Rechtsschutz-Versicherungen im Vergleich

Individuelle Pakete meist günstiger als Pauschalangebote

Rechtliche Auseinandersetzungen lassen sich nicht immer vermeiden. Doch aus Angst vor ausufernden Kosten für Anwalt und Gericht verzichten viele lieber auf ihr gutes Recht. Dabei lässt sich das finanzielle Risiko durch Rechtsschutzversicherungen abfedern. Das Verbrauchermagazin "Konsument" hat für seine Februar-Ausgabe 2005 insgesamt 20 Rechtsschutz-Pakete für den privaten Bereich verglichen. Das Ergebnis des Versicherungs-Checks: Die Unterschiede bei den Prämien sind enorm. Und: Produkte nur mit Beratung sinnvoll.

Die Versicherung gegen alles und jeden gibt es nicht. Deshalb ist vor Vertragsabschluss individuell zu klären, in welchen Lebensbereichen sich Streitigkeiten ergeben könnten. Zudem rät "Konsument": Vorab prüfen, ob nicht einzelne Leistungen bereits über diverse Mitgliedschaften - etwa Arbeits- und Sozialrecht durch Arbeiterkammer oder Gewerkschaft - ausreichend abgedeckt sind .

Die Kosten für ein Rechtsschutz-Paket mit Schadenersatz- und Strafrechtsschutz, allgemeinem Vertrags- und Beratungsrechtsschutz und Arbeitsgerichts- und Sozialversicherungs-Rechtsschutz reichen in der "Konsument"-Analyse von 55,88 (Züritel) bis 282,87 Euro (D.A.S.) pro Jahr. Familien- und Erbschaftsfälle sowie Grundstückseigentum- und Mietrechtsschutz sind hingegen mitunter nur gegen Extraprämie enthalten, bei einigen Anbietern gar nicht versicherbar. Spezialanbieter wie D.A.S scheinen zwar auf den ersten Blick teurer, punkten aber mit interessanten Zusatzleistungen (z.B. Steuer- und Datenrechtsschutz). Reine Rechtsschutzversicherer bieten auch Schutz bei Streitigkeiten aus Versicherungsverträgen. Das Verbrauchermagazin empfiehlt daher, nicht nur die Prämien zu vergleichen, sondern auch Leistungsumfang, Versicherungssumme und die inkludierten Spezialleistungen. "Konsument": Viele Rechtsschutz-Pakete sind nach dem Baukasten-Prinzip aufgebaut. Ein individueller Zuschnitt des Versicherungsschutzes ist möglich und günstiger als ein Pauschalangebot.

Die maximale Deckungssumme ist nach oben hin limitiert. Sie liegt je nach Sparte zwischen 31.250 und 100.000 Euro pro Fall. Wer sich für eine Versicherung entscheidet, sollte sich für jeden vereinbarten Teilbereich auch Klarheit über mögliche Leistungsausschlüsse verschaffen. Außerdem ist zu beachten, dass jede Rechtsschutzversicherung grundsätzlich immer nur für "neue" Streitfälle gilt.

Die Laufzeit der untersuchten Produkte reicht von drei bis zehn Jahren - wer sich für einen langfristigen Vertrag entscheidet, bekommt bei vielen Versicherern einen 20-prozentigen Dauerrabatt. Bei einigen Anbietern sind auch kürzere Laufzeiten zu konkurrenzfähigen Preisen möglich.

"Konsument"-Tipp: Prämie sparen können Versicherungsnehmer auch durch die Kombination von zwei Verträgen , etwa Privat- mit Kfz-Rechtsschutz. Wer sich für eine Selbstbehaltsvariante entscheidet, zahlt 10 bis 20 Prozent weniger.

Über Leistungsumfang, Höhe der Versicherungssumme und Spezialleistungen der einzelnen Anbieter informiert "Konsument" in seiner Februar-Ausgabe 2005, die seit 20. Jänner erhältlich ist. Alle Details sowie einen Vergleich von Kfz-Rechtsschutz-Paketen finden Sie auch auf der Webseite des VKI ...

Quelle: VKI