Neuer Reisepass : Formalitäten und Wartezeit

Umstieg auf neuen Pass ist nicht zwingend erforderlich

Äußerlich ändert sich auf den ersten Blick nichts, nur an einem kleinen goldenen Zeichen und dem etwas dickeren Einband ist der neue Sicherheitspass erkennbar. Seit 16. Juni wird der neue Reisepass mit Chip und gedrucktem Foto ausgegeben. Wer noch einen gültigen Reisepass hat, für den ist der Umstieg aber nicht zwingend.
 
Bitte (nicht) lächeln : Für den neuen Pass ist zwar nur mehr ein Passfoto nötig, das Bild darf dafür aber maximal sechs Monate alt sein und muss den Passinhaber von vorne mit unverdeckten Augen und neutralem Gesichtsausdruck zeigen. Mehr Infos dazu unter www.passbildkriterien.at .
 
Wartezeit von fünf Werktagen : Der neue Pass kann wie bisher - unabhängig vom Wohnsitz - bei den Bezirkshauptmannschaften, Magistraten und dazu berechtigten Gemeinden beantragt werden. Innerhalb von fünf Arbeitstagen wird dieser auf dem Postweg per Rückscheinbrief (RSb) zugestellt. Diese Bearbeitungsdauer sollten vor allem kurzentschlossene Reisende beachten.

Wenn es schnell gehen muss : Für besonders dringende Fälle werden weiterhin zeitlich befristete Notpässe (z.B. für die Dauer einer Reise) direkt bei der Passbehörde ausgestellt. Außerdem kann ein Expresspass, der wie der Sicherheitspass zehn Jahre gültig ist, für Erwachsene beantragt werden (kostet aber 100 Euro).

Kinder allein unterwegs : Kinder können bis zur Vollendung des 12. Lebensjahres gegen Kosten von 26 Euro in den Reisepass mit eingetragen werden. Das Kind kann dann allerdings nur mit jener Person reisen, in deren Pass es eingetragen ist. "Wir raten auch für Kinder einen eigenen Pass ausstellen zu lassen. Der neue Kinderpass kostet 26 Euro statt bisher 69 Euro", sagt ÖAMTC-Touristikerin Erika Kabourek. Grund für diese Empfehlung sind regelmäßige Fälle, wo Kinder im Pass der Eltern eingetragen sind und den Sommerurlaub aber zum Beispiel mit den Großeltern verbringen. Hier endet die Reise zumeist beim Check-in oder bei einer Passkontrolle. "Wie unsere Kollegen aus der Schutzbrief-Nothilfe berichten, kann es im schlimmsten Fall auch passieren, dass Kinder ohne eigenes Reisedokument nicht rückgeholt werden dürfen", so Kabourek.

Wechseln muss keiner : "Bis zum Ablaufdatum kann der bisherige Reisepass verwendet werden", beruhigt die ÖAMTC-Touristikerin.

Wie das Bundesministerium für Inneres auf einer eigenen Plakatserie hinweist, muss der neue Reisepass wegen des integrierten Chips aber auch "richtig behandelt" werden. Starkes Biegen oder Falten des Passes soll vermieden werden, von einer Aufbewahrung in der Hosentasche wird abgeraten. Ebenso sollte der Pass keinen extremen Temperaturen und keinem Druck ausgesetzt werden. Laut BMI stellen Röntgengeräte, Flughafengepäckskontrollen oder Magnete kein Problem dar. Sollte der Chip bei einer Grenzkontrolle nicht auslesbar sein, ist er laut internationalen Vereinbarungen dennoch gültig.

Wird der Reisepass im Ausland verloren oder gestohlen : Sofort nach Bemerken bei der nächsten Polizeidienststelle eine Verlust- oder Diebstahlsanzeige machen. "Bei der österreichischen Vertretungsbehörde kann man sich einen kurzfristigen Reisepass für die Heimreise ausstellen lassen", erklärt Kabourek. Die Mitarbeiter der ÖAMTC-Schutzbrief-Nothilfe stehen in Not geratenen Mitgliedern in dieser Situation unter Tel. +43 1 25 120 00 zur Seite. Wieder daheim, gehört der Verlust dann nochmals polizeilich gemeldet und das neue Dokument beantragt.

Quelle: ÖAMTC

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