Wie gefährlich sind OTA-Updates beim Auto?

Die „Over The Air“-Updates werden jetzt schon von vielen Herstellern vorgenommen, über die damit verbunden Gefahren spricht aber kaum jemand.

Neue Autos werden immer mehr zu fahrenden Computern, egal ob es die Kunden wollen oder nicht. Damit verbunden sind die sogenannten OTA-Updates (Over The Air-Updates).

Dabei wird teilweise automatisch, ohne dass es der Kunde bemerkt, und teilweise auch nach Zustimmung des Kunden neue Software ins Auto übertragen. Jeder PC- oder Smartphone-Besitzer kennt die Angst vor einem Update bei seinem Gerät.

Man fragt sich vor dem nächsten Start immer, ob auch alles gut gegangen ist und noch alle Programme und Apps funktionieren, wenn man ein Update gemacht hat. Jetzt kommt auch noch bei neuen Autos vor dem Start zur nächsten Fahrt die bange Frage, ob noch alles funktioniert.

Zwar werden die Hersteller vor einem Update sicher alles so gut es geht testen – nur ist es wohl unmöglich, jede Fahrzeugkonfiguration vorab zu testen. So kann ein Update zum Beispiel bei 95% der Fahrzeuge ohne Probleme ablaufen, 5% können aber Probleme haben.

Was beim PC vielleicht ärgerlich ist, kann beim Auto schnell gefährlich werden. Nämlich dann, wenn auf einmal wichtige Systeme durch ein Update nicht mehr funktionieren.

Zudem können durch die OTA-Technologie nicht nur die Hersteller auf das Auto zugreifen, auch ein Hackerangriff ist eine Gefahr. Man darf hier keinesfalls so naiv sein zu glauben, dass dies bei einem Auto nicht möglich ist.

Wenn Hacker Erdölpipelines, wie zuletzt an der Ostküste der USA, für Tage lahmlegen können, oder auf Server der NSA kommen, dann schaffen sie es mit Sicherheit auch, auf Fahrzeuge zuzugreifen. Ob nur das Infotainmentsystem lahm gelegt wird, oder gleich die Motorelektronik, wird wohl eine Überraschung bleiben.

Also wundern Sie sich nicht, wenn Sie einmal in der Früh in die Arbeit fahren wollen und am Touchscreen nur noch die Zahlungsinformation zu einem Bitcoin-Konto kommt und sich ihr Fahrzeug bis zur Zahlung nicht mehr starten lässt.

Es ist wohl keine Frage, „ob“ dies einmal passieren wird, sondern nur „wann“ es eintritt.