Nach Italien grüne Versicherungskarte mitnehmen

Sonst drohen empfindliche Strafen

600 Euro Strafe, weil die Grüne Versicherungskarte bei einer Verkehrskontrolle in Italien nicht oder nicht in aktueller Version vorgezeigt werden konnte - solche Fälle beschäftigen derzeit die ÖAMTC-Rechtsberatung. Clubjuristin Verena Pronebner stellt klar: "Es gibt keine Verpflichtung, die Grüne Karte mitzuführen. Denn innerhalb der EU ist grundsätzlich das Kfz-Kennzeichen ausreichend, um zu belegen, dass eine gültige Versicherung besteht. Die Bestrafungen sind daher rechtswidrig."

Obwohl außerdem ein Erlass des italienischen Innenministeriums ausdrücklich festschreibt, dass Strafen wegen einer fehlenden oder abgelaufenen Grünen Karte nicht zulässig sind, kommt es immer wieder zu Kontrollen und (ungerechtfertigten) Bestrafungen. "Um Missverständnisse vor Ort, hohe Geldstrafen bzw. langwierige Rechtsprozesse zu vermeiden, empfehlen wir dringend, die aktuelle Grüne Karte im Auto zu haben", so Pronebner. Sollten Unklarheiten bei einer Verkehrskontrolle im europäischen Ausland auftreten, sind die Club-Juristen für Mitglieder kostenlos und rund um die Uhr unter der Nummer der ÖAMTC-Schutzbrief-Nothilfe +43 / 1 25 120 00 erreichbar.

Ein Vorteil der Mitnahme ist auch, dass man die Versicherungsdaten bei einem Unfall leichter austauschen kann. Die Grüne Karte bekommt man entweder automatisch von der Haftpflichtversicherung zugeschickt oder man kann sie dort kostenlos anfordern. Eine Verpflichtung zur Mitnahme der Grünen Karte gibt es in folgenden Ländern: Albanien, Bosnien-Herzegowina, Weißrussland, Mazedonien, Montenegro, Moldawien und Ukraine.

Abschließend noch ein aktueller Fall aus der ÖAMTC Rechtsberatung:

Clubmitglied Gerhard G. gerät im April dieses Jahres in eine Verkehrskontrolle in Italien. Er wird aufgefordert, das § 57a-Prüfgutachten und die Grüne Versicherungskarte vorzulegen. Das Gutachten hat er dabei und auch die Grüne Karte aus dem Vorjahr. Weil er jedoch kein aktuelles Exemplar vorweisen kann, wird er von der Polizei an der Weiterfahrt gehindert: er muss das Auto an Ort und Stelle stehen lassen und in Folge die Abschleppung zahlen (etwa 250 Euro). Sein Fahrzeug bekommt er nur gegen Vorlage der aktuellen Grünen Karte wieder - die Besorgung dauert allerdings zwei Tage und er muss auch für die Hotelübernachtung aufkommen (etwa 200 Euro). Als Strafe soll Gerhard G. nochmals 600 Euro zahlen. Insgesamt entstehen ihm durch das Fehlen der aktuellen Grünen Karte Gesamtkosten von fast 1.000 Euro. Mit Hilfe der ÖAMTC-Juristen kämpft er derzeit um deren Erstattung.

Quelle: ÖAMTC

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