt der ÖAMTC-Experte.

Was tun, wenn man ins Schleudern gerät?
"Fuß weg vom Gaspedal, auskuppeln und in die gewünschte Fahrtrichtung lenken", rät der ÖAMTC-Fahrtechnikexperte. Verfügt das Fahrzeug über ABS, ist das gleichzeitige Bremsen und Lenken möglich. Bei Autos ohne ABS sollte man während des Lenkens nicht bremsen. Und noch eine alte Faustregel des Fahrtechnik-Profis: "Der Blick muss immer in die gewünschte Fahrtrichtung gehen. Denn wohin man blickt, dorthin lenkt man auch."

Eine Entscheidungshilfe für den Neukauf von Winterreifen ist der jährliche ÖAMTC Winterreifentest .

Kommentare

Die neuesten Meldungen

Markenwelt