Auto putzen : Leidenschaft oder lästiges Übel?

Fast ein Drittel der Lenker verhängt Essverbot im Auto.

Zweimal täglich Zähneputzen und zweimal jährlich zum Zahnarzt. Für die Körperpflege gibt es solche und ähnliche Grundregeln. Wie es Herr und Frau Österreicher mit der Autopflege halten, bringt jetzt eine Online-Umfrage des ÖAMTC ans Tageslicht. 1.013 Autofahrer gaben bereitwillig Auskunft. Dabei zeigte sich, dass für 46 Prozent der Umfrageteilnehmer ein sauberes Auto sehr wichtig ist, Männern ein bisschen mehr als Frauen. "Zwölf Prozent aller Befragten outen sich sogar als totale Sauberkeitsfanatiker und richtig penibel, wenn es um ihren vierrädrigen Liebling geht", sagt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger. Besonders junge Autobesitzer und über 50-Jährige legen Wert auf ein blitzblankes Auto . "Wer mit Kindern unterwegs ist, drückt da schon eher ein Auge zu. sagt Seidenberger. "Gelegenheitsfahrern ist Sauberkeit zwar eher wichtig, aber nicht so sehr wie den Vielfahrern". 47 Prozent der Befragten räumen das Auto nach jeder Fahrt auf, 20 Prozent "misten" bei jedem Tanken aus.
 
Soviel Aufmerksamkeit täte sich jeder wünschen
 

Auf jeden Fall ist es wichtig, dass das Auto schön glänzt. 86 Prozent der Befragten machen monatlich eine Außenwäsche , wobei Männer noch zu kürzeren Intervallen neigen. 76 Prozent fahren zur Autoreinigung an eine Tankstelle .
 
Knapp 80 Prozent der Umfrageteilnehmer " tun es selbst " und fahren ihren Wagen immer höchstpersönlich in die Waschstraße oder greifen selber zu Schwamm und Kübel. Knapp über 15 Prozent teilen die Arbeit mit dem Partner , nach dem Motto 50:50 - einmal darf sie, einmal darf er die Reinigung vornehmen. "Rund fünf Prozent machen sich nicht selbst die Hände oder Kleidung schmutzig, sondern delegieren die Reinigung an eine andere Person", schildert die ÖAMTC-Expertin.
 
" Für das Auto nur das Beste ", sind sich knapp 45 Prozent der Umfrageteilnehmer einig und wählen in der Waschstraße ein Spezialprogramm. 38 Prozent begnügen sich mit dem Standardprogramm, nehmen aber gerne zusätzlich eine andere Leistung - z.B. eine Felgenreinigung - dazu. "Das ist besonders bei den Herren beliebt , ebenso wie eine Lanzenwäsche", sagt die ÖAMTC-Expertin.
 
Bei jungen Autofahrern fällt auf, dass das äußere Erscheinungsbild wichtig ist und das Auto gerne per Hand gewaschen wird.
 
Auch innen muss alles hui sein
 

Wer denkt, dass bei den befragten Autobesitzern nur Äußerlichkeiten zählen, irrt. 70 Prozent reinigen einmal im Monat ihr Auto innen , wobei der Männeranteil mit Dreiviertel überwiegt. Der Großteil nimmt es mit der Innenreinigung sehr genau, unter dem Motto "wenn schon - denn schon": Fußmatten reinigen, Innenraum samt Kofferraum saugen, Cockpit samt Sitze wischen (die Hälfte der Befragten nimmt Spezialpflegemittel), Scheiben putzen - das komplette Programm eben.
 
"Am besten hier und gleich, ohne Zeitverlust" sind sich 72 Prozent der Befragten einig. Sie führen die Innenreinigung gleich zu Hause bzw. auf der Straße durch, nur 23 Prozent fahren dafür zur Tankstelle.
 
Weitere Zahlen zum Sauberkeitsverhalten der Autofahrer
Quelle: ÖAMTC

  • Ess- und Trinkverbote im Auto : 30 Prozent der Befragten verhängen im Auto ein komplettes Ess- u. Trinkverbot. 13 Prozent outen sich als komplette Egoisten und gestatten Essen und Trinken im Auto nur sich selbst. 50 Prozent erlauben das Essen und Trinken: Vor allem jene mit Kindern stehen Bröseln und anderen Essenspuren weniger kritisch gegenüber. "Eltern schätzen wohl die kurzeitige Ruhe auf der Rückbank, die während des Essens herrscht", sagt die ÖAMTC-Verkehrspsychologin.
  • Rauchen im Auto gestatten nur 14 Prozent der Befragten.
  • 13 Prozent der Umfrageteilnehmer schützen die Autositze durch Schonbezüge . Hip und sexy ist diese Schutzmaßnahme auch nicht wirklich. Besonders in der Gruppe der 30- bis 40-Jährigen legt man auf solcherlei Prävention wenig Wert.
  • " Schmutztransporte " wie dreckige Räder, Wanderschuhe oder Bauschutt werden nicht einfach so ins Auto gelegt. 60 Prozent schützen den Innenraum mit Decken, Tüchern und Schmutzwannen . "Auch hier sind die Über-50-Jährigen besonders umsichtig am Werk", sagt die ÖAMTC-Expertin.
  • 46 Prozent meiden " Schmutzparkplätze " und parken ihr Auto nicht neben einer Baustelle, blühenden Bäumen etc. Besonders ältere Personen sind da sehr heikel.
  • Generell lässt sich beobachten, dass mit wachsendem Alter auch immer mehr auf Sauberkeit im Auto geachtet wird.

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