Ear 2015(Bildquelle: Werk)

European Adventure Rallye - Fahrt mit Young- und Oldtimern quer durch Europa

Acht Tage, 3500 Kilometer und neun Länder

Die European Adventure Rallye ist eine Fahrt mit Young- und Oldtimern quer durch Europa - acht Tage, 3500 Kilometer, neun Länder, unzählige Höhenmeter und wenn möglich keine Autobahn. Die Rallye findet europaweit immer mehr Anhänger. Vom Start in München haben sich vergangenes Jahr über 30 Teams auf den Weg gemacht. Dabei sind die Fahrer strengen Regeln unterworfen. Diese beginnen bereits bei der Wahl des Fahrzeuges, da das Auto bestimmten Kriterien entsprechen muss. Darüber hinaus hat das ganze Event einen Wohltätigkeitscharakter. Das heißt, dass die Teilnehmer in Verbindung mit der Anmeldung eine Summe von 500 Euro für einen guten Zweck spenden müssen. Der Start der diesjährigen Rallye erfolgt am 12. September 2015 in München und das Ziel am 19. September ist Lissabon.

Um an der Rallye teilnehmen zu dürfen, bedarf es einiger Vorbereitungen. Es kann nicht einfach ein beliebiges Fahrzeug gewählt werden, sondern es muss bestimmte Anforderungen erfüllen. Zum Beispiel darf der Wert des Fahrzeuges nicht höher liegen als 1.500 Euro. Um zu gewährleisten, dass diese Summe nicht überschritten wird, ist es sinnvoll, auf einen Gutachter zurückzugreifen. Unternehmen wie wirkaufendeinauto.de informieren über die wichtigsten Daten der Wertermittlung. Zum einen muss das Baujahr des Fahrzeuges angegeben werden, das, um bei der Tour teilnehmen zu dürfen, nicht jünger als 20 Jahre sein darf. Auch der Kilometerstand ist notwendig, um den Wert des Wagens zu ermitteln. Neben diesen Angaben sind auch die Bauform, Modellvariante sowie der Typ des Fahrzeuges von Belang. Nach Abschluss der Rallye, wenn das Fahrzeug nicht mehr benötigt wird, bieten diese Unternehmen außerdem den Ankauf des Wagens an. So kann weiteres Geld gesammelt werden, das im Zuge des Charity-Events zum Spenden zur Verfügung steht. Außerdem benötigt das Fahrzeug eine gültige Straßenzulassung. Des Weiteren darf der Hubraum des Fahrzeuges nicht größer sein als 1,2 Liter.

Vor der Rallye sollten die Teilnehmer ihr Fahrzeug genau unter die Lupe nehmen. Es ist wichtig, dass besonders die Verschleißteile genauer betrachtet werden, denn andernfalls kann es passieren, dass der Wagen auf der Strecke liegenbleibt. Zunächst ist eine Inspektion des Motors notwendig. Keilriemen, Batterie und Tanks sind einer Prüfung zu unterziehen. Dazu kommt auch eine Überprüfung der Zahnriemen und der Zündkerzen. Eine reine äußere Inspektion reicht sicher nicht aus, denn ein Abbruch der Tour, aufgrund eines defekten Fahrzeuges, wäre ein Ärgernis. Es empfiehlt sich außerdem ein Starthilfekabel mitzunehmen, um im Falle einer leeren Autobatterie reagieren zu können und dessen Handhabung auch vorher zu üben. Da die gebrauchten Fahrzeuge einen hohen CO2-Ausstoß haben, müssen die Teilnehmer für das Fahrzeug sowie die gefahrene Strecke einen Ausgleichsbetrag zur Unterstützung von Klimaschutzprojekten zahlen.

Es gibt auch noch weitere Vorschriften, die erfüllt werden müssen. Beispielsweise ist der Gebrauch eines GPS verboten. Das gleiche gilt für den Einsatz eines Navigationsgeräts, denn die Orientierung auf den Straßen darf ausschließlich via Karte und Kompass geschehen. Auch die Nutzung der Autobahn ist nur begrenzt erlaubt. Sicherlich gibt es Strecken, die nur über die Autobahn zu befahren sind, aber die Motivation der Teilnehmer sollte darauf abzielen, lediglich die Landstraßen zu nutzen. Das heißt, dass auch die Mautstraßen größtenteils umfahren werden können. Nichtsdestotrotz ist der Kauf einer zusätzlichen Vignette für die Schweiz zu empfehlen. Die Vignette ist in der Schweiz für 40 Euro erhältlich. Der Kauf einer Kurzzeit-Vignette ist nicht möglich.

Die Route der Adventure Rallye ist nur grob vorgegeben, sodass sich die Teilnehmer selbst den Weg bahnen können. Neben der Strecke gibt es auch Missionen, die zu erfüllen sind. Diese sind im Roadbook näher erläutert, welches den Teilnehmern beim Start ausgehändigt wird. Hier sind von Street-Challenges auf faszinierenden Straßen, "Meet-and-Greet-Points" sowie Hinweisen zu den offiziellen Rallye-Partys alle notwendigen Informationen enthalten. Hintergedanke ist, dass eben nicht alle Teilnehmer die gleiche Strecke nutzen, sondern sich selbst mit einer Straßenkarte auf den Weg machen. Dennoch können durch das Entschlüsseln des Roadbooks Plätze gefunden werden, die nicht nur von Natur aus schön sind, sondern ebenfalls als Treffpunkte der Fahrer dienen, um dort gemeinsam die Rallye zu feiern. Das besondere an der Strecke sind unter anderem die vielen Höhenmeter, die zurückgelegt werden, denn die Fahrt geht einmal quer über die Alpen. Ziel der Route ist das Hieronymitenkloster (Mosteiro dos Jerónimos), das in Lissabons historischem Stadtkern Belém liegt. Kommen alle Teilnehmer wohlbehalten über die Schotterpisten der spanischen Wüste und die Bergpässe der Alpen und Pyrenäen, findet dort eine große Abschiedsparty statt.

Jedes teilnehmende Team muss eine Spende von 500 Euro für einen guten Zweck bereitstellen. Dabei fließt die Hälfte des Geldes in Projekte, die von den Organisatoren unterstützt werden. Das restliche Geld kann zur freien Verfügung an wohltätige Zwecke gespendet werden. Die Veranstalter der Rallye haben sichergestellt, dass auch tatsächlich alle Spenden an den Stellen ankommen, wo sie benötigt werden. So soll vermieden werden, dass das Geld im bürokratischen Apparat der Organisationen verschwindet. Leider kommt dies immer wieder vor, wie zum Beispiel ein Artikel im Kurier letzten Sommer berichtet, dass bei der bekannten Ice Bucket Challenge nur 28 Prozent der Spendengelder für die Forschung der Krankheit ALS ausgegeben wurden.