Mit dem Auto auf Urlaub : Strafen im EU-Ausland

Ab 2007 können Strafen EU-weit eingefordert werden - Autofahrer könnten aber auch für Vergehen 2006 rückwirkend zur Kasse gebeten werden

Bisher konnten Geldstrafen für Verkehrssünden nur zwischen Österreich und Deutschland zwangsweise eingefordert werden. Wurde man z.B. in einem anderen Land vom Radar geblitzt, konnte man im Heimatland nicht dafür belangt werden. Ab kommenden Jahr allerdings besteht die Möglichkeit im Ausland verhängte Geldstrafen über 70 Euro auch in Österreich zu vollstrecken. " Obwohl das Gesetz erst 2007 in Kraft tritt, können Urlauber, die heuer im Sommer einen Strafzettel erhalten, 2007 noch rückwirkend dafür zur Kasse gebeten werden ", erklärt ÖAMTC-Jurist Martin Hoffer, der den Autofahrern rät, im Ausland besonders umsichtig unterwegs zu sein.

Hier die Strafen für die häufigsten Vergehen im Überblick:

  • Alkohol am Steuer : Wie auch in Österreich zählt in den meisten europäischen Ländern Alkohol am Steuer zu den schwerwiegendsten Verkehrsdelikten. In Deutschland werden ab 250 Euro, in Italien ab 260 Euro und in der Schweiz ab 775 Euro fällig. "Diese Strafsätze sind aber die Untergrenzen und gelten daher nur für geringfügige Überschreitungen der Promillegrenzen", erklärt der ÖAMTC-Experte. Wer betrunken einen Unfall verursacht, muss oft mit einer Haftstrafe rechnen. Absolutes Alkoholverbot hinterm Steuer gilt in Ungarn, Tschechien, Slowakei, Kroatien, Rumänien und Estland.
  • Zu schnell unterwegs : Um 20 Stundenkilometer schneller als erlaubt zu fahren, kommt häufig vor. In Italien blättert man für geringe Geschwindigkeitsüberschreitungen bis 20 km/h ab 140 Euro hin. In Kroatien, ebenfalls einer Lieblingsdestination der Österreicher, sind ab 40 Euro fällig. In Slowenien liegt der Strafrahmen für Übertretungen bis zu 20 Stundenkilometer zwischen 40 und 125 Euro. "In Österreich muss man im schlimmsten Fall mit bis zu 726 Euro rechnen. Österreich hat im europäischen Vergleich bei allen Übertretungen einen sehr weiten Strafrahmen mit enorm hohen Strafdrohungen", sagt Hoffer. Für Wiederholungstäter und bei Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer werden durchaus auch Strafen nahe der Höchstgrenze verhängt.
  • Bei "Rot" über die Ampel : Eine rote Ampel zu ignorieren, kann das Urlaubsbudget empfindlich belasten. In Italien droht eine Strafe ab 140 Euro, in der Schweiz 160 Euro, in Kroatien 130 Euro und in Slowenien saftige 250 Euro. In Deutschland gibt es einen Strafrahmen von 50 bis 200 Euro. In Tschechien kommt man mit 60 Euro noch "relativ günstig" davon.
  • Überholen verboten : Wer ein Überholverbot missachtet, muss etwa in Slowenien mit hohen Strafen rechnen. 170 Euro verrechnet die Exekutive dafür. Auch in der Schweiz sind ab 150 Euro fällig, in Italien ab 70 Euro und in Kroatien ab 40 Euro. Sehr teuer kann es in Norwegen werden, wo eine Strafe von 650 Euro vorgesehen ist.
  • Parken verboten : Schnell mal kurz anhalten und parken, wo es nicht erlaubt ist, kann ebenfalls teuer werden. In Italien kostet unerlaubtes Parken ab 35 Euro. In Slowenien und Kroatien ab 40 Euro und in der Schweiz wird eine relativ kulante Strafe von 25 Euro verrechnet.

"Wer seine Urlaubskasse schonen will, sollte jedenfalls auch die regionalen Verkehrsbestimmungen beachten", sagt der ÖAMTC-Jurist abschließend. Alle Details zu den internationalen Bestimmungen - von Warnweste bis zu Licht am Tag - findet man in der ÖAMTC-Länderdatenbank im Internet ...

Quelle: ÖAMTC

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