Winterreifentest 2016 des ÖAMTC

Breites Mittelfeld aber kaum "sehr empfehlenswerte" Reifen

Zum aktuellen Winterreifentest des ÖAMTC und seiner Partner sind 28 Winterreifen in zwei Dimensionen (185/65 R15 88 T und 225/45 R17 91/94 H) angetreten. ÖAMTC-Reifenexperte Friedrich Eppel fasst zusammen: "In beiden Reifengrößen gibt es ein breites Mittelfeld an "empfehlenswerten" Produkten mit verschiedenen Stärken und Schwächen. Für Konsumenten empfiehlt es sich daher, anhand der Detailergebnisse das Modell zu wählen, das am besten zum eigenen Fahrprofil passt."

Der Blick auf die Ergebnisse zeigt, dass einige bekannte Marken fehlen. "Das liegt daran, dass deren aktuelle Produkte zum Zeitpunkt des Testeinkaufes noch nicht verfügbar waren", erklärt Eppel. Der Einkauf der Testreifen erfolgte bei verschiedenen Reifenhändlern. So ist sichergestellt, dass nur Reifen getestet werden, die ganz normal im Handel erhältlich sind.

In der kleineren Dimension 185/65 R15 88 T wurden der Goodyear UltraGrip 9 und der Michelin Alpin A4 mit "sehr empfehlenswert" beurteilt. "Beide Modelle sind in allen getesteten Eigenschaften sehr ausgewogen", hält der ÖAMTC-Experte fest. Große Auswahl haben Konsumenten 2016 bei den "empfehlenswerten" Reifen: Gleich elf Modelle wurden so beurteilt, die Detailergebnisse sind bunt gemischt. Viele dieser Modelle können auf Schnee, fast die Hälfte auf trockener Fahrbahn glänzen. Verbesserungsbedarf sieht Eppel aber beim Nassgriffverhalten, wo nur zwei der elf "empfehlenswerten" Reifen (Pirelli Cinturato Winter und Dunlop SP Winter Response 2) überzeugen konnten.
Mit "nicht empfehlenswert" wurden der Kleber Krisalp HP2 (laut Hersteller ist bereits der Nachfolger Krisalp HP3 erhältlich) und der Firestone Winterhawk 3 bewertet. Beide mussten aufgrund ihres schlechten Verhaltens bei Nässe abgewertet werden.

Bei den Reifen der Dimension 225/45 R17 91/94 H hat sich im ÖAMTC-Test ein ähnliches Bild gezeigt, allerdings konnte nur ein Modell, der Dunlop Winter Sport 5, mit "sehr empfehlenswert" beurteilt werden. Das Mittelfeld bilden in der größeren Dimension zehn Winterreifen, die die Note "empfehlenswert" erhalten haben. "Auch hier sind die Detailergebnisse sehr unterschiedlich und es ist ratsam, genau zu überlegen, wann und bei welchen Straßenverhältnissen man am häufigsten unterwegs ist", empfiehlt der ÖAMTC-Experte.
"Nicht empfehlenswert" ist keiner der größeren Testkandidaten. Nur zwei Modelle, der Matador MP92 Sibir Snow und der BF Goodrich g-Force Winter (laut Hersteller ist bereits der Nachfolger g-Force Winter 2 erhältlich), fielen mit "bedingt empfehlenswert" im Vergleich zu ihren Konkurrenten ab - beide wegen ihrer Schwäche bei Nässe.

Abschließender Tipp des ÖAMTC-Experten zur Verwendung breiter Winterreifen: "Grundsätzlich dürfen nur Reifendimensionen verwendet werden, die für das Fahrzeug genehmigt sind. Wichtig ist aber auch, in der Betriebsanleitung zu kontrollieren, ob bei der Montage breiterer Modelle überhaupt noch Schneeketten montiert werden können. Ist das nicht der Fall, müsste das Fahrzeug bei Kettenpflicht stehen gelassen werden."

Alle Ergebnisse des aktuellen Winterreifentest gibt's online unter www.oeamtc.at/reifentests .

Quelle: ÖAMTC

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