Studie: Neue Automobil-Technologien stoßen auf Zurückhaltung

Laut Deloitte Automotive Studie 2020 sind Österreicher_innen neuen Automobiltechnologien gegenüber anhaltend kritisch

Im Rahmen der Global Automotive Consumer Study erhebt Deloitte jährlich die weltweite Einschätzung der Konsumentinnen und Konsumenten in Bezug auf neue Entwicklungen in der Automobilbranche. Heuer wurden über 35.000 Personen in 20 Ländern befragt, darunter sind auch 1.279 Befragte in Österreich . Das deutliche Ergebnis: Die Akzeptanz gegenüber neuen Technologien im Automobilbereich ist nach wie vor gering.

Die Key Findings auf einen Blick:

  • Autonomes Fahren mit Startschwierigkeiten: 42 % der Befragten in Österreich halten die Technologie für unsicher.
  • Bei Connected Vehicles auf der Bremse: Nur 33 % der heimischen Konsumentinnen und Konsumenten glauben an den Mehrwert vernetzter Fahrzeuge.
  • Hoher Kostendruck versus fehlende Zahlungsbereitschaft: Die Mehrheit der Befragten will für neue Technologien nicht mehr bezahlen.

Während die Elektromobilität zunehmend genutzt wird, haben andere technologische Innovationen der Automobilbranche, wie etwa Autonomes Fahren oder „Connected Vehicels“ noch mit Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen.

„Die Elektromobilität ist mittlerweile salonfähig geworden und verbreitet sich immer mehr. Dennoch kann die Automobilbranche noch nicht aufatmen. Gerade entwicklungsintensive Technologien wie autonomes Fahren stoßen bei den heimischen Konsumenten auf viel Skepsis“, betont Matthias Kunsch, Partner bei Deloitte Österreich.

Autonomes Fahren mit Startschwierigkeiten

Die Studie zeigt, dass selbstfahrenden Autos immer noch mit Skepsis begegnet wird. Nach wie vor halten 42 % der befragten Österreicherinnen und Österreicher autonomes Fahren für nicht sicher. Bei 45 % der heimischen Konsumentinnen und Konsumenten könnte auch eine behördliche Zertifizierung nichts an deren Unsicherheitsgefühl ändern. „Erschwerend kommt hinzu, dass beim Thema autonomes Fahren das Vertrauen zu traditionellen Autoherstellern in Österreich mit 26 % sehr niedrig ist. Tech-Unternehmen oder neue, spezialisierte Firmen positionieren sich hier deutlich glaubwürdiger“, ergänzt der Deloitte Experte.

Im Europavergleich herrscht in Belgien am wenigsten Akzeptanz gegenüber autonomem Fahren: 50 % der belgischen Befragten glauben nicht an die Sicherheit dieser Technologie. In Italien ist die Skepsis mit 25 % am geringsten.

Bei Connected Vehicles auf der Bremse

Hinsichtlich vernetzter Fahrzeuge sind die Meinungen der europäischen Konsumentinnen und Konsumenten generell gespalten. Die Stimmung hat sich im Vergleich zum Vorjahr nur geringfügig verbessert. Während Italien den Connected Vehicles gegenüber vorrangig positiv gestimmt ist, sind in Österreich die Vorbehalte weiterhin am größten. Nur 33 % der österreichischen Befragten glauben, dass eine bessere Vernetzung der Fahrzeuge echte Vorteile für die Autofahrerinnen und -fahrer bringen würde.

„Daten gelten als der neue Treibstoff der Automobilindustrie. Für den Erfolg vernetzter Autos spielt aber das Vertrauen in das Datenmanagement eine essenzielle Rolle. 62 % der Österreicher zeigen sich hinsichtlich der Sicherheit ihrer biometrischen Daten besorgt. Zum Vergleich: In Italien sind nur 36 % beunruhigt“, analysiert Kunsch.

Kostendruck versus Zahlungsbereitschaft

Neben anhaltenden Sicherheitsbedenken ist die mangelnde Zahlungsbereitschaft eine weitere Hürde für die Etablierung neuer Technologien. Weder im Bereich Sicherheit noch beim Thema Infotainment wollen die österreichischen Konsumentinnen und Konsumenten mehr als EUR 400,- extra ausgeben. Am ehesten zeigt sich die Zahlungsbereitschaft im Bereich alternative Antriebslösungen – hier könnten sich immerhin 47 % vorstellen, etwas über EUR 400,- auszugeben.

Eine spürbare Kaufpreiserhöhung im Gegenzug für neue Technologien ist für die meisten Österreicherinnen und Österreicher keine Option – selbst wenn damit eine Erhöhung der Verkehrssicherheit einhergehen würde. Gleichzeitig sind die Hersteller mit enormen Entwicklungskosten konfrontiert. „Es braucht gezielte Information und vertrauensbildende Kommunikation der Vorteile hinsichtlich Komfort, Infotainment und Sicherheit. Gleichzeitig muss es zur Effizienzsteigerung bei der Herstellung kommen. So kann den aktuellen Herausforderungen begegnet werden“, empfiehlt Matthias Kunsch abschließend.

Weitere Informationen und die Studie als Download finden Sie auf der Website von Deloitte .