Entwicklung der Autos zwischen Upsizing und Downsizing

Bei der Entwicklung von Autos hat sich in den letzten 40 Jahren viel getan. Die Autos werden immer sicherer, aber auch immer größer - die Motoren dafür immer kleiner.

Gerade jetzt, wo die Oldtimer-Saison wieder startet und die alten Lieblinge wieder auf der Straße zu sehen sind, merkt man, wie radikal sich die Autos in den letzten 40 Jahren verändert haben. Vor ein paar Jahrzehnten hat es fast schon unzählig viele Automarken gegeben, an die man sich heute nur noch dunkel erinnern kann. Die automobile Landschaft wird heute von wenigen Konzernen geprägt, die viele Marken unter einem Dach vereinen.

So kommt es auch, dass es zwar weniger Marken gibt, pro Marke das Angebot aber oft deutlich gewachsen ist. Auch wenn sich viele Autos heute ähnlich sind und mit Sicherheit nicht mehr so emotional betrachtet werden können wie früher, so hat sich vieles auch zum Guten gewandelt.

Moderne Autos bieten heute einen Sicherheitsstandard, der vor 40 Jahren noch undenkbar war. Hätte man damals jemandem von Airbags, adaptiven Tempomaten und automatisch einparkenden Autos erzählt, man wäre für verrückt erklärt worden.

Auf der anderen Seite sind unsere Autos auch von Generation zu Generation gewachsen und komplizierter geworden. Früher konnte jeder Laie mit wenigen Handgriffen eine Scheinwerferlampe austauschen, heute benötigt man dazu fast einen Doktortitel in Elektrotechnik und eine Stunde Zeit, um das gleiche Werk zu vollbringen.

Zudem sind unsere Autos auch massiv gewachsen, die Platzverhältnisse auf Straßen und Parkplätzen sind jedoch nicht mit gewachsen bzw. jetzt oftmals sogar schlechter als früher. Während zum Beispiel ein Opel Kadett aus dem Baujahr 1979 unter 4 Meter lang war, kommt sein heutiger Nachfolger, der Astra, auf eine Länge von 441 cm - so groß war damals nicht einmal Opels Mittelklassemodell Ascona, das mit 432 cm fast 10 cm kleiner war.

Mehr Platz hat man in den Autos dennoch nicht, dafür wesentlich mehr Schalter und Funktionen. Der heutige Opel Astra vereint in seinem Lenkrad schon fast mehr Funktionen wie der damalige Kadett im ganzen Armaturenbrett nicht hatte.

Dafür ist die Breite eines Garagenparkplatzes mit 230 cm heute genau so groß bemessen wie vor 30 Jahren. Um die Kassen der Reparaturwerkstätten gut zu füllen, verzichten die Hersteller dafür heute weitgehend auf Seitenschutzleisten, die früher den Türkontakt des nebenan parkenden Autos gelindert haben.

Während der Trend also zu immer größer werdenden Autos geht, werden auf der anderen Seite die Motoren immer kleiner. So aberwitzig die V8-Motoren der Benzinkrisen-Ära in den 70er -Jahren waren, die teilweise auf nur noch 98 PS gekommen sind, so niedlich kann man heute die Motörchen empfinden, die sich in manch ausgewachsenem Auto wieder finden.

Egal ob Kompaktklasse mit 1,0 Liter Hubraum und 3-Zylinder-Motor oder Luxusklasse mit einem 4-Zylinder-Diesel, "je kleiner desto besser" ist heute das Motto. Dass Hubraum nur durch noch mehr Hubraum ersetzt werden kann, gehört der Vergangenheit an. An leisen Abenden hat man das Gefühl, dass die Amerikaner so laut schluchzen, dass man sie noch bei uns hören kann, weil sie jetzt statt in ihrem geliebten V8 nur noch in einem Eco-4-Zylinder um den Block fahren können.

Dabei bleibt die Frage offen, ob die 1,0 Liter 3-Zylinder nach 250.000 Kilometer noch so eine gute Figur machen wie die unverwüstlichen 7,0 Liter V8? Doch Umweltschutz und Normverbrauch dominieren die Entwicklung neuer Motoren, und Langlebigkeit zählt in einer sich so schnell ändernden Welt ohnedies nicht mehr, wo statt repariert nur noch weggeworfen wird.

Was bleibt, sind die Erinnerungen an Zeiten, als Autos vielleicht nicht so perfekt waren wie heute - und garantiert auch nicht so sicher - dafür aber mit einem markanten Design und einem blubbernden V8 die Mundwinkel Richtung Ohren wandern ließen.

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