Teurer Spaß: Verkehrsstrafen im Ausland

Die Strafe gleich vor Ort zu bezahlen, ist in der Regel am billigsten.

Eine Autoreise kann sehr teuer werden, wenn man die Verkehrsbestimmungen im Urlaubsland nicht genau kennt bzw. wissentlich dagegen verstößt. Nachfolgend ein paar Beispiele für ausländische Verkehrsstrafen bei bestimmten Delikten:

Alkohol am Steuer
Generell drohen überall drastische Folgen bei Fahrten unter Alkoholeinfluss. Wird man in der Slowakei alkoholisiert von der Polizei angehalten, kann man, auch ohne einen Unfall verursacht zu haben, festgenommen werden. Generell drohen bei Überschreitung der (meist 0,5) Promillegrenze hohe Strafen - in Deutschland, Italien oder Spanien z.B. 500 Euro aufwärts.

Fahren ohne Gurt
Wer den Gurt nicht anlegt, kann in Spanien mit einer Strafe ab 200 Euro rechnen. In Slowenien kostet der fehlende Gurt 120 Euro.

Telefonieren am Steuer
Wer während der Fahrt ohne Freisprecheinrichtung telefoniert, muss mit saftigen Strafen rechnen. So sind in Frankreich mindestens 135, in Italien 165 Euro und in Spanien mindestens 200 Euro fällig.

Überhöhte Geschwindigkeit
Auch bei Verstößen gegen Tempolimits muss man tief in die Geldtasche greifen. So kosten Überschreitungen von 20 km/h z.B. in Italien mindestens 175 Euro (nachts sogar nochmal ein Drittel mehr) und in der Schweiz umgerechnet ab 160 Euro.

Ignorieren einer roten Ampel
Der Strafrahmen für das "Überfahren" einer roten Ampel reicht in Deutschland von 90 bis 360 Euro. In Slowenien kostet das Delikt 300 Euro und in der Schweiz umgerechnet rund 220 Euro.

Falschparken
Wer sein Fahrzeug nicht ordnungsgemäß parkt, für den wird es in einigen Ländern recht teuer. Fürs Falschparken wird man in Spanien mit bis zu 200 Euro gestraft, in Ungarn sogar bis rund 315 Euro. Aber nicht nur Parken an unerlaubter Stelle, sondern auch ohne Ticket kann teuer werden: So melden sich immer wieder Mitglieder beim ÖAMTC, die plötzlich Forderungen über ca. 200 Euro bekommen, weil sie vor Jahren ohne Ticket in Kroatien geparkt haben.

Generell raten die Club-Juristen dazu, Strafen gleich vor Ort zu bezahlen, weil dies in der Regel am billigsten ist. In manchen Ländern werden bei rascher Bezahlung erhebliche Rabatte gewährt. So wird z.B. in Spanien bei Bezahlung der Strafe innerhalb von 20 Tagen nur der halbe Betrag fällig. In Italien ist ein Nachlass von 30 Prozent bei Begleichung binnen fünf Tagen ab Zustellung möglich - wird die Strafe hingegen nicht innerhalb von 60 Tagen bezahlt, verdoppelt sich der zu zahlende Betrag. Offene Strafen aus dem EU-Ausland können auch in Österreich zwangsweise eingetrieben werden. Daher sollten ausländische Strafzettel keinesfalls ignoriert werden. Auch bei der Wiedereinreise in das Urlaubsland ist die Einforderung der Strafe möglich.

ÖAMTC-Mitglieder, die einen ausländischen Strafzettel erhalten, können sich kostenlos an die Rechtsberatung des Clubs wenden. Sämtliche Verkehrsbestimmungen und weitere Infos zu den verschiedenen Ländern findet man in der Länder-Info des ÖAMTC .

Quelle: ÖAMTC