Ärger im Italien-Urlaub : Städte teilweise mit Fahrverbot-Zonen

zona traffico limitato darf (zeitweise) nur mit Sondergenehmigung befahren werden

Viele Italienurlauber sind zurzeit richtig verärgert. Grund dafür sind gesalzene Strafmandate , die sie aus Italien erhalten haben. Tatbestand ist das unbefugte Einfahren in eine " zona traffico limitato " (ZTL), eine verkehrsberuhigte Zone, wie sie in vielen italienischen Städten zu finden ist. Viele suchen Rat beim ÖAMTC, weil sie nicht wissen, ob die Strafe gerechtfertigt ist - und was nun weiter zu tun ist. So auch Clubmitglied Markus G., der mit dem Auto in Pisa unterwegs war. Als Italienkenner wusste er von den Fahrverbotszonen in der Stadt und hielt nach Schildern Ausschau. In einer schmalen Gasse musste er einen Torbogen durchfahren, plötzlich befand er sich unmittelbar vor einer ZTL . "Herrn G. war es unmöglich zu wenden, hinter ihm hupten die nachfolgenden Autos, vor ihm war die Fahrverbotszone. Er fuhr also hinein und wurde prompt dabei fotografiert", beschreibt ÖAMTC-Juristin Verena Pronebner. Eine Strafe über 115 Euro wurde Herrn G. später als Reiseandenken nachgeschickt.
 
Die ÖAMTC-Touristikerin Silvie Bergant und die ÖAMTC-Juristin Verena Pronebner fassen die wichtigsten Informationen rund um die Fahrverbotszonen in italienischen Städten zusammen:
 
"Eine zona traffico limitato ist eine gekennzeichnete, begrenzte Verkehrszone, in die ausschließlich Fahrzeuge mit einer Sondergenehmigung einfahren dürfen ", erklärt ÖAMTC-Touristikerin Silvie Bergant. Es gibt sie in von Touristen gerne besuchten Städten wie: Arezzo, Bologna, Bozen, Florenz, Genua, Mailand, Pisa, Rom, Triest, Turin, Verona und vielen mehr. Innerhalb der ZTL besteht entweder ein generelles oder ein auf bestimmte Tageszeiten beschränktes Fahrverbot. Erkennbar ist eine ZTL durch Verkehrstafeln mit einem Fahrverbotszeichen und der Aufschrift "zona traffico limitato". Die genauen Zeiten des Fahrverbots sind entweder unter dem Fahrverbotszeichen angebracht oder finden sich auf einer Zusatztafel . Eventuelle Ausnahmen (italienisch: "eccetto") werden durch Zusatzzeichen angezeigt.
 
In den meisten Städten sind bei Beginn der ZTL Überwachungskameras angebracht. Die Kennzeichen aller Fahrzeuge werden fotografiert. Dabei wird automatisch überprüft, ob eine Einfahrtsgenehmigung für das Kennzeichen vorhanden ist. In kleineren Gemeinden wird die Zufahrt durch die Polizei kontrolliert. "Wer übrigens nicht nur in eine ZTL einfährt, sondern dort auch parkt, zahlt gleich noch mehr", sagt die ÖAMTC-Touristikerin.
 
Hotelgäste brauchen eine temporäre Einfahrtsgenehmigung , wenn ihr Hotel innerhalb einer ZTL liegt. Dazu informiert man das Hotel, dass man mit dem Auto anreist und eine Einfahrtsgenehmigung benötigt. Das Hotelpersonal muss dann Aufenthaltszeit und Kennzeichen rechtzeitig bei der Behörde registrieren lassen. "Einige Clubmitglieder berichten, dass trotz Zusage das Hotel die Registrierung 'vergessen' hat", erzählt Bergant. Um Ärger zu vermeiden, sollte man auch überprüfen, ob das Hotel das - korrekte - Kennzeichen bei der Behörde gemeldet hat.
 
Was ist zu tun, wenn man unerlaubterweise in eine ZTL gefahren ist
 
Wer direkt vor Ort einen Strafzettel erhält, sollte den Strafzettel genau überprüfen. "Sind auf dem Strafzettel keine Überweisungsdaten , also BIC und IBAN , angegeben, sollte man versuchen, an der örtlichen Polizeistation die Strafe zu begleichen oder die fehlenden Daten zu erhalten", rät ÖAMTC-Juristin Verena Pronebner. Erreicht man vor Ort niemanden, kann man nur zuwarten, bis eine Zustellung der Strafe zu Hause in Österreich erfolgt. Die Zustellung eines Strafbescheides ins Ausland muss binnen 360 Tagen nach Übertretungszeitpunkt erfolgen . Andernfalls ist die Strafe verjährt und kann mit Einspruch bekämpft werden. So geschehen im geschilderten Fall des Wieners Markus G. "Er hat die Strafe exakt am 361. Tag zugestellt bekommen - die Strafe ist daher verjährt", erklärt Pronebner. Derzeit können nicht bezahlte italienische Strafen in Österreich nicht zwangsweise eingetrieben werden. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass ab 2010 alte, nicht bezahlte italienische Strafen in Österreich vollstreckt werden. In Italien selbst können offene Geldstrafen fünf Jahre lang eingefordert werden. "Wer beim nächsten Urlaub in Italien von der Polizei aufgehalten wird, muss sogar mit einer Verdoppelung der Strafe rechnen", sagt die ÖAMTC-Juristin.
 
Informationen zum Thema "Fahrverbote in Italien" und Strafen im Ausland
 
Die ÖAMTC-Rechtsberatung hat gemeinsam mit der ÖAMTC-Touristik einen Informationsfolder zum Thema "zona traffico limitato" erstellt. Dieser kann unter www.oeamtc.at/reiseratgeber downgeloaded werden.
 
Bei Problemen vor Ort sind die ÖAMTC-Juristen unter der Nummer des Schutzbrief-Notrufes +43 (0)1 25 120 00 rund um die Uhr erreichbar und stehen sofort mit Rat zur Seite.

Bei Fragen und Unklarheiten zu Strafbescheiden aus dem Ausland steht die ÖAMTC-Rechtsberatung für alle Clubmitglieder unter +43 (0) 1 71199 - 1530 zur Verfügung.

Quelle: ÖAMTC

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