Winterreifentest 2017 des ÖAMTC

Breites Mittelfeld mit wenigen Ausreißern

Im heurigen ÖAMTC Winterreifentest hat der Club gemeinsam mit seinen Partnern 32 aktuelle Reifenmodelle unter die Lupe genommen. Untersucht wurden die Reifen in 18 sicherheits- und umweltrelevanten Kriterien, die Tests erfolgten bei Trockenheit und Nässe, auf Schnee und Eis, außerdem wurden Abrollgeräusch, Kraftstoffverbrauch und Verschleiß geprüft. Es wurden Modelle aus allen Preissegmenten, diesmal in den Dimensionen 195/65 R15 T und 215/65 R16 H (also erstmals seit längerer Zeit wieder eine SUV-Größe), ausgewählt.

In der Dimension 195/65 R15 T wurden drei von 16 getesteten Winterreifen mit "sehr empfehlenswert" beurteilt: Continental WinterContact TS 860, ESA-TECAR Super Grip 9 und Kleber Krisalp HP3. Das einzige "bedingt empfehlenswert" ging aufgrund seiner Schwäche auf trockener Fahrbahn an den Semperit Master-Grip 2.

Das Mittelfeld setzt sich in dieser Dimension, die im Markt (z.B. für Fahrzeuge der unteren Mittelklasse) sehr verbreitet ist, aus zwölf Modellen zusammen, die mit "empfehlenswert" beurteilt wurden. "Zehn dieser Reifen zeigen in mindestens zwei Testkriterien Schwächen, häufig auf nasser Fahrbahn und auf Schnee", schildert ÖAMTC-Reifenexperte Friedrich Eppel. Leichte Schwächen in jeweils nur einem Kriterium verhindern bei zwei Modellen die Beurteilung "sehr empfehlenswert": Beim "Dunlop Winter Response 2 treten diese auf trockener Straße auf, beim Goodyear UltraGrip 9 auf Schnee. "Die Reihenfolge der getesteten Modelle zeigte in der Vergangenheit oft ein anderes Bild. Heuer liegt das eine oder andere Modell aus dem sogenannten 'Quality-Segment' vor den Premiummodellen des gleichen Reifenkonzerns", so Eppel.

Die SUV-Dimension 215/65 R16 H war zuletzt 2012 beim ÖAMTC-Winterreifentest am Start. Einziges mit "sehr empfehlenswert" beurteiltes Modell ist heuer der Dunlop Winter Sport 5. "Er leistet sich in den Sicherheitskriterien keine Schwächen und auch in punkto Spritverbrauch und Verschleiß schneidet er gut ab", fasst Eppel zusammen.
Am anderen Ende des Feldes liegt mit dem Nankang Snow SV-2 ein Modell aus Fernost. "Seine schwachen Griffeigenschaften sowohl auf nasser als auch auf schneebedeckter Fahrbahn machen diesen Reifen 'nicht empfehlenswert'. Da nützt es dann auch nichts mehr, dass der Nankang im Kraftstoffverbrauch zu den besten Modellen im Test gehört", sagt der Reifenexperte. Laut Hersteller ist in einigen Dimensionen bereits der Nachfolger Nankang Snow SV-3 erhältlich.

Auch in der Dimension 215/65 R16 H gibt es ein breites Mittelfeld. "14 Modelle sind 'empfehlenswert'. Für die Abwertung der einzelnen Reifen gibt es unterschiedliche Gründe. Häufig sind es auch mehrere schwächere Eigenschaften, die ein Modell aufweist", erklärt Eppel. Die Schwächen betreffen bei jedem dieser 14 Reifen zumindest eine der Fahreigenschaften auf Schnee, Eis, trockener oder nasser Fahrbahn. Bei zwei Modellen kommen Schwächen beim Kraftstoffverbrauch, bei einem beim Verschleiß hinzu. "Abgesehen von den gesetzlichen Vorschriften sollten auch bei allradgetriebenen Fahrzeugen bei winterlichen Fahrbahnbedingungen immer gute Winterreifen verwendet werden", sagt Friedrich Eppel. "Bergauf kann der Allradantrieb Griffschwächen kaschieren, aber bergab gibt es dann im wahrsten Sinn des Wortes kein Halten mehr."

Alle Ergebnisse des aktuellen Winterreifentest gibt's online unter www.oeamtc.at/reifentests .

Quelle: ÖAMTC