95 PKW-Rückrufaktionen allein im letzten Jahr

Rückruf-Datenbank des ÖAMTC informiert über Defekte und mögliche Folgen

"95 Rückrufaktionen im vergangenen Jahr sind kein Ruhmesblatt für die Autohersteller", sagt ÖAMTC-Techniker Thomas Stix. 67 Rückrufe erfolgten aufgrund von mechanischen Defekten , 28 wegen Mängeln bei der Elektrik oder Elektronik . Damit gab es im Vergleich zum Jahr 2006 einen leichten Rückgang. Damals gab es 80 Rückrufe wegen Mängel bei der Mechanik und 27 bei Elektrik und Elektronik. Stix: "Solche Rückrufaktionen verunsichern Autofahrer massiv, weil die Auswirkungen für Laien oftmals nicht ersichtlich sind." Der ÖAMTC bietet daher eine öffentlich zugängliche Rückruf-Datenbank an. Darin ist der jeweilige Anlass für eine Fahrzeug-Rückrufung angegeben und auch mögliche daraus resultierende Folgen werden gelistet.

Weist ein Fahrzeug einen groben Sicherheitsmangel auf, ist der Hersteller verpflichtet, das Produkt zurückzurufen. "Erreicht einen Autobesitzer ein Rückruf-Schreiben , heißt es: Sofort in die Werkstatt fahren und nicht bis zum nächsten Servicetermin warten ", sagt der ÖAMTC-Techniker. Immer öfter allerdings tarnen Autohersteller solche Aktionen als sogenannte " Serviceaktionen " oder " Werkstattaktionen ". Über diese werden nur in der Kundenkartei registrierte Fahrzeughalter informiert. Im Unterschied dazu müssen bei einer "Rückrufaktion" Verkehrs- und Konsumentenschutzministerium sowie der Versicherungsverband, wo alle Zulassungsdaten gespeichert sind, verständigt werden. Damit ist gewährleistet, dass auch Zweit- und Drittbesitzer von Fahrzeugen erreicht werden.

Stix appelliert an das Sicherheitsbewusstsein der Autofahrer:

"Egal, von wem sie offiziell ausgesprochen werden, Rückrufaktionen und Werkstattaktionen sind unbedingt ernst zu nehmen. Defekte, die für den Laien harmlos klingen, können fatale Folgen mit sich bringen." Beispielsweise Gurte, die sich von selbst öffnen könnten, Kurzschlüsse wegen schlechter Isolierungen, heiß laufende Motoren mit Brandgefahr , Ausfall der Lenkung - das waren mögliche Szenarien, die im vergangenen Jahr zum Rückruf tausender Fahrzeuge geführt haben.

Kleine Ursachen - gefährliche Wirkung

Zur Veranschaulichung, welche Gefahren scheinbar harmlose Defekte in sich bergen, fasst der ÖAMTC-Techniker einige Bespiele für Rückrufaktionen aus dem Jahr 2007 zusammen:

Bei einem Autofabrikat bestand die Möglichkeit, dass sich durch einen Produktionsfehler der Fahrerairbag im Falle eines Unfalls nicht optimal entfalten konnte. Bei einem anderen Fahrzeug drohte im schlimmsten Fall Brandgefahr , weil sich die Ölversorgungsleitung des Turboladers lösen und Öl austreten konnte. Ebenfalls zum Fahrzeugbrand konnte die Überhitzung einer Zusatzheizung führen - also Wagen zurück zum Hersteller. Als sehr gefährlich konnte sich auch ein fehlerhaftes Benzinpumpenrelais herausstellen, das den Motor während der Fahrt zum Absterben bringt. Ein Montagefehler an der Lenkwelle eines Wagentyps hätte zum Ausfall der Lenkung führen können. Systemausfall und Kurzschluss? Dazu genügt unter Umständen schon eine mangelhafte Abdichtung, durch die Feuchtigkeit in das ABS/ESP-Steuergerät gelangen könnte. Übersinnliches ist nicht die Erklärung, wenn sich der Sicherheitsgurt bei einem Unfall wie von Geisterhand öffnet. Grund konnte vielmehr ein Defekt beim Gurtstraffer sein, wobei ein Zündverzug zum auslösenden Impuls führt.

Die Rückruf-Datenbank des ÖAMTC finden Sie hier ...

Quelle: ÖAMTC

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