Digitaler Tachograf kurz vor dem Start

Ablöse der alten Tachoscheibe ab 1. Mai 2006 fix

Nach mehreren Anläufen ist es nun soweit: Am 1. Mai 2006 ist der definitive Start für die Einführung der digitalen Tachografen in Österreich. Die verbindliche Einführung des digitalen Kontrollgerätes an Stelle der analogen Tachoscheibe wurde bereits mehrfach von Seiten der Europäischen Union verschoben. Zuletzt konnte auch der Stichtag 1. Jänner 2006 nicht gehalten werden. Die entsprechende Verordnung wurde nun am 11. April im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaft veröffentlicht.

Alle neu zugelassene Fahrzeuge ab einem höchstzulässigen Gesamtgewicht (hzG) von 3,5 t und Busse mit mehr als 9 Sitzplätzen - der Fahrer nicht mitgerechnet - müssen ab 1. Mai 2006 mit einem digitalen Tachographen ausgerüstet sein. Auch Fahrzeuge mit einem hzG unter 3,5 t müssen mit einem digitalen Tachographen ausgerüstet werden, sobald diese Fahrzeuge in Kombination mit einem Anhänger bzw. Auflieger das hzG von 3,5 t übersteigen und gewerblich genutzt werden.

Die ASFINAG Maut Service GmbH (MSG) hat nach dem "One-Stop-Shop"- Prinzip die operativen Betreiberaufgaben für alle vier Kartentypen - Fahrer-, Unternehmens-, Werkstatt- und Kontrollkarten (Behördenkarten) - im System des Digitalen Tachografen übernommen und bearbeitet die Anträge für Werkstatt- sowie Kontrollkarten direkt. Fahrer- und Unternehmenskarten werden von den Kraftfahrerorganisationen ARBÖ und ÖAMTC ausgestellt.

Der digitale Tacho ist durch aufwändige Systeme und Routinen vor Manipulationen geschützt. Er soll zum faireren Wettbewerb im internationalen Transportverkehr beitragen, die Arbeitsbedingungen für die Fahrer verbessern bzw. zwischen den einzelnen EU-Mitgliedsländern vergleichbar machen und die Verkehrssicherheit erhöhen: Experten gehen davon aus, dass rund 30 % der Lkw-Unfälle auf Übermüdung zurück zu führen sind.

Wer ohne Fahrerkarte unterwegs ist, dem wird die Weiterfahrt untersagt; wer mit nicht ordnungsgemäß aktiviertem und kalibriertem digitalen Tacho ertappt wird, darf nur bis zur nächsten Werkstatt fahren. In beiden Fällen wird Anzeige erstattet und eine Verwaltungsstrafe bis 2.180 Euro verhängt. Ermächtigte Straßenaufsichtsorgane dürfen Organmandate bis zu 210 Euro ausstellen.

Das Chipkartensystem des Digitalen Tachografen:

Fahrerkarte:

  • erhalten Fahrzeuglenker
  • enthält Daten zur Identität des Fahrers
  • zeichnet Lenk-, Arbeits-, Bereitschafts- und Ruhezeiten des Fahrers sowie die maximale Geschwindigkeit auf
  • kostet 70 Euro und gilt fünf Jahre

Werkstattkarte:

  • erhalten Werkstätten mit entsprechender Ermächtigung
  • ermöglicht die Aktivierung, Prüfung und Kalibrierung des Kontrollgerätes
  • erlaubt das Herunterladen der Daten vom Kontrollgerät
  • kostet 97 Euro und gilt ein Jahr

Unternehmenskarte:

  • erhalten Besitzer von Fahrzeugen, in denen das Kontrollgerät eingebaut ist
  • ermöglicht Anzeige, Herunterladen und Ausdruck der Daten, die im Kontrollgerät gespeichert sind
  • kostet 85 Euro und gilt fünf Jahre

Kontrollkarte:

  • erhalten kontrollierende Dienststellen
  • ermöglicht Lesen, Ausdrucken und/oder Herunterladen der im Kontrollgerät oder auf der Fahrerkarte gespeicherten Daten sowie das Auslesen des im Kontrollgerät gespeicherten Geschwindigkeitsprofils
  • kostet 70 Euro und gilt fünf Jahre

Quelle und weitere Infos: www.digitaltacho.at oder www.asfinag.at

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