Lampen-Austausch muss einfacher werden

Neue Regelung ab Ende August

Ab Ende August 2006 dürfen laut ECE-R 48 nur mehr Autos typisiert werden, bei denen der Lenker ohne Werkstättenbesuch und Spezialwerkzeug die Scheinwerferlampen tauschen kann. Der ÖAMTC begrüßt diese Regelung, Cheftechniker Max Lang schränkt aber ein: "Erstens bleiben Probleme wie unzureichende Betriebsanleitungen und fehlende Kontrollleuchten für ausgefallene Scheinwerfer unberücksichtigt. Zweitens heißt 'ohne Spezialwerkzeug' nicht automatisch einfach ."

Der ÖAMTC hat in einer Erhebung bei 68 Fahrzeugmodellen gezeigt, dass oft größere Demontagearbeiten notwendig sind, um an ein defektes Scheinwerferlicht heranzukommen und es austauschen zu können. "Das ist ärgerlich, kostspielig und vor allem auch gefährlich", kritisiert Lang. "Gerade bei Dunkelheit und schlechter Sicht muss eine defekte Lampe schnell ersetzt werden."

Mühsam wurde der Wechsel von Abblend- und Fernlichtlampen zum Beispiel bei Fiat Stilo, Ford Fiesta, Renault Scenic II, Smart Coupé/Cabrio und Daewoo Nubira. "Kein passendes Werkzeug an Bord, keine Beschreibungen in der Bedienungsanleitung", nennt der ÖAMTC-Cheftechniker die größten Mankos. Beim Ford Fiesta mussten gar Kühlergrill und Scheinwerfer, beim Fiat Stilo Verkleidungen sowie die Batterie und beim Smart Coupé/Cabrio gar die ganze Frontverkleidung abgebaut werden.

Gerade noch mit Bordwerkzeug war der Lampentausch bei Chrysler Grand Cherokee, Ford Mondeo, Fiat Punto und Opel Vectra möglich. "Von einfach kann man aber auch nicht sprechen", relativiert Lang. Bei diesen Fahrzeugmodellen musste entweder der Scheinwerfer komplett ausgebaut oder die Batterie beziehungsweise das Luftfiltergehäuse entfernt werden. Weniger Probleme gab es beim Alfa Romeo 147 oder dem BMW Z4. Der Wechsel war mit Bordwerkzeug binnen 20 Minuten möglich.

Manche Fahrzeughersteller haben ihre Hausaufgaben bereits gemacht. War etwa beim Golf IV noch ein Lampenwechsel in der Werkstatt notwendig, ist der Austausch beim Nachfolger Golf V bereits ohne Werkzeug und äußerst rasch möglich. "Ein gutes Beispiel, dass es auch einfach geht", so der ÖAMTC-Cheftechniker.

Die Club-Forderungen an die Autohersteller:

  • Ein Wechsel der Leuchten muss schnell und problemlos, jedenfalls ohne Aus- und Umbauten, möglich sein.
  • Die für den Lampenwechsel erforderlichen Arbeitsschritte müssen in den Bedienungsanleitungen verständlich und anschaulich beschrieben werden.
  • Alle Fahrzeuge müssen mit einer Anzeige für ausgefallene Fahr- und Schlusslichter ausgestattet werden.

Lichtüberprüfung beim ÖAMTC

Club-Mitglieder haben ganzjährig bei allen ÖAMTC-Stützpunkten die Möglichkeit, die Lichtanlage ihres Fahrzeugs einer Gratis-Überprüfung zu unterziehen. Dabei werden Funktion, Zustand, Dichtheit, Befestigung und Einstellung der Beleuchtungs- und Warneinrichtungen des Fahrzeuges getestet.

Weitere Informationen und die Hersteller-Tabelle zur ÖAMTC-Lampenwechsel-Erhebung sind auf der ÖAMTC-Website abrufbar.

Quelle: ÖAMTC

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