Hohe Verkehrsstrafen in Kroatien(Bildquelle: Pixabay.com / milivanily)

Hohe Verkehrsstrafen in Kroatien

Die Strafen können auch in Österreich zwangsweise eingetrieben werden.

Der ÖAMTC warnt in einer Aussendung, dass in Kroatien mit 1. August 2019 die Strafen für viele Delikte im Straßenverkehr teilweise drastisch erhöht wurden. Reisende sollten daher besonders vorsichtig sein. "Im Wiederholungsfall kann das Fahrzeug beschlagnahmt und ein vorläufiges Fahrverbot vor Ort verhängt werden", warnt ÖAMTC-Juristin Verena Pronebner. Der kroatische Gesetzgeber begründet die Verschärfung mit der hohen Anzahl schwerster und tödlicher Unfälle. Die Zahl der tödlichen Unfälle in Kroatien pro eine Million Einwohner lag 2018 mit 77 Todesopfern weit über dem EU-Durchschnitt (49). Nachfolgend ein Überblick über die erhöhten Strafsätze (umgerechnet in Euro):

Geschwindigkeitsüberschreitung innerorts:
20 bis 30 km/h: 135 Euro
30 bis 50 km/h: 405 bis 950 Euro
mehr als 50 km/h: 1.350 bis 2.700 Euro oder Freiheitsstrafe bis zu 60 Tagen

Geschwindigkeitsüberschreitung außerorts:
10 bis 30 km/h: 68 Euro
30 bis 50 km/h: 270 Euro
mehr als 50 km/h: 675 bis 2.030 Euro

Rotlichtverstoß und Nichthalten an Fußgängerübergang:
405 bis 950 Euro

Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss:
405 bis 2.700 Euro oder Freiheitsstrafe bis zu 60 Tagen

Handyverstoß und Verstoß gegen die Helmpflicht beim Motorrad:
135 Euro

Offene Strafen aus dem EU-Ausland - so auch aus Kroatien - können in Österreich zwangsweise eingetrieben werden. Daher sollten ausländische Strafzettel keinesfalls ignoriert werden, warnt die ÖAMTC-Juristin. Auch bei der Wiedereinreise nach Kroatien ist die Einforderung der Strafe möglich. ÖAMTC-Mitglieder, die einen kroatischen Strafzettel erhalten, können sich kostenlos an die Rechtsberatung des Clubs wenden.