Unfall-Meldung : Meldepflicht bei jeder Verletzung

Nicht-Meldung einer Verletzung bedeutet bis zu 2.180 Euro Strafe

Wer der Meldepflicht nach einem Unfall mit Personenschaden nicht nachkommt, muss tief ins Geldbörsel greifen. "Der Strafrahmen bewegt sich zwischen 36 und 2.180 Euro", sagt ÖAMTC-Juristin Verena Hirtler. Die Behörde muss bereits bei kleinen Verletzungen wie Prellungen oder Hautabschürfungen verständigt werden. "Schon die Vermutung, dass jemand oder man selbst verletzt sein könnte, reicht aus", erklärt die Club-Expertin. Alle am Unfall beteiligten Personen müssen Erste Hilfe leisten und die nächste Polizeidienststelle verständigen - auch Fußgänger, Radfahrer oder Mopedfahrer sind meldepflichtig, wenn sie am Unfall in irgendeiner Weise beteiligt waren . "Das ist z.B. auch der Fall, wenn ein Fußgänger die Straße vorschriftsmäßig überquert, ein Autofahrer ausweicht und sich dabei verletzt", weiß Hirtler. Die Club-Expertin erzählt von einem besonderen Härtefall: Ein Mopedfahrer ist von einem fahrerflüchtigen Autofahrer abgedrängt worden. Der junge Mann stürzte in einen Graben und hat sich dabei verletzt, ohne es zunächst zu bemerken. Die Behörde bestrafte später den Mopedfahrer, weil er seine eigene Verletzung nicht gemeldet hatte. "Die Behörde hat in diesem Fall überreagiert. Für eine verletzte Person selbst besteht keine Pflicht, die eigenen Verletzungen zu melden - das wäre unzumutbar", erklärt die ÖAMTC-Juristin.

Eine Unfallmeldung muss sofort passieren

In der Regel ist ein Aufschub der Meldung lediglich in Ausnahmefällen wie bei Erster Hilfeleistung erlaubt. Andernfalls kann schon ein Zuwarten von nur 30 Minuten eine Strafe nach sich ziehen . Erfährt ein Fahrzeuglenker erst im Nachhinein, dass der Unfallgegner verletzt worden ist, muss er die Behörden ebenfalls sofort benachrichtigen.

Zeugen müssen die Herbeiholung von Hilfe ermöglichen

Nicht direkt beteiligte Personen, wie Zeugen eines Unfalls, trifft nur eine Hilfeleistungspflicht . Außerdem müssen sie das Herbeiholen von Hilfe ermöglichen, indem sie z.B. ihr Handy herborgen. Die Strafe, wenn ein Zeuge weder Hilfe leistet, noch für fremde Hilfe sorgt oder das Rufen der Rettung nicht ermöglicht, beträgt 726 Euro. "Zeugen haben aber keine Verpflichtung, den Unfall der Polizei zu melden. Deshalb ist wegen eines Verstoßes gegen die Meldepflicht auch keine Strafe möglich", sagt die Club-Expertin abschließend.

Nähere Informationen zum Thema Meldepflicht können die Juristen des Clubs geben. Mitglieder des ÖAMTC haben unabhängig davon auch Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und Rechtshilfe. Die ÖAMTC-Rechtsberatung ist unter +43 (0) 1 71199 - 1530 erreichbar. Im Notfall stehen die ÖAMTC-Juristen der 24-Stunden-Hotline rund um die Uhr unter der Nothilfe-Telefonnummer +43 (0) 1 25 120 00 oder per E-Mail: office@oeamtc.at zur Verfügung.

Quelle: ÖAMTC

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