NoVA-Erhöhung trifft insbesondere Familien

Bereits zum vierten Mal(!) soll noch heuer Autofahren teurer werden. Für den ARBÖ ist dieses Vorhaben unverständlich, unfair und nicht sozial. Nach Berechnungen des ÖAMTC verdoppelt sich für Familienfahrzeuge die Steuer bis 2024.

Schlechte Nachrichten für Autokäufer: Die Regierungsparteien haben vergangene Woche einen Gesetzesentwurf im Nationalrat eingebracht, der massive Verschärfungen bei der Normverbrauchsabgabe (NoVA)vorsieht.

Kaum ist die letzte Änderung im Steuersystem umgesetzt, wird seitens der Bundesregierung einen Gang raufgeschaltet und die nächste Abgabenerhöhung für Autofahrer diskutiert. Konkret soll die Normverbrauchsabgabe , die einmalig für Neufahrzeuge fällig ist, erhöht werden. Erst vor kurzem wurde die motorbezogene Versicherungssteuer "ökologisiert", wodurch die laufende Belastung für viele Neufahrzeuge gestiegen ist.

Davor kam es bereits zu einer Verschärfung der NoVA und zu Änderungen im Rahmen der privaten Dienstwagennutzung . „Das, was hier jetzt abermals geplant ist, ist nichts anderes als Abzocke der Pkw-Besitzer . Ständig werden neue Steuererhöhungen angekündigt und umgesetzt. Das neue Hobby der Bundesregierung ist scheinbar, dass einmal pro Quartal die Pkw-Steuerschraube kräftig angezogen wird. Damit muss nun mal Schluss sein“, ist KommR Mag. Gerald Kumnig, ARBÖ-Generalsekretär, über die Pläne der Bundesregierung verärgert.

Der Autofahrerklub ARBÖ möchte die Regierung daran erinnern, dass sie mit dem Versprechen angetreten ist, keine neuen Steuern einzuführen oder Steuern zu erhöhen. Dieses Vorhaben wurde allein im heurigen
Jahr bereits dreimal gebrochen. „Im Jänner wurde eine neue Berechnungsformel für die Nova eingeführt, im April das Testverfahren für die Ermittlung des Normverbrauchs von NEFZ auf WLTP umgestellt , wodurch die private Dienstwagennutzung teurer wurde, und im Oktober die motorbezogene Versicherungssteuer ökologisiert. Alle drei Maßnahmen haben in unterschiedlicher Ausprägung zu einer Änderung und in vielen Fällen auch zu einer Erhöhung der Steuerlast geführt.“ zählt Kumnig auf.

Viele sind auf das Auto angewiesen

Immerhin sind gerade jetzt viele Österreicherinnen und Österreicher auf das eigene Auto angewiesen . Eine weitere Änderung des Steuersystems ist daher unfair und unsozial, weil mit dieser Änderung nahezu alle Neufahrzeuge teurer werden und nicht nur die Autos mit einem hohen Verbrauch.

Durch einen eingeführten Automatismus werden ohnedies im kommenden Jahr die Abgaben erhöht : Die CO2-Grenzwerte , die für die Berechnung der unterschiedlichen Steuern gelten, werden bei Pkw-Neuanschaffungen ab Jänner um 3 Gramm reduziert.

„Das betrifft zwar nicht die Bestandsfahrzeuge, kann aber vielfach die Motivation, ein neues, umweltfreundliches Auto zu kaufen, bremsen. Wenn die Bundesregierung wirklich nachhaltige Maßnahmen im Pkw-Sektor setzen möchte, sollten Anreize geschaffen werden, damit die vielen Altfahrzeuge aus dem Bestand verschwinden.

Rund eine Million Fahrzeuge, die in Österreich unterwegs sind, entsprechen der Euro-4-Norm oder einer noch älteren Schadstoffklasse. Solange dieses Problem nicht angegangen wird, geht es der Regierung nur um Geldbeschaffung“, schließt Kumnig ab.

Jährliche Änderung trifft vor allem Familien

Die Normverbrauchsabgabe (NoVA) wird künftig Jahr für Jahr deutlich teurer.  "Das betrifft fast alle Neuwagenkäufe – Familien werden jedoch besonders tief in die Tasche greifen müssen, weil sie größere und damit verbrauchsstärkere Autos benötigen", kritisiert ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexperte Martin Grasslober.

Was das für Familien bedeutet, zeigt sich am Beispiel eines VW Sharan Family 1,4 TSI (7 Sitze, 110 kW, 181 g CO2/km, Nettopreis ca. 28.400 Euro):

Jahr NoVA (gerundet)
2020 € 3.344
2021 € 3.628
2022 € 3.912
2023 € 4.966
2024 € 6.560

 

ÖAMTC kritisiert überhastete Umsetzung ohne Begutachtungsmöglichkeit

Wie vom Mobilitätsclub befürchtet, hat die Koalition diesen Antrag im Eilverfahren und ohne jegliche Möglichkeit zur Begutachtung eingebracht. "Unverständlich ist, dass nicht einmal abgewartet wurde, welchen Effekt die erst kürzlich in Kraft getretenen Änderungen im Steuersystem überhaupt haben", hält Grasslober fest. "Offenbar geht es weniger um den Klimaschutz , sondern mehr um die schnelle Steuererhöhung."

Quellen: ARBÖ, ÖAMTC