Stromschlag Gefahr bei Elektroautos [mit Video]

Wie der deutsche Vermieter von Elektroautos "nextmove" in einem Youtube-Video aufdeckt, kann bei der Verwendung eines Not-Ladekabels unter bestimmten Umständen die Gefahr eines Stromschlags entstehen.

Dass Elektroautos bei Strom vor allem nur eines kennen – nämlich Sicherheit – ist eigentlich selbstverständlich. Und trotzdem konnte der deutsche Anbieter von Miet-E-Autos „nextmove“ in einem jüngst veröffentlichten Youtube-Video nachweisen, dass in speziellen Fällen eine echte Gefahr für einen Stromschlag besteht.

Lackierte Autokarosserie schützt normalerweise gut vor Stromschlägen, da der Lack als Isolierschicht dient. Trotzdem gibt es Metallteile, an denen Spannung anliegen kann: Türschlösser, Kofferraumdeckel, Radmuttern, Türgriffe, Dachreling, etc. Kunststoffteile leiten keinen Strom, außer sie sind feucht, was in der kühleren Jahreszeit oder bei Regen schon einmal vorkommen kann.

Treffen die Voraussetzungen zu, ist das so wie bei einem stromführenden Weidezaun – man greift besser nicht hin.

Fehlerhafte Erdung als Hauptursache

Um durch einen Stromschlag gefährdet zu sein, müssen 4 Voraussetzungen zutreffen:

  1. Ein Ladevorgang muss aktiv laufen und dabei das Not-Ladekabel (oft als "Ladeziegel" bezeichnet) an einer normalen Haushaltssteckdose mit 230V angesteckt sein (Schuko-Dose).

  2. Die Steckdose ist nicht an die Erdungsleitung angeschlossen oder die Erdung des Hauses ist veraltet bzw. defekt

  3. Schlechte Isolierung des Menschen : beispielsweise nasse Schuhe,  barfuß gehen, verschwitzte Haut

  4. Man muss mit unisolierten Autoteilen in Berührung kommen

Wer jetzt glaubt, dass dies schon ein extremer Spezialfall sein muss, damit man einen Stromschlag bekommt, der hat natürlich recht.

So ein Spezialfall tritt dennoch schneller ein als man glaubt : dann nämlich wenn es gerade regnet, das Auto an der Steckdose lädt und man nur schnell etwas aus dem Auto holen muss.

Im „nextnews“ Video seht ihr es genau

 

Nicht geerdete Steckdosen erkennt man nicht von außen. Nur die Überprüfung durch einen fachmännischen Elektriker kann derartige Fehler feststellen.

So ein Fehler ist auch nicht ungewöhnlich : Kabel können brechen, Änderungen an der Installation irgendwo fehlerhaft sein oder auch unerwartet entstehen. Früher wurden beispielsweise Häuser über die Bleirohre der Wasserleitung geerdet. Später tauschte man die Bleirohre gegen PVC-Rohre – und plötzlich war das Haus nicht mehr geerdet.

Nicht alle Fahrzeuge und nicht alle Ladekabel betroffen

Die gute Nachricht ist, dass nicht alle Fahrzeuge gleichermaßen betroffen sind und es auch Ladekabel gibt, die Erdungsfehler zuverlässig erkennen können. Im Video wurden die VW-Ladeziegel positiv erwähnt, die auch bei Plugin-Hybrid-Fahrzeugen von Skoda und Seat zum Einsatz kommen. Auch das aufwändigere Ladekabel mit integrierter Kontrollbox von Audi konnte den Erdungsfehler erkennen.

Manche Fahrzeuge können Erdungsfehler in der Stromversorgung selbst erkennen und brechen den Ladevorgang ab bzw. starten ihn erst gar nicht. Positiv sind „nextmove“ dabei der Renault Zoe und der Smart Forfour aufgefallen.

Link zu nextmove: https://nextmove.de/