Assistenzsysteme: die häufigsten Fehler

In den letzten Jahren sind unzählige Assistenzsysteme in die Autos gewandert, teilweise als Zwang von der EU. Verlässlich sind diese Systeme aber noch immer nicht.

Wir haben uns schon einmal kritisch mit den Funktionen moderner Assistenzsysteme auseinandergesetzt, seither hat sich leider nicht viel getan, ganz im Gegenteil.

Immer mehr Assistenzsysteme werden zum Teil von der EU vorgeschrieben und machen das Autofahren nicht sicherer, sondern vor allem nerviger.

Der hauptsächliche Grund für den Ärger sind Systeme, die einfach noch nicht Marktreife erlangt haben, dennoch aber verpflichtend verbaut werden müssen.

Egal bei welcher Automarke, egal welches System, die Fehlerhäufigkeit ist überall gegeben. Bei rund 100 verschiedenen Testautos pro Jahr hatte uns noch kein einziges Assistenzsystem in den letzten Jahren vor einem Unfall bewahrt, jedoch etliche in gefährliche Situationen gebracht.

Die Bandbreite reicht dabei von willkürlichen Notbremsungen, bei denen fast jemand hinten aufgefahren wäre, bis hin zum dauerhaften Versuch, uns auf einem Baustellenabschnitt auf der Autobahn in die vermeintlich richtige Spur zu führen, die aber die falsche war.

Das System erkennt nämlich nicht den vor der Baustelle angebrachten Hinweis „weiße Markierung ungültig“. Dann muss man, während man versucht das System zu berichtigen, auch noch oft im gefühlt 14. Untermenü des Touchscreens suchen, wie man den Spurhalteassistenten deaktiviert.

Dies führt unweigerlich zu gefährlichen Situationen. Zumal der Spurhalteassistent auch sonst oft Spuren erkennt, wo gar keine sind, etwa bei einem farblich unterschiedlichen Fahrbahnbelag.

Auch die Sensoren für die Assistenzsysteme haben in unseren Breiten (noch) Verbesserungspotenzial. Im sonnigen Kalifornien werden sie immer funktionieren, bei uns reicht schon leichter Schneefall um die Systeme außer Gefecht zu setzen.

Die Krone der unzuverlässigsten Assistenzsysteme geht aber an den Tempolimitwarner. Würde man sich an die eingeblendeten Anzeigen halten, wäre man den Führerschein schneller los als man schauen kann, oder würde zum absoluten Verkehrshindernis werden, je nachdem wie das System gerade „gelaunt“ ist.

Oft werden nämlich im Ortsgebiet, wo 50 km/h erlaubt sind, 100 km/h angezeigt, oder es werden einem 30 km/h angezeigt, wo 70 km/h erlaubt sind, nur um zwei von vielen Beispielen zu nennen.

Hätten wir in den letzten fünf Jahren für jede falsche Tempoanzeige in einem Auto einen Euro bekommen, könnten wir uns sofort zur Ruhe setzen, so unzuverlässig wird das Tempo angezeigt.

Besonders ärgerlich wird das Ganze dann, wenn das Auto auch schon über den von der EU verordneten Warnton bei Tempoüberschreitung verfügt. Deaktiviert man dieses System nicht vor jedem Start, ist einem ein Tinitus nach wenigen Monaten garantiert.

Sicherer ist das Autofahren aus unserer Sicht dadurch keinesfalls geworden, nur nerviger.