Lichtpflicht am Tag : Wann Nachrüsten Sinn macht

Technische Lösungen für Neu- und Gebrauchtwagen

Ab 15. November heißt es ganztags "Licht an" auf Österreichs Straßen. In der ersten Zeit wird die Exekutive Verstöße nur abmahnen, ab 15. April 2006 sind dann 15 Euro Strafe fällig. "Wenn 'Lichtsünder' auch vorerst nicht bestraft werden, drohen bei einem Unfall trotzdem rechtliche Nachteile" , weiß ÖAMTC-Jurist Martin Hoffer. "Der ohne Licht gefahren ist, müsste nämlich beweisen, dass der Unfall auch mit eingeschaltetem Licht passiert wäre. Der Beweis wird oft schwer zu erbringen sein. Die Folge wäre eine straf- bzw. zivilrechtliche Haftung."

Die neue Vorschrift stellt viele Autobesitzer vor die Frage, ob eine Umrüstung ihres Fahrzeugs nötig ist. "Prinzipiell braucht man sich nicht den Kopf zu zerbrechen und kann ohne Bedenken das normale Abblendlicht nutzen", beruhigt ÖAMTC-Techniker Erwin Dobias. Wer trotzdem umrüsten möchte: als meist kostengünstigere Alternative zur Nachrüstung mit "echten Tagfahrleuchten" bieten Fachwerkstätten sogenannte "Fahrlichtschaltungen" an . Sie aktivieren das Abblendlicht beim Starten des Motors. Hier eine Zusammenfassung der Club-Experten, welche technischen Lösungen den Autofahrern derzeit zur Verfügung stehen :

Wer immer wieder vergisst, den Lichtschalter zu aktivieren, der kann seinen "Gebrauchten" bei jeder Fachwerkstätte mit einer " Fahrlichtschaltung " umrüsten. Das bedeutet, dass beim Start automatisch das Abblendlicht in Verbindung mit Begrenzungs- und Schlusslicht sowie die Kennzeichen- und die Armaturenbeleuchtung aktiviert wird. Die Kosten dieser Umrüstung reichen je nach Fabrikat von 20 Euro bis ca. 220 Euro.

Einige Modelle, zum Beispiel von VW, Audi und Mazda, ermöglichen auch die Umrüstung auf eine " modifizierte Fahrlichtschaltung ". Diese Licht-Anlagen aktivieren nur das Abblendlicht. Begrenzungs- und Schlusslicht sowie die Kennzeichen- und Armaturenbeleuchtung werden weggeschaltet.

Eine Nachrüstung mit " Tagfahrlicht " kann bei Fahrzeugen interessant sein, bei denen der Lampentausch für das normale Abblendlicht sehr aufwändig und damit teuer ist. Das trifft auch auf Fahrzeuge mit Xenon-Licht zu, wo der Austausch der gesamten Leuchteinheit teurer als die Nachrüstung mit Tagfahrleuchten kommt. "Die Kosten für eine Nachrüstung mit Tagfahrleuchten liegen je nach Modell zwischen 150 Euro und 300 Euro", weiß Dobias.

Die technischen Möglichkeiten bei Neuwagen

Audi ist derzeit der einzige Hersteller, der zumindest für einige Modelle echtes "Tagfahrlicht" anbietet. "Das sind verbrauchsarme Leuchten, die der ECE-Regelung 87 entsprechen", erklärt Dobias. "Tagfahrlicht ist weniger hell als das Abblendlicht und macht das Fahrzeug zwar sichtbar, dient jedoch nicht der Ausleuchtung der Straße. Deshalb leuchtet es nur nach vorne."

Der ÖAMTC hat bereits im Rahmen seines internationalen Dachverbandes FIA die Forderung nach europaweiter Ausstattung aller Neufahrzeuge mit Tagfahrlicht eingebracht. Das soll in Verbindung mit einem Lichtsensor erfolgen, der sicherstellt, dass bei Dunkelheit, wie zum Beispiel bei Fahrten durch Tunnels, das Abblendlicht automatisch aktiviert wird.

Ein Gros der Autohersteller stattet seine Neuwagen aber mit "Fahrlichtschaltungen" aus. Außerdem kommen zum Beispiel von VW, KIA, Mazda, Opel und Seat Fahrzeuge mit "modifizierten Fahrlichtschaltungen" auf den Markt.

"Bei unseren Recherchen Anfang Oktober hatten lediglich Ford und Hyundai noch keine technischen Lösungen parat", so Dobias.

Welche Möglichkeiten es für welches Auto gibt , erfährt man im Detail auf der Webseite des ÖAMTC ...

Die ÖAMTC-Experten raten jedenfalls dringend, die neue Vorschrift einzuhalten. "Ein Mischzustand zwischen beleuchteten und unbeleuchteten Fahrzeugen ist besonders gefährlich, weil unbeleuchtete Fahrzeuge leichter übersehen werden", warnt Dobias. Damit es in der Gewöhnungsphase und bis zur flächendeckenden Ausstattung mit "Tagfahrlicht" keine Nachteile für Verkehrsteilnehmer gibt, bietet der ÖAMTC außerdem bis Jahresende an allen Stützpunkten seine Gratis-Licht-Überprüfung für alle Autofahrer (auch Nicht-Mitglieder) an .

Quelle: ÖAMTC

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