Wie klimafreundlich die EU tatsächlich ist

Kommentar. Die EU hat bekanntlich dem Verbrennungsmotor den Kampf angesagt. Auf der anderen Seite werden Fluggesellschaften nur aufgrund unflexibler Bürokratie gezwungen, Millionen Tonnen an CO 2 unnötig zu verblasen.

Möchte man eine Liste mit allen Fehlentscheidungen der EU in einem Buch zusammenfassen, wäre die Bibel dagegen ein dünnes Heftchen. Die Bandbreite reicht von nur lästigen Hindernissen, die den Bürgern aufgezwungen werden, wie etwa die nervige Cookie-Regelung beim Aufruf von Webseiten, bis hin zu haarsträubenden Entscheidungen bezüglich des Umweltschutzes.

Wie widersprüchlich die EU dabei ist, zeigt sich sehr einfach: Auf der einen Seite möchte man dem Verbrennungsmotor im KFZ den Garaus machen, nur um angeblich die Umwelt zu schonen. Gleichzeitig wird dafür die Atomenergie als “Grüne Energie” zu neuem Leben erweckt – wohl nur das Sahnehäubchen der blödesten Entscheidungen, die die Welt je gesehen hat.

Nochmals eine Klasse für sich ist aber die Verpflichtung der Fluggesellschaften bezüglich Landerechten. Hier setzt die EU-Kommission nämlich rein gar nicht auf Umweltschutz, ganz im Gegenteil.

Laut eigenen Angaben muss alleine die Lufthansa-Group im Winter rund 18.000 Leerflüge absolvieren, nur um nicht die Landerechte zu verlieren. Laut EU-Recht müssen nämlich 80 Prozent der Slots genutzt werden, um die Landerechte weiter aufrecht zu erhalten. Es ist den gescheiten Damen und Herren in Brüssel dabei völlig egal, ob gerade weltweit ein Virus alle Reisetätigkeiten zum Erliegen bringt oder nicht. Die Flüge müssen durchgeführt werden!

Je nach Strecke ist der CO2 -Ausstoß natürlich unterschiedlich. Bei der Webseite “MyClimate” kann sich aber jeder ausrechnen, wie viel CO2 pro Kopf pro Flug auf einer beliebigen Strecke ausgestoßen wird. Wir haben für unsere Berechnung eine durchschnittliche Strecke wie Wien-Paris genommen und dafür pro Passagier 500 kg CO2 ausgewiesen bekommen.

Nimmt man nun einen beliebigen Airbus A320 mit durchschnittlich 170 Passagieren für die Berechnung, so entstehen pro Flug damit ca. 85 Tonnen CO2 -Ausstoß. Bei rund 18.000 Flügen, die nur die Lufthansa alleine tätigen muss, summiert sich das auf einen CO2 -Ausstoß von insgesamt 1.530.000 Tonnen CO2 . Da die Lufthansa-Group grob geschätzt für ein Viertel aller Flüge in Europa verantwortlich ist, sind es insgesamt somit über 6.000.000 Tonnen CO2 -Ausstoß, die europäische Fluglinien im Winter durch den Zwang der EU-Kommission ausstoßen.

Zum Vergleich der Dimension: Ein Auto mit 120 g/km CO2 -Ausstoß und einer Laufleistung von 15.000 Kilometern pro Jahr bläst gerade einmal 1,8 Tonnen CO2 in die Luft. Die EU zwingt also die Fluggesellschaften, beim Winterfahrplan so viel CO2 zu verblasen, wie es sonst über 3,3 Millionen(!) KFZ pro Jahr verursachen.

So viel also dazu, wie sehr die Umwelt der EU tatsächlich am Herzen liegt. Während man den Bürgern am liebsten die Fahrt mit dem eigenen Auto verbieten würde, zwingt man Fluggesellschaften mit leeren Flugzeugen durch Europa zu düsen. Es ist wirklich bewundernswert, dass EU-Politiker bei solchen Regelungen nicht selbst an sich und ihrem Verstand zu zweifeln beginnen.