Deckmantel Umweltschutz: Autofahrer sollen noch mehr zahlen

Die Autofahrer sollen zukünftig noch stärker belastet werden - alles unter dem Deckmantel des Umweltschutzes.

In dem von Verkehrsminister Hofer jetzt vorgelegten "Sachstandsbericht Mobilität" werden 50 Maßnahmen vorgeschlagen, die vor allem das Autofahren massiv verteuern. So würde jeder österreichische Pkw-Haushalt bis zu 936 Euro pro Jahr mehr an Mineralölsteuer (MÖSt) und motorbezogener Versicherungssteuer zahlen. Dazu kommen Road Pricing mit geschätzten Zusatzkosten pro Pendler von rund 1.000 Euro pro Jahr, die Einführung von City-Mauten und Verteuerungen bei der NoVA. Außerdem soll die finanzielle Unterstützung für Pendler reduziert werden.

"Insgesamt rechnet der Mobilitätsclub mit Zusatzkosten von rund 3.000 Euro pro Jahr für Berufstätige, die auf das Auto angewiesen sind", sagt Bernhard Wiesinger, Leiter der ÖAMTC Interessenvertretung. "Das ist nicht hinnehmbar. Damit wird von arm zu reich und vom Land in die Stadt umverteilt. Denn sozial Schwache können sich kein teures E-Auto leisten, und am Land existieren keine realistischen Alternativen zum Auto."

Die Maßnahmen werden unter dem Mantel des Umweltschutzes vorgeschlagen, jedoch ohne dass damit auch nur ein Gramm CO2 eingespart wird. Lediglich den Autofahrern in Österreich wird wieder einmal tiefer in die Tasche gegriffen. Die Erderwärmung wird dennoch munter weiter gehen, weil Autofahrten nur zu einem sehr geringen Teil dafür verantwortlich sind. Ein Vergleich: Für einen Flug von Wien via München nach Madrid entstehen 404,67 Kilogramm CO2-Ausstoß pro Passagier. Ein Auto mit rund 115 g CO2-Ausstoß pro Kilometer kann somit 3518 Kilometer weit fahren, um auf den gleichen CO2-Ausstoß zu kommen. Das entspricht einer durchschnittlichen Fahrleistung von 2 bis 3 Monaten. Zu den größten Umweltverschmutzern gehören übrigens Fracht- und Kreuzfahrtschiffe, die mit Schweröl betrieben werden. So stoßen die 15 größten Schiffe der Welt jährlich ungefähr so viel schädliche Schwefeloxide aus wie alle Autos weltweit zusammen.