E card urlaub 2(Bildquelle: Pixabay.com / janjf93)

Die e-card ist auch in vielen Urlaubsländern gültig

Vor der Abreise überprüfen, ob auf der blauen Seite der e-card alle Felder ausgefüllt sind.

Beim Packen für den Sommerurlaub sollte man keinesfalls auf die e-card vergessen. Mit ihr ist man nicht nur in Österreich, sondern auch in den meisten europäischen Ländern krankenversichert. Möglich macht das die Europäische Krankenversicherungskarte (EKVK), die sich auf der Rückseite (blaue Seite) der Karte befindet.

Bei notwendigen Behandlungen an einem österreichischen Urlaubsort ist es wichtig, dass man die e-card beim Vertragsarzt oder im Krankenhaus vorweist und bekanntgibt, dass man sich im Urlaub befindet. Dann besteht keine Gefahr, dass die Quartalsregelung verletzt wird. Diese sieht vor, dass pro Quartal ein praktischer Arzt, drei Fachärzte und beliebig viele Zahnärzte, die einen Vertrag mit den jeweiligen Gebietskrankenkassen haben, konsultiert werden können.

Wer sich im Ausland verletzt oder erkrankt, soll die Europäische Krankenversicherungskarte (EKVK) vor der Behandlung vorweisen. Akzeptiert wird die EKVK in der gesamten EU sowie in der Schweiz, Bosnien-Herzegowina, Serbien, Montenegro, Mazedonien, Norwegen, Island und Liechtenstein. Für Reisen in die Türkei muss man sich vor der Reise einen Urlaubskrankenschein besorgen. Dieser ist bei der Arbeitsstelle oder beim jeweiligen Krankenversicherungsträger (etwa der Wiener Gebietskrankenkasse) erhältlich.

Um sicherzugehen, dass Behandlungen im Ausland über die EKVK abgerechnet werden können, sollte vor der Abreise überprüft werden, ob auf der blauen Seite der e-card alle Felder ausgefüllt sind. Sollten hier nur Sternsymbole zu sehen sein, ist die EKVK nicht gültig. In diesem Fall muss vor dem Reiseantritt eine provisorische Ersatzbescheinigung beim jeweiligen Krankenversicherungsträger beantragt werden. Bei der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) sollte die Ersatzbescheinigung ein bis zwei Wochen vor dem Urlaubsantritt angefordert werden.

Wer in einem Land, in dem die EKVK gilt, akut erkrankt, hat das Recht, so behandelt zu werden wie eine dort sozialversicherte Person. Da die ausländischen Sozialversicherungen aber nicht immer dieselben Leistungen wie österreichische zahlen, kann es im Fall des Falles zu unangenehmen Überraschungen kommen. So decken beispielsweise in vielen anderen Ländern die regionalen Versicherungen Zahnbehandlungen mit einem weit geringeren Prozentsatz ab als in Österreich.

Wichtig ist, dass die blaue Seite der e-card noch vor Beginn der Behandlung im Ausland vorgewiesen wird. Sollten Hotelangestellte einen Arzt rufen, sollte der Patient vorher darauf hinweisen, dass er von einem Vertragsarzt behandelt werden möchte. Gibt es vor Ort keine Vertragsärzte und erfolgt die Behandlung durch einen Privatarzt, ist es wichtig, eine detaillierte Rechnung (falls möglich auf Deutsch oder Englisch) ausstellen zu lassen. Auf dieser müssen alle Leistungen, Medikamente, Heilbehelfe etc. samt ihren Preisen einzeln angeführt sein. Zurück in Österreich kann man die bezahlte Rechnung bei seiner Krankenkasse einreichen. Die ausländische Wahlarztrechnung wird in Folge wie die eines österreichischen Privatmediziners behandelt, und die Betroffenen erhalten 80 Prozent der heimischen Tarifhonorare zurück.

Wird am Urlaubsort ein Krankenhausaufenthalt notwendig und ist eine Verrechnung mittels EKVK nicht möglich, erhalten die Patienten im Jahr 2018 einen Pflegekostenzuschuss von maximal 235,21 Euro pro Tag.

Urlauber, die zusätzliche Kosten durch ärztliche Behandlungen vermeiden möchten, sollten eine private Reisekrankenversicherung abschließen, die meist wenig Geld kostet. Viele Leistungen für Krankheitsfälle im Urlaub sind oft auch über Zusatzangebote von Kreditkartenfirmen oder Automobilklubs gedeckt.

Quelle: WGKK