Betrunken am Fahrrad : Führerschein-Entzug möglich

Auch Radfahrer müssen sich Alkoholkontrollen stellen

Mit Beginn der Heurigensaison und Öffnung der Schanigärten sind auch wieder mehr Radfahrer unterwegs - und das leider nicht immer nüchtern. Viele wähnen sich in trügerischer Sicherheit, dass die Heimfahrt mit dem Fahrrad nach ein paar weinseligen Stunden ohne Konsequenzen bleibt. "Das ist aber ein weit verbreiteter Irrtum", warnt ÖAMTC-Juristin Verena Hirtler. Wer unter Alkohol- oder Drogeneinfluss mit dem Rad fährt, riskiert auch seine Fahrerlaubnis für Kraftfahrzeuge.

Zwar ist kein Radfahrer verpflichtet, dem Polizisten nach einer Alkoholkontrolle sofort das rosa Papier auszuhändigen. "Man verliert den Schein nicht automatisch. Wer aber wiederholt betrunken oder mit einem extrem hohen Promillegehalt am Fahrrad erwischt wird, muss damit rechnen, dass ein Führerschein-Entziehungsverfahren eingeleitet wird, weil eine krankhafte Alkoholsucht mit Auswirkungen beim Lenken eines Autos oder Motorrades befürchtet wird", erklärt Hirtler.

Für Radfahrer gilt mit 0,8 Promille ein großzügigerer Grenzwert als für Autofahrer, bei denen 0,5 Promille das absolute Limit ist. Allerdings gelten für beide ab einem Blutalkoholgehalt von 0,8 Promille die gleichen Strafsätze :

  • von 0,8 bis 1,19 Promille sind zwischen 581 und 3.633 Euro Strafe fällig
  • von 1,2 bis 1,59 Promille zahlt man von 872 bis 4.360 Euro und
  • ab 1,6 Promille Alkoholgehalt im Blut sind Strafen von 1.162 bis 5.813 Euro möglich.

"Verweigert man als Radfahrer den Alkomattest, sind auch die höchsten Geldbußen bis 5.813 Euro fällig", sagt die ÖAMTC-Juristin. Wer in einem durch Drogen beeinträchtigten Zustand Fahrrad fährt, muss ebenfalls mit einer Strafe ab 581 Euro rechnen.

Wer sein Fahrrad schiebt, gilt übrigens als Fußgänger. Fußgänger können zwar keiner Routine-Alkoholkontrolle unterzogen werden, sehr wohl allerdings, wenn sie durch ihr Verhalten einen Unfall verursacht haben. "Betrunken am Drahtesel nachhause fahren lohnt sich nicht. Am besten doch die öffentlichen Verkehrsmittel oder das Taxi für eine sichere Heimreise nehmen", appelliert die Club-Juristin abschließend.

Quelle: ÖAMTC

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