Marder im Auto(Bildquelle: obs/AUTO BILD)

Marder knabbern Autokabel auf Wunsch der Autoindustrie

Hört sich auf den ersten Blick wie ein handfester Skandal an, ist aber ein interessanter Versuch, den lästigen Marderbissen endlich Einhalt zu gebieten.

Marderbisse gehören zu den größten Ärgernissen von Autobesitzern. Seit Jahrzehnten sucht die Industrie nach Materialien und Duftstoffen, um die Knabbereien zu unterbinden. Eine auf den ersten Blick unorthodox anmutende Lösung scheint nun gefunden: Im Otter-Zentrum Hankensbüttel (Niedersachsen) testen Marder neue Autokabel und Schläuche auf Bissfestigkeit und abschreckenden Geschmack - und das im Auftrag namhafter europäischer Hersteller und Zulieferer. Das berichtet AUTO BILD im Rahmen einer Reportage in seiner Ausgabe 10/2015.

Die Kunden selbst bleiben lieber im Verborgenen: "Keiner möchte mit einem ungenormten Test in Verbindung gebracht werden - aber alle brennen auf die Ergebnisse. Die tierischen Prüfer sind bereits ein halbes Jahr im Voraus ausgebucht", sagt AUTO BILD Redakteur Roland Kontny.

Im Mardergehege werden von den Wildbiologen Kabel und Schläuche in Bögen zwischen zwei Bretter geklemmt. Manche Kabel sind dick, andere dünn; die Schläuche mal fest, mal weich. Teilweise schmecken sie bitter oder ihr Geruch soll die Tiere abschrecken. Grundsätzlich gilt: Was nicht von den Mardern angerührt wird, eignet sich zum Verbau in den Autos.

Marder gehören nicht zur Familie der Nagetiere und sind generell auf die Schonung ihrer Zähne bedacht, das heißt, sie beißen nur aus bestimmten Gründen. Zu den häufigsten Bissursachen gehören im Weg liegende Kabel und die Neugierde der Tiere. Aufgrund der Nachtaktivität knabbern die Marder meist in der Dunkelheit.

Quelle: AUTO BILD

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