Autostoppen : Tipps für Autolenker und Anhalter

Mitfahrbörse als Alternative

Warum den teuren Zug oder Flieger nehmen, wenn es doch per Anhalter viel günstiger geht? Besonders junge Leute heben gerne den Daumen, um von A nach B zu kommen. "Beim Autostoppen sollte man einige gesetzliche Regeln kennen. Außerdem gilt es - schon im Sinne der eigenen Sicherheit - einige Grundsätze zu beachten", sagt ÖAMTC-Juristin Verena Pronebner.
 
In Österreich ist Autostoppen auf Autobahnen oder Autostraßen - generell und unabhängig vom Alter - verboten. Auf Autobahn-Parkplätzen, Raststationen und an allen anderen Straßen ist an übersichtlichen Stellen das Autostoppen erlaubt. Es gilt jedoch bundeslandspezifische Altersbestimmungen zu beachten. In Kärnten und Vorarlberg ist das Autostoppen unter 14, in der Steiermark unter 15 Jahren verboten. Es gibt allerdings Ausnahmen: "Das sind Notfälle, wenn das Kind in Begleitung einer Aufsichtsperson ist oder wenn es den Lenker des gestoppten Fahrzeugs kennt", erklärt die ÖAMTC-Juristin. In den übrigen Landesgesetzen finden sich keine Vorgaben. "Natürlich braucht man zum Autostoppen aber unabhängig von gesetzlichen Regelungen eine gewisse Reife", sagt Pronebner.
 
Wer im Ausland autostoppen will, sollte sich vorab mit rechtlichen Bestimmungen und landesüblichen Gewohnheiten vertraut machen. Beispielsweise setzen Autofahrer in manchen Ländern wie Rumänien, Indien und Mexiko eine Bezahlung voraus. In den USA, Kanada oder Australien kommt es auf den jeweiligen Bundesstaat an, ob Autostoppen erlaubt ist. In vielen afrikanischen Ländern wiederum ist Autotrampen selbstverständlich und ersetzt die oftmals fehlenden öffentlichen Verkehrsmittel.
 
Neben den gesetzlichen Regelungen gibt es Do´s & Dont´s sowie Erfahrungswerte von Trampern zu beachten. Der ÖAMTC hat die wichtigsten Tipps für Autostopper und Autolenker zusammengefasst.

Tipps für Autolenker  
Tipps für Autostopper
Alle Risken lassen sich nie ausschalten. Daher rät der ÖAMTC als günstige Alternative auf Mitfahrbörsen zurückzugreifen. Eine Marktübersicht findet man auf der Homepage des Clubs unter www.oeamtc.at/mitfahrboersen .
 
"Generell sollte man sich vor dem Autostoppen Vorteile und mögliche Risken genau überlegen und mit der Familie oder Freunden diskutieren. Außerdem ist zu hinterfragen, ob es sinnvoll ist, sich zu jemandem ins Auto zu setzen, dessen Fahrkönnen man nicht kennt. Und als Autofahrer muss man sich eines kleinen Risikos bewusst sein, wenn man einen völlig Fremden einsteigen lässt", gibt die ÖAMTC-Juristin abschließend zu bedenken.

  • Die Jugendschutzgesetze mancher Bundesländer verbieten dem Lenker das Mitnehmen fremder Kinder unter einem bestimmten Alter (14 bzw. 15 Jahre).
  • Nicht erlaubt ist es, auf der Autobahn oder auf der Autostraße zu halten, um einen Autostopper mitzunehmen. Erlaubt ist das Anhalten auf Autobahn-Parkplätzen, Raststationen und auf allen anderen Straßen.
  • Nicht an einer unübersichtlichen Stelle oder im Halteverbot anhalten.
  • Nur dann anhalten, wenn das ohne Gefahr für den Nachfolgeverkehr möglich ist.
  • Bei Unfällen zahlt die Kfz-Haftpflichtversicherung für den Schaden, den mitgenommene Autostopper erleiden - egal ob der Unfall verschuldet oder unverschuldet passiert ist.
  • Der Autofahrer muss sicher anhalten können. Deshalb sind Engstellen, Fahrbahnkuppen, unübersichtliche Kurven oder Kreuzungen ungeeignet, um Autos anzuhalten. Autobahnen und Autostraßen sind generell tabu.
  • Nach Möglichkeit nicht alleine trampen.
  • Niemals zu mehreren Männern ins Auto steigen.
  • Autostoppen nach Einbruch der Dunkelheit vermeiden.
  • Immer zuerst fragen, wohin der Lenker fährt, niemals zuerst das Ziel nennen.
  • Gepäck möglichst nicht in den Kofferraum legen.
  • Bei den Rücksitztüren sicherstellen, dass die Kindersicherung deaktiviert ist.
  • Kennzeichen notieren und per SMS - für den Fahrer sichtbar - an Familie und Freunde senden.

Quelle: ÖAMTC

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