Grüne Versicherungs-Karte bei Fahrten ins Ausland

Bei allen Reisen ins Ausland zur leichteren Schadensabwicklung empfehlenswert

"Diese Schikanen italienischer Polizisten nehmen wohl nie ein Ende", empört sich ÖAMTC-Chefjurist Hugo Haupfleisch, der im Rahmen des juristischen Notfallservice des Clubs den Hilferuf eines Wiener Autofahrers erhielt. Dessen Auto war von der Polizei in der Nähe von Mailand beschlagnahmt worden, weil die Grüne Karte abgelaufen war. Außerdem wollten die Polizisten wissen, ob er seine Versicherungsprämie bezahlt habe. "Seit mehr als drei Jahrzehnten gibt es klare internationale Abkommen, wonach das österreichische Kennzeichen als Nachweis einer gültigen Versicherung gilt. Außerdem hat Italien bereits im Jahr 1991 ein Gesetz verabschiedet, das festlegt, dass die Grüne Karte für Fahrzeuge mit österreichischem Kennzeichen nicht mehr nötig ist", erläutert Haupfleisch. Trotzdem kommt es in Italien noch immer zu völlig ungerechtfertigten Beschlagnahmungen österreichischer Fahrzeuge, wenn keine gültige Grüne Karte vorgelegt werden kann.
 
Eine sofort eingeleitete Intervention der ÖAMTC-Notrufstation in Rom ging ins Leere, weil die Polizeidienststelle während der Nacht nicht erreichbar war. Erst als am nächsten Morgen die Haftpflichtversicherung des Mitglieds die gültige Grüne Karte nach Italien faxte, wurde das Auto des Wieners von der Polizei freigegeben und die Urlaubsfahrt konnte fortgesetzt werden. Der ÖAMTC hat sich umgehend mit dem österreichischen Außenministerium und dem Versicherungsverband in Verbindung gesetzt. "Das italienische Innenministerium muss neuerlich alle Polizeidienststellen auf die völlig eindeutige Rechtslage hinweisen. Diese Polizeischikanen sind inakzeptabel ", so der Chefjurist des Clubs.Die Grüne Karte - ein grünes Formular - ist eine internationale Versicherungskarte, die im Ausland als Bestätigung für eine vorhandene Kfz-Haftpflichtversicherung dient. Das österreichische Kennzeichen gilt auch ohne Grüne Karte in den meisten europäischen Staaten (und auch außerhalb der EU) als Nachweis für einen ausreichenden Versicherungsschutz. "Trotzdem wird die Grüne Karte bei Verkehrskontrollen im Ausland immer wieder verlangt ", weiß der ÖAMTC-Chefjurist. "Wer bei der Reise ins Ausland die Grüne Karte dabei hat, erspart sich daher unter Umständen viel Ärger mit den dortigen Behörden. Außerdem ist im Schadensfall der Austausch der Versicherungsdaten durch Übergabe einer Kopie der Grünen Karte wesentlich einfacher."Die Grüne Karte ist in den folgenden Ländern Pflicht : Albanien, Bosnien- Herzegowina, Mazedonien, Moldawien, Ukraine, Weißrussland, Serbien und Montenegro . Seit vergangenem Sommer lautet die Länderbezeichnung für Serbien SRB (statt SCG). Die Grünen Karten mit der neuen Bezeichnung SRB gelten auch in Montenegro. Versicherungskarten mit der "alten" Länderbezeichnung SCG sind für Serbien und Montenegro bis 31.7.2009 gültig. Für den Kosovo ist die Grüne Karte nicht gültig. Es muss an der Grenze eine Grenzversicherung abgeschlossen werden.
 
In diesen Ländern braucht man eine spezielle Grüne Karte : Für die Türkei, Tunesien, Iran, Israel und Marokko muss von der Versicherung das jeweilige Länderkennzeichen gesondert in die Grüne Karte eingetragen werden. In der Türkei ist darauf zu achten, dass der Versicherungsschutz für die gesamte Türkei gilt. Für die Zeit der Reise in diese Länder wird von Versicherungen meist eine wesentlich höhere Prämie verlangt. Vergisst man auf die Karte oder ist das Länderkürzel nicht richtig angeführt, muss man bei der Einreise eine Grenzversicherung beim Zollamt abschließen . "Die dann teils völlig überhöhte Versicherungsprämie muss man vor Ort bezahlen. Dafür erhält man die Polizze", erklärt der ÖAMTC-Chefjurist. "Der damit 'erkaufte' Versicherungsschutz beschränkt sich allerdings auf die meist sehr niedrigen nationalen Deckungssummen."Die Versicherungskarte kann bei der eigenen Haftpflichtversicherung kostenlos angefordert werden. "Allerdings ist die Gültigkeit auf ein Jahr beschränkt und muss immer wieder erneuert werden", weiß Haupfleisch. Manche Versicherungen, wie die vom ÖAMTC angebotene SK-Versicherung schicken ihren Kunden regelmäßig automatisch die Grüne Karte zu.Auch das "alte" A-Pickerl hat trotz Europäischer Union noch lange nicht ausgedient. "Der Aufkleber ist dann nötig, wenn kein 'neues' EU-Kennzeichen am Fahrzeug angebracht ist ", so der ÖAMTC-Chefjurist. Bei Fahrten außerhalb der EU empfiehlt der ÖAMTC ein A-Pickerl zusätzlich zum EU-Kennzeichen anzubringen.
 
Bei Problemen mit den lokalen Behörden sind die Juristen des ÖAMTC unter der Nummer des Schutzbrief-Notrufes +43 (0)1 25 120 00 auch aus dem Ausland rund um die Uhr erreichbar. Für Rechtsfragen stehen die Experten der ÖAMTC-Rechtsberatung unter (01) 71199 - 1530 oder E-Mail: office@oeamtc.at hilfreich zur Seite. Weitere Informationen zu allen Länderbestimmungen findet man auf der Homepage des Clubs unter www.oeamtc.at/reise .
 
Quelle: ÖAMTC

Grüne Karte dient als internationale Versicherungskarte

Wo Pflicht, wo Kür - für Türkei ist die "Große Grüne Karte" erforderlich

Der Weg zur Grünen Karte

A-Pickerl noch immer im Dienst

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