Fahrrad-Verleihsysteme in Europa im Test

23 von 40 Systemen mit 'gut' bewertet, darunter die beiden österreichischen Vertreter Citybike Wien und nextbike

Radfahren erfreut sich in Europas Städten großer Beliebtheit. Häufig wird dabei aber nicht in die eigenen Pedale getreten, sondern ein Fahrrad aus einem automatischen Verleihsystem, ein "Public Bicycle", genutzt. Dabei handelt es sich um öffentlich zugängliche Leihfahrräder, die nach dem Prinzip der Selbstbedienung entnommen und zurückgegeben werden können. Der ÖAMTC hat gemeinsam mit seinen Partnerclubs 40 solcher Verleihsysteme in 18 europäischen Ländern unter die Lupe genommen. "23 von 40 Systemen wurden mit 'gut' bewertet, darunter die beiden österreichischen Vertreter 'Citybike Wien' und 'nextbike' aus St. Pölten", fasst ÖAMTC-Verkehrstechniker Markus Schneider die Ergebnisse zusammen. Außerdem gab es ein "sehr gut", elf "ausreichend", zwei "mangelhaft" und drei "sehr mangelhaft".

Der Testsieger kommt aus Frankreich. "Das System 'vélo'v' in Lyon bietet 343 Stationen mit 4.000 Rädern, die ganzjährig, rund um die Uhr und für jedermann verfügbar sind", erklärt der ÖAMTC-Experte. "Auch in punkto Bedienung und Komfort ist dieses Verleihsystem vorbildlich." Ganz anders sieht es bei drei niederländischen Systemen im Test aus, die allesamt mit "sehr mangelhaft" beurteilt worden sind. Die "OV-fiets" in Utrecht, Amsterdam und Den Haag konnten im ÖAMTC-Test in keiner Kategorie überzeugen. "Weder Anzahl der Stationen und Räder, noch Komfort oder Bedienung sind für eine einfache allgemeine Nutzung ausreichend", hält Schneider fest.

Unter den 40 getesteten Public-Bicycle-Systemen waren auch zwei Vertreter aus Österreich, die beide mit "gut" bewertet wurden. '"Citybike Wien' überzeugte im Test unter anderem mit ganzjähriger Nutzbarkeit und Rädern, die rund um die Uhr verfügbar sind", schildert der ÖAMTC-Verkehrstechniker. Auch das gute Informationsangebot an den Stationen, im Internet und mittels Smartphone-Apps wurde positiv bewertet. Negativ fiel insbesondere die verhältnismäßig geringe Stations- und Räderdichte auf. Diese wird jedoch gerade weiter ausgebaut. Auch die gebührenpflichtige Hotline und die fehlende Verknüpfung mit dem öffentlichen Verkehrsnetz wurden von den Testern bemängelt.

"nextbike" in St. Pölten war im ÖAMTC-Test ähnlich überzeugend wie "Citybike Wien". Zusätzlich konnte das System mit einer Gratis-Hotline punkten. "Wermutstropfen neben der geringen Räder- und Stationsdichte: Die Nutzung ist nur von 20. März bis 15. November möglich", hält der ÖAMTC-Experte fest. "nextbike" gibt es übrigens nicht nur in St. Pölten, sondern auch in Städten und Gemeinden im Burgenland, in Niederösterreich und Vorarlberg.


Ein einheitliches Schema für Public-Bicycle-Systeme gibt es in Europa derzeit nicht. "Das ist auch nicht unbedingt notwendig. Besser wäre ein regionaler und internationaler Ideenaustausch zwischen Betreibern und Gemeinden", erklärt ÖAMTC-Verkehrstechniker Schneider. "So könnten die Vorteile verschiedener Systeme am besten kombiniert werden."

Weitere Infos zum ÖAMTC-Test gibt es unter www.oeamtc.at/tests . Infos, in welchen Reiseländern Radhelmpflicht besteht, finden Sie in der weltweiten Länderdatenbank des Clubs unter www.oeamtc.at/laenderinfo . Tipps für Stadtentdecker - von Sehenswürdigkeiten über Restauranttipps bis zu Shopping-Highlights - bietet der ÖAMTC City Guide unter www.oeamtc.at/cityguide . Unterwegs kann man auch die neue, kostenlose City Guide App für iPhone und Android-Smartphones nutzen.

Kommentare

Die neuesten Meldungen

Markenwelt