Verbrennungsmotor im Auto : Kein Ende in Sicht

31. Internationales Motorensymposium in Wien

"Die Erwartungshaltungen dem Elektroauto gegenüber sind bei weitem überzogen. Die Elektromobilität wird in einer Weise hochstilisiert, die nicht berechtigt ist. Verbrennungsmotoren werden noch auf Jahrzehnte unsere Hauptantriebsquelle sein", zieht Univ.-Prof. Dr. Hans Peter Lenz, Vorsitzender des Österreichischen Vereins für Kraftfahrzeugtechnik (ÖVK), ein Fazit aus dem 31. Internationalen Wiener Motorensymposium, das am 29. und 30. April rund 1000 Motorenexperten aus 22 Ländern nach Wien geführt hat.

Hoffnungen auf einen baldigen Umstieg auf elektrisch angetriebene Fahrzeuge sind demnach verfrüht. Der Tenor zahlreicher Fachvorträge war eindeutig: Am Verbrennungsmotor geht kein Weg vorbei, die Pkw-Technik ist noch auf Jahrzehnte hinaus von dieser herkömmlichen Antriebsart abhängig.

Prof. Lenz: "Elektronik und elektrische Unterstützung für Nebenaggregate und Antriebsstrang sind wertvolle Hilfen für die Verbrennungsmotoren und werden zunehmend eingesetzt. Aber die neuen kleinen Diesel beweisen, dass sie in der EU, in USA, von China ganz zu schweigen, CO2-mäßig Elektromobilen ebenbürtig sind."

So produziert beispielsweise der neue 1,2-Liter-TDI-Diesel von VW mit 87 Gramm pro Kilometer CO2 gleichviel wie ein Elektroauto im EU-Schnitt ausstößt. Dem gegenüber steht der höhere Energiebedarf bei der Herstellung von Elektroautos. Prof. Lenz: "Für ein E-Auto muss der Hersteller aufgrund der aufwändigen Batterieproduktion doppelt so viel Energie einsetzen wie für ein herkömmliches Auto."

Beim diesjährigen Internationalen Wiener Motorensymposium standen neueste technische Entwicklungen - vom kraftvollen Achtzylinder bis zum sparsamen Dreizylinder - im Mittelpunkt der Tagung. "Bei den Vorträgen offenbarte sich eine unglaubliche Vielfalt des Antriebsstranges. Die große Breite des Motorenangebotes bleibt nicht nur erhalten, sondern wird sogar noch erweitert", konstatierte Prof. Lenz, der Organisator des Symposiums.

Die Trends in der Motorenentwicklung: Downsizing, Aufladung und Verminderung der Zylinderanzahl in der unteren Leistungsklasse. Elektrifizierung des Antriebsstranges durch elektrisch angetriebene Hilfsaggregate wie Wasser- oder Ölpumpe, maßgeschneiderte Kraftstoffe wie GTL aus Erdgas (Gas to Liquid) oder Biostoffen, verbesserte Komponenten und weitere Fortschritte in der Abgasreinigung.

ÖVK-Vorsitzender Prof. Lenz: "Es gibt wohl kaum ein Gebiet der Technik, auf dem so große Fortschritte im Hinblick auf Umweltschutz erreicht werden wie beim Automobil und besonders beim Verbrennungsmotor."

ÖVK/ots

Kommentare