Erlaubte Geschwindigkeiten in Europa

Autoreisende müssen sich nicht nur auf verschiedene Mitführbestimmungen einstellen: Auch die Tempolimits in Europa sind unterschiedlich.

Es gibt mitunter auch Zusatz- bestimmungen für Führerschein-neulinge, und natürlich unterschiedliche Strafhöhen. Deutschland ist bekanntermaßen das einzige europäische Land ohne generelles Tempolimit im hochrangigen Autobahnnetz: "Es gilt ein Richtwert von Tempo 130", erklärt ÖAMTC-Touristikerin Silvie Bergant. Eine definierte Tempo-130-Beschränkung auf Autobahnen gibt es neben Österreich auch in Frankreich, Griechenland, Italien, Kroatien, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn. "Deutlich langsamer muss man in Norwegen fahren - nämlich mit Tempo 90", weiß die ÖAMTC-Expertin. Das ist auch das Tempolimit auf Freilandstraßen in Italien, Kroatien, Frankreich, Slowenien oder Spanien. In der Schweiz, den Niederlanden, Dänemark und Norwegen dürfen außerorts maximal 80 km/h gefahren werden.

"Im Ortsgebiet gilt in Europa weitgehend Tempo 50", erklärt die ÖAMTC-Expertin. "Auch in Bosnien wurde gerade erst vor einem Monat die Höchstgeschwindigkeit von 60 auf 50 km/h im Ortsgebiet gesenkt." Russland erlaubt 60 km/h, Polen hat eine zeitabhängige Regelung: Von 5 bis 23 Uhr muss man sich an die 50er-Beschränkung halten, von 23 bis 5 Uhr Früh darf man 60 km/h fahren.

Neben den regulären Tempolimits gibt es oft eigene Bestimmungen für Führerscheinneulinge. Sie dürfen in Italien in den ersten drei Jahren nach Ausstellung des B-Führerscheins auf Autobahnen nur 100 km/h statt 130 km/h und auf Schnellstraßen nur 90 km/h statt 110 km/h fahren. "Auch Kroatien sieht Sonderregelungen für junge Lenker bis 24 Jahre vor", erklärt die ÖAMTC-Expertin. "Sie müssen immer 10 km/h langsamer fahren als erfahrene Fahrzeuglenker." Das heißt 80 km/h statt 90 km/h außerorts, 100 km/h statt 110 km/h auf Schnellstraßen und 120 km/h statt 130 km/h auf der Autobahn. "Diese Zusatzbestimmungen gelten auch für österreichische Führerscheinneulinge", erinnert die ÖAMTC-Expertin.

Nicht nur die Tempolimits, sondern auch die Strafen bei Geschwindigkeitsübertretungen variieren in ganz Europa. "Schon bei Geschwindigkeitsübertretungen von 20 km/h muss man oft tief in die Tasche greifen", sagt die ÖAMTC-Touristikerin. In Norwegen beispielsweise sind dafür Mindeststrafen in der Höhe von 450 Euro vorgesehen. In der Schweiz muss man mit mindestens 120 Euro Strafe rechnen. In Italien wird um 20 km/h zu schnelles Fahren mit mindestens 155 Euro Strafe geahndet, wobei Geschwindigkeitsübertretungen zwischen 22 Uhr abends und 7 Uhr morgens um ein Drittel teurer sind.

Quelle: ÖAMTC

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