Reisen mit Luxuszügen in aller Welt

Von einigen Stunden bis zu mehreren Tagen

Eine der schönsten Varianten, um die Welt zu entdecken - wenn das Auto einmal in der Garage bleiben darf -, ist die Fahrt mit exklusiven Zügen. Die Reisen dauern von einigen Stunden bis zu mehreren Tagen. Neben der herrlichen Landschaft - es geht z.B. durch Bergwelten, Wüstenregionen oder nordische Landschaften - sind auch die Züge selbst ein Erlebnis. In bequemen Schlafwagen, Aussichtswagen mit riesigen Fenstern oder in nostalgischen Speisewagen, erlebt man das Panorama wie im Film. Hier einige Beispiele:

Eine der populärsten Bahnreisen in Asien ist die Fahrt in Indien mit dem Deccan Odyssey zwischen Kolkata und Mumbai. Der königsblaue Luxuszug ist vielfach prämiert und gilt als einer der schönsten Züge. Er bietet den Gästen hohen Komfort mit großen Schlafkabinen. Zum kulinarischen Angebot in den zwei Restaurantwagen gehört auch die internationale Küche. Dazu kommen ein Fitnessraum, eine Sauna und ein Spa, in dem man auch Ayurveda-Massagen genießen kann.

Seit 2010 haben Indien-Fans eine weitere Möglichkeit, um die vielen unterschiedlichen Seiten des Landes kennenzulernen. Der Luxuszug Maharajas Express erhielt sechsmal in Folge den Titel "World's Leading Luxury Train". Die exklusiven Züge durchqueren Indien auf vier unterschiedlichen Routen, mit einer Dauer zwischen vier und sieben Tagen. Insgesamt stehen den maximal 88 Passagieren vier Kabinentypen zur Wahl. Ein besonderes kulinarisches Angebot genießen die Gäste in zwei Restaurants, dazu kommen die Safari Bar und die Rajah Club Lounge.

Eine besondere Nähe zu den Rocky Mountains verspricht eine Fahrt mit dem Rocky Mountaineer. Der Zug fährt stets bei Tageslicht und durchquert mit dem Auto unzugängliche Regionen. Insgesamt stehen drei Routen zur Auswahl: "Rainforest to Gold Rush", "Journey through the clouds" und "First Passage to the West". Alle beginnen in Vancouver und führen nach Jasper, Lake Louise oder Banff. Für eine ungestörte Sicht auf die Berg- und Tierwelt sorgen Panoramafenster. In der Golden-Leaf-Klasse ermöglichen die zweistöckigen Waggons mit ihren Glaskuppeln eine Rundum-Sicht. Ein weiteres Highlight ist die offene Aussichtsplattform am Ende des Zuges.

Mit etwas Glück zeigt sich auf einer Fahrt mit dem Golden Eagle Arctic Explorer ein beeindruckendes Naturphänomen: das Polarlicht. Die Route, auf der die Reisenden das Ambiente der Zarenzeit spüren, führt über den Polarkreis in den hohen Norden Russlands. Die klassische Strecke startet in St. Petersburg, weitere Stationen sind Murmansk und Suzdal, das Ziel ist Moskau. Zum Programm gehört auch ein zweitägiger Busausflug ins norwegische Kirkenes.

Im Glacier Express genießen die Gäste seit diesem Frühjahr in der neuen Excellence Class höchsten Komfort. An den komfortablen Loungeplätzen mit uneingeschränktem Ausblick auf die Schweizer Hochalpen sorgt ein Concierge für das Wohl der Gäste. Die erstklassige Speisekarte der Bordküche und die Glacier Bar perfektionieren die einmalige achtstündige Fahrt durch die spektakuläre Alpenlandschaft. Auf seinem Weg von St. Moritz nach Zermatt überquert der langsamste Schnellzug der Welt 291 Brücken und durchfährt 91 Tunnels.

1929 rollte der Al Andalus erstmals über die Gleise. Die ersten Fahrgäste stammten aus dem britischen Königshaus. Auch in der Folgezeit reiste die Königsfamilie immer wieder von Calais am Ärmelkanal bis an die Cote d'Azur. Heute durchquert der im Jahr 2012 restaurierte Zug mit den historischen Wagen Spanien auf zwei Routen. Die Passagiere haben die Wahl aus drei Kabinentypen, zudem bieten vier Salonwagen und eine Pianobar genug Platz zur Entspannung. Für einen ungestörten Schlaf bleibt der Al Andalus nachts an den Bahnhöfen stehen.

Eine exklusive Möglichkeit Nordspanien kennenzulernen, haben Reisende mit dem El Transcantábrico. Der Luxuszug ist auf der Strecke zwischen Santiago de Compostela und San Sebastian unterwegs. Er präsentiert sich als rollendes Fünf-Sterne-Hotel mit Pullman-Wagen aus den 1920er Jahren. Die Gäste wohnen in holzgetäfelten Suiten mit zwei Zimmern und eigenem Badezimmer. Tagsüber sind Ausflüge im Angebot, abends wartet ein Unterhaltungsprogramm. Über Nacht wird die achttägige Fahrt immer in einem Bahnhof unterbrochen.

Der historische Luxuszug Blue Train durchquert Südafrika und bietet ein unvergleichliches Ambiente. Den "Palast auf Rädern", wie der Zug in den 1920er Jahren hieß, buchen selbst Hochzeitsreisende oder berühmte Persönlichkeiten. Der blaue Zug verkehrt auf der historischen Strecke zwischen Kapstadt und Pretoria sowie bis zum Kruger Nationalpark. Auf Spezialreisen geht es auch zu den Victoriafällen, nach Durban oder Port Elizabeth. In den Suiten bieten Klimaanlagen, Fußbodenheizung und ein Unterhaltungsprogramm höchsten Komfort.

Im südlichen und östlichen Afrika bietet Rovos Rail die Chance, ganz ohne Jeep auf Safari zu gehen. Zur Wahl stehen für die Fahrt mit der Pride of Africa Reisen von drei bis 19 Tagen, die längste führt über 6.000 Kilometer von Kapstadt nach Dar es Saalam in Tansania. Seit Juli 2019 gibt es ein neues Highlight: Quer durch das Herz Afrikas führt die neue Route von einem Ozean bis zum anderen. Dabei besuchen die Reisenden Angola, Kongo, Sambia und Tansania.

Eine Reise durch das australische Outback zählt für viele Urlauber zu den Must Sees. Stressfreier als im Allradfahrzeug erfüllt der The Ghan diesen Herzenswunsch. Hier lehnt man sich bequem zurück, während die einzigartige Landschaft von Down Under vorbeizieht. Die Route des Zuges führt über fast 3.000 Kilometer einmal quer durch den Fünften Kontinent von Adelaide nach Darwin. Die Nord-Süd-Verbindung existiert bereits seit 1929. Für die viertägige Fahrt sind verschiedene Klassen buchbar.