Beim Autoleasing auf die Gesamtbelastung achten!

AK-Stichprobe zeigt: In 3 von 3 Testangeboten fehlte die Angabe der Gesamtbelastung

"Ab 99 Euro monatlich" - so oder ähnlich lauten gängige Leasing-Lockangebote in der Werbung. Wer auf ein solches Kfz-Leasing-Lockangebot hereinfällt, kann allerdings eine teure Überraschung erleben. Denn häufig wird mit einer niedrigen Leasingrate geworben, statt mit einer deutlichen Angabe der tatsächlichen Kosten. Eine aktuelle Stichprobe der Arbeiterkammer (AK) bei drei Autohändlern zeigt: Kein Leasing-Angebot enthielt die gesetzlich erforderliche Angabe der Gesamtbelastung, also wieviel in Summe an die Leasingfirma zu zahlen ist. Und auch der verrechnete Zinssatz war in keinem Angebot zu finden.

Die AK Tester haben Ende März drei auffällige Werbeinserate für einen Autokauf mittels Leasing stichprobenartig untersucht. "Die Transparenz der Leasingangebote ist mangelhaft", beanstandet AK Konsumentenschützer Harald Glatz. In allen drei Angeboten fehlte die Gesamtbelastung, also der Gesamtbetrag aller Zahlungen an die Leasinggesellschaft über die gesamte Laufzeit. "Das ist sogar gesetzlich in der Verbraucherkredit-Verordnung vorgeschrieben", sagt Glatz. Zahlungen an die Leasingfirma sind gewöhnlich zu Vertragsbeginn Eigenleistungen wie Depot- und/oder eine Anzahlung und einmalig verrechnete Bearbeitungsspesen, die laufende Leasingrate sowie ein allfällig vereinbarter Restwert am Ende der Laufzeit. Falle die Preisinformation der Gesamtbelastung weg, tappe der Leasingnehmer im Dunkeln, was die Kostenwürdigkeit des Angebots anbelangt, so Glatz. Denn die Angabe der Gesamtbelastung beinhaltet auch die Zinsen- und Spesensumme , die an die Leasinggesellschaft während der Laufzeit zu zahlen sind.

Ein AK Testkäufer erhielt sogar ein Leasing-Angebot auf die Rückseite einer Visitenkarte geschrieben: Es beinhaltete die Grobdaten eines Null-Prozent-Leasings, in dem eine einprozentige Bearbeitungsgebühr angeführt war. "Null-Prozent heißt also für den Konsument doch nicht kostenlos", erklärt Glatz. Außerdem sollen Käufer bei Null-Prozent-Angeboten immer auf den Autopreis für die Leasingkalkulation achten. Denn es ist ein beträchtlicher Unterschied, ob der Leasingkalkulation ein Listenpreis oder ein gut ausverhandelter Kaufpreis zu Grunde gelegt wird.

In einem Angebot war der teurere Listenpreis als Kalkulationsgrundlage angegeben. Der Verkäufer gab mündlich an, den ausverhandelten Kaufpreis "intern zu verrechnen". "Das ist nicht seriös", kritisiert Glatz, "im Angebot muss dann auch der ausverhandelte Kaufpreis stehen." Zudem fehlte beim Restwert , also dem Preis der dem voraussichtlichen Marktwert des Autos beispielsweise in fünf Jahren angemessen ist, ein deutlicher Hinweis auf die Umsatzsteuer . "Es blieb also unklar, ob sich der Restwert mit oder ohne Umsatzsteuer versteht", sagt Glatz.

Tipps der AK Konsumentenschützer für Autokäufer:

  • Unterschreiben Sie nicht gleich das erstbeste Angebot beim Händler, sondern holen Sie mehrere Angebote ein, auch direkt von Leasinggesellschaften.
  • Machen Sie einen Angebotsvergleich nach der Höhe der Gesamtbelastung.
  • Nehmen Sie Leasing-Sonderangebote wie Null-Prozent-Leasing genau unter die Lupe: Achten Sie auf den Basispreis der Finanzierung, also ob es der Listen- oder Kaufpreis ist, und auf die verlangten Bearbeitungsgebühren.
  • Verhandeln Sie Zinsen und Bearbeitungsspesen aus!
  • Eine vorzeitige Vertragsauflösung - Diebstahl oder Totalschaden - kann zu groben finanziellen Nachteilen führen.
  • Beachten Sie das Andienungsrecht im Vertrag: Die Leasingfirma kann demnach den Leasingnehmer zum Ankauf des Fahrzeuges zu Vertragsende zum vereinbarten Restwert verpflichten.
  • Checken Sie den Leasingvertrag auf wichtige Punkte: Wie wird die vorzeitige Vertragsauflösung abgerechnet? Gibt es ein Andienungsrecht? Welche Regelungen gibt es bei einer Schadensabwicklung? Wie werden Mehrkilometer bei der Rückgabe des Autos verrechnet? Wie sind Aus- und Umbauten am Auto vertraglich geregelt?
  • Schauen Sie, dass der Restwert mit dem voraussichtlichen Wert des Autos bei Vertragsablauf abgestimmt wird - in der Eurotax-Liste können Sie den Autowert sehen.
  • Kaskoversicherung: Üblicherweise verlangt die Leasingfirma den Abschluss einer Vollkasko-Versicherung, zumindest für die erste Hälfte der Leasingvertragsdauer. Prüfen Sie die Tarife und vergleichen Sie sie mit anderen Angeboten.
  • Vergessen Sie bei einem Kostenvergleich zwischen Kredit und Leasing nicht auf die angebotenen Versicherungstarife.

Quelle: AK Wien

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