Faltcaravan-Test des ÖAMTC

Geringeres Gewicht und kleiner Platzbedarf bringen Vorteile gegenüber konventionellen Wohnwägen

Faltcaravans, bei denen ein Zelt direkt aus dem Anhänger aufgebaut wird, bieten Campingfreunden eine Alternative zu konventionellen Wohnwägen. Um Interessenten die Kaufentscheidung zu erleichtern, hat der ÖAMTC acht Modelle auf Herz und Nieren getestet: 3Dog TrailDog, Dingo-Tec Camper 9, Camp-Let Concorde, Opera BaseLine, Holtkamper Kyte, Raclet Safari sowie Trigano Olympe. "Die verschiedenen Falt- und Klappsysteme wurden auf Bedienkomfort und Qualität geprüft. In den Bereichen Wohnen, Schlafen und Kochen wurde der Testfokus auf Sicherheit, Komfort und Qualität gelegt", erklärt ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl.

Die Vorteile eines Faltcaravans liegen für Kerbl auf der Hand: "Viele Camper mieten Jahr für Jahr einen herkömmlichen Wohnwagen, da ihnen zu Hause der Platz zum Abstellen fehlt. Faltcaravans nehmen viel weniger Platz ein und können außerhalb der Saison leichter untergebracht werden." Ein nicht zu unterschätzender Pluspunkt ist auch das geringe Gewicht. Ein starkes Zugfahrzeug ist nicht zwingend notwendig. "Auch der Spritverbrauch des Fahrzeugs ist durch den Gewichtsvorteil wesentlich geringer als bei einem Wohnwagen", weiß der ÖAMTC-Experte.

Die wichtigsten Testergebnisse im Überblick

Auf- und Abbau: Alle Hersteller von Faltcaravans geben an, dass es (unabhängig von einer gedruckten oder digitalen Anleitung) zum Pflichtprogramm des Händlers gehört, den Kunden in Auf- und Abbau des Produktes einzuweisen. "Im ÖAMTC-Test erfolgte die Einweisung bei allen Modellen. Beim Camp-Let gab es allerdings nur eine Aufbauschulung durch den Händler", stellt Kerbl fest. Die Folge war eine leichte Beschädigung beim Abbau. Grundsätzlich lassen sich die meisten Modelle schnell und intuitiv auf- und abbauen, bei einigen sind allerdings zwei Personen notwendig.

Dichtheit: Die Dichteprüfung hat lediglich der Campwerk Economy nicht bestanden. "Bei diesem Modell drang durch einen undichten Reißverschluss Wasser in das Wohnzelt ein. Die Nähte an den vorderen Ecken waren ebenfalls undicht, außerdem kam es zu Kondenswasserbildung im Panoramafenster des Schlafzeltes", stellt der ÖAMTC-Experte fest.

Optik: Ein echter Hingucker ist der Opera BaseLine, der nach dem Aufbau an das berühmte Opernhaus von Sidney erinnert. Auch das patentierte Segel-Vordach beim Holtkamper Kyte kann optisch (und praktisch) überzeugen.

Platzangebot: Serienmäßig bieten die meisten Testkandidaten Platz für zwei Personen. Sollte mehr Platz gebraucht werden, gibt es optionale Zusatzzelte. "Eine Ausnahme bilden der Raclet Safari und der Trigano Olympe, in denen bis zu acht Personen übernachten können" so der ÖAMTC-Techniker.

Küche: Küchenblöcke werden von manchen Herstellern optional angeboten, bei einigen Modellen gibt es eine integrierte Kochstelle. "Beim Holtkamper Kyte ist die Kochstelle fest im Anhänger eingebaut und konnte durch die vielen intelligenten Stausysteme am meisten überzeugen", erläutert der ÖAMTC-Techniker. Optionale Küchenblöcke werden nach Herstellerangaben nicht sehr häufig geordert.

Anschaffungskosten: Der Grundpreis für die einzelnen Modelle bewegt sich zwischen 5.000 und 25.000 Euro. Dementsprechend unterscheiden sich die Produkte in Verarbeitung und Komfort. "Das teuerste getestete Modell, der Opera BaseLine, bietet beispielsweise als einziges Produkt im Test ein festes Toilettenabteil", erklärt der ÖAMTC-Experte. "Der günstigste Caravan, der Campwerk Economy, zeigte hingegen als einziges Modell deutliche Schwächen bei der Verarbeitung und Dichtheit."

Quelle: ÖAMTC

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