Behoerdenfahrzeuge 1(Bildquelle: pixabay /artemtation (CCO Public Domain))
Behoerdenfahrzeuge 2(Bildquelle: pixabay / seadog (CCO Public Domain))

Versteigerung von Behördenfahrzeugen

Lohnt sich der Kauf und was gilt es zu beachten?

Versteigerungen machen den Traum möglich, einmal ein Polizeiauto zu fahren oder Feuerwehrmann zu spielen. Dort gibt es Behördenfahrzeuge, Einsatzwagen, Löschfahrzeuge und Geländemotorräder von verschiedensten Fahrzeugherstellern. Die öffentlichen Dienstfahrzeuge werden nach ein paar Jahren ausgetauscht und versteigert. Sogar die angesagten SUVs gehören dazu. Die Preise sind günstig, die ausrangierten Fahrzeuge oft noch immer top. Es gibt aber einige Punkte, die Interessenten bei einer Versteigerung beachten sollten.

Sicher erinnern sich viele Autoliebhaber noch an den Schulfreund, der sich damals einen alten Polizeibus gekauft, ihn umlackiert und ausgebaut hat. Mit dem ist er nicht nur zur Schule gefahren, sondern hat beeindruckende Reisen durch Europa unternommen. Er war der Abenteurer, den jedes Mädchen toll fand. Alte Behördenfahrzeuge gibt es noch immer. Sie werden regelmäßig versteigert. Den Käufern bieten sich dabei gute Möglichkeiten, ein Schnäppchen zu machen. Viele Fahrzeuge sind alltagstauglich und nur wenige Jahre alt. Die Polizei verwendet zum Beispiel unter anderem VW-Busse oder VW-Geländewagen , den BMW X3 und X6 , die Mercedes E-Klasse, den Opel Zafira, SUVs und andere interessante Modelle. Wer Glück hat, kann sogar einen Porsche erwerben. Auch Motorräder sind dabei und auch Ministerlimousinen, Gefängnisbusse oder Unimogs finden sich ab und zu im Auktionskatalog.

Bei der Überprüfung des Autos sollten Interessenten ihr Augenmerk auf Reifen, Auspuff, Fahrwerk, Bremsen, Scheiben, Dichtungen am Motor, Getriebe, Tank, Kühlsystem und Tacho legen. Ein Blick unter die Karosserie ist ebenfalls ratsam. Wer für ein spezielles ehemaliges Behördenfahrzeug später Ersatzteile oder Ausstattungselemente sucht, findet bei Herstellern wie Rosenbauer Hilfestellung.

Der ÖAMTC rät, einen Fachberater mit zur Auktion zu nehmen, der technische Modellkenntnisse besitzt, und das geeignete Fahrzeug auswählen kann. Denn eine Probefahrt ist meistens nicht erlaubt. Da zählt ein gutes Auge, um sich ein Bild vom Wagen machen zu können. Auch fällt bei der Versteigerung die zweijährige Gewährleistungspflicht weg. Bei Mängeln müssen die Käufer selbst einstehen. Denn die Versteigerung wird wie ein Gebrauchtwagenverkauf von privat gehandelt. Damit entfallen die Konsumentenschutzbestimmungen. Der ÖAMTC rät, früh zu der Versteigerung zu gehen, um die dort angebotenen Fahrzeuge in Ruhe auf Schäden und Papiere zu kontrollieren.

Die Zulassung der Behördenfahrzeuge hängt vom Fahrzeugtyp ab. Handelt es sich um einen herkömmlichen Pkw, lässt sich der Gebrauchtwagen ganz normal registrieren. Bei Militär- und Einsatzwagen sieht das anders aus. Sie benötigen eine Zulassung bei der Militärkraftfahrzeugstelle. Spezielle Einsatzwagen, die nicht als Pkw klassifiziert sind und die der Käufer zivil zulassen will, brauchen eine Einzelgenehmigung oder Typenbescheinigung (näheres dazu hier ). Dazu muss der Käufer eine Fahrzeugbegutachtung durchführen, die Prüfstelle der Landesregierung kontaktieren und dort einen Prüftermin vereinbaren. Bei älteren Fahrzeugen wird eine Unbedenklichkeitsbescheinigung vom Verkehrsamt ausgestellt. Die Sonderzulassung ist mit Kosten verbunden. Besitzt das Auto ein Blaulicht, muss dieses abmontiert werden, denn Privatpersonen dürfen nicht mit Blaulicht fahren.

Behoerdenfahrzeuge 2(Bildquelle: pixabay / seadog (CCO Public Domain))

In Österreich haben das Bundesheer und die Polizei das größte Angebot an Behördenfahrzeugen. Sie schreiben die Fahrzeuge online aus und versteigern sie. Wer den Wagen ersteigern will, muss in der Regel ein schriftliches Angebot abgeben, das bindend ist. Mindestgebote gibt es nicht. Wer mehr über das Fahrzeug erfahren will, muss die Terminvergabe abwarten oder kann direkt einen persönlichen Besichtigungstermin vereinbaren. Das lohnt sich, denn der Tachostand kann bei einigen Altwagen hoch sein. Hat man das höchste Angebot abgegeben, erhält man eine Nachricht und die Aufforderung zur Abholung des Behördenfahrzeugs.
Wer etwas mehr Geduld mitbringt kann warten, bis die Behörde eine Auktion veranstaltet. Die findet einmal im Monat oder mehrmals im Jahr statt. Wer dort ein Auto ersteigert, muss bar zahlen.
Viele Behörden geben ihre alten Fahrzeuge auch an dritte Aktionäre weiter. Die bekannteste öffentliche Versteigerung für Behördenfahrzeuge ist die Dorotheum Versteigerung. Sie umfasst Gebrauchtwagen der ÖBB, Polizei, Asfinag, Post, dem Bundesheer sowie von Bund und Land. Dort lassen sich Pkws, Nutzfahrzeuge, SUV-Fahrzeuge, Busse, Transporter, Baumaschinen, LKW, Motorräder und Mopeds günstig ersteigern. Autoliebhaber kommen bei den Auktionen schnell ins Staunen. Denn wer hier sucht, findet seltene Automodelle, wie einen alten Dodge, einen GMC Chevy, einen Steyr Lkw 680 oder einen Army Jeep .

Grundsätzlich lohnt sich der Kauf von alten Behördenfahrzeugen für Schnäppchenjäger, Schrauber und Autoliebhaber, die etwas Spezielles suchen. Die meisten Fahrzeuge sind gepflegt und im Auktionskatalog ausführlich beschrieben. Doch sind auch viele Pkws durch den Einsatz abgenutzt oder mit Unfallschäden behaftet. Da keine Probefahrt möglich ist, können die Interessenten den Wunschwagen nur optisch unter die Lupe nehmen. Bei der anschließenden Auktion lohnt es sich, ein maximales Budget für den geplanten Kauf festzulegen. Da sich auch viele Gebrauchtwagenhändler bei der Versteigerung tummeln, kann es sein, dass das ins Auge gefasste Behördenfahrzeug von einem Profi direkt vor der Nase weggeschnappt wird.

Quellenangabe:
Foto 1: pixabay © artemtation (CCO Public Domain)
Foto 2: pixabay © seadog (CCO Public Domain)