Gebrauchtwagen Verkauf(Bildquelle: Reisewoche Gruppe)

Tipps für den Gebrauchtwagen-Verkauf

Vom Inserat bis zum Vertragsabschluss

Im Jahr 2014 wechselten in Österreich rund 811.000 Gebrauchtwagen den Besitzer. Die Konkurrenz ist also durchaus groß, wenn man den eigenen Wagen verkaufen will. Wer sich selbst als Verkäufer betätigt, kann zwar den erzielten Kaufpreis einstreifen, muss aber mit einigem Aufwand rechnen. Dazu zählen die Erstellung des Inserats, die Beantwortung allfälliger Fragen, die Koordination der Besichtigungen sowie die Verkaufsverhandlungen.

Eine ganz wesentliche Entscheidung ist: Mit welchem Preis wird der Wagen auf den Markt geschickt? Hilfe bietet hier die Eurotax-Liste mit Preisempfehlungen für die einzelnen Modelle. Man kann sich aber auch bei anderen Anbietern umschauen, welche Preise gerade üblich sind. In vielen Fällen macht es auch Sinn, einen Ankaufstest durchzuführen, um so die Qualitäten des Autos belegt zu haben.

Egal ob klassisches Inserat oder Anzeige im Internet: Das Wichtigste ist immer die Darstellung des Fahrzeugs. Dabei gilt es, die Vorzüge herauszustreichen. Aber auch wenn Privatverkäufer die Gewährleistung ausschließen können, so dürfen Unfälle nicht verschwiegen werden. Wer sich an einen "Kärtchenkäufer" wendet, sollte vorab aufpassen, keine gebührenpflichtige Nummer anzurufen. Man sollte sich auch nicht zu Vorleistungen überreden lassen. Gleiches gilt für dubiose Interessenten aus dem Ausland.

Der Mensch ist ein Augentier. Es gilt daher, den Gebrauchten im besten Licht darzustellen. Neben den umfassenden Fahrzeugdaten zahlen sich auch gut gemachte Fotos aus. Vor Beginn der Fotosession ganz wichtig: Das Auto muss außen und innen sauber sein. Bei stark verschmutzten Fahrzeugen zahlt sich auch die Reinigung durch einen Profi aus. Für gelungene Bilder steht das Auto möglichst frei. Es sollte von allen Seiten fotografiert werden, um auch einen Blick auf Reifen und Felgen zu ermöglichen. Auch Ansichten des Innenraums sind ebenso wie Koffer- und Motorraum von Interesse.

Spätestens wenn der erste Interessent zur Besichtigung kommt, sollten folgende Unterlagen bereit sein:

  • §57a-Begutachtung (Pickerl)
  • Servicenachweis
  • Betriebsanleitung
  • Typenschein
  • Typisierung allfälliger Umbauten
  • Zusätzlich sollte bereits ein Kaufvertrag vorbereitet sein (Muster dazu gibt es z.B. auf der Website des ÖAMTC zum Download).

Gerade bei gebrauchten Autos wollen Käufer meist eine Probefahrt machen. Dabei ist die Haftungsfrage gar nicht so einfach. Deshalb vor Antritt der Probefahrt den Kaufinteressenten informieren, ob eine Vollkaskoversicherung besteht sowie ob der Selbstbehalt daraus im Fall eines Unfalls überwälzt wird. Besteht keine Vollkaskoversicherung, muss der Interessant auch darüber informiert werden, dass er allfällige Kosten aus einem Unfall zu tragen hat. Zur Sicherheit sollte diese Vereinbarung schriftlich festgehalten und von allen unterschrieben werden. Auch dazu gibt es Vorlagen bei den Autofahrerclubs zum Download. Auf jeden Fall sollte man sich vor Antritt der Probefahrt auch den Führerschein zeigen lassen und selbst auf den Beifahrersitz klettern oder zumindest einen Ausweis zur Sicherheit einbehalten. Gut ist es auch, die Dauer der Probefahrt vorab festzulegen und Beginn und Ende zu notieren, falls für diesen Zeitraum ein Strafzettel kommen sollte.

Ist eine Einigung über alle Punkte des Vertrages erzielt, ist dieser reif für die Unterschrift. Allfällige Sondervereinbarungen sollten jedenfalls vertraglich festgehalten werden. Am einfachsten ist immer noch die Zug um Zug-Übergabe von Geld gegen Auto samt Papieren. Dabei kann eine Übergabe in einer Bankfiliale Sinn machen, um das Geld einerseits auf Echtheit überprüfen zu lassen und den meist größeren Betrag gleich einzuzahlen.
Achtung: Das Auto muss vor der Übergabe auf jeden Fall abgemeldet werden.

Quelle: ING DiBa

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