Haftung für Sturmschäden und Tipps beim Autofahren

ARBÖ gibt Tipps für das Verhalten bei stürmischem Wetter

Haftung bei Sturmschäden

Sturmschäden am Auto werden grundsätzlich nur von der Kaskoversicherung gedeckt , wer nur haftpflichtversichert ist, schaut durch die Finger. ARBÖ-Verkehrsjuristin Dr. Barbara Auracher-Jäger weist darauf hin, dass es auch bei der Kaskoversicherung auf die genauen Versicherungsbedingungen ankommt. Allgemein gilt: Von einem Sturm spricht man erst ab einer Windgeschwindigkeit von 60 km/h.

Wer nur haftpflichtversichert ist, muss aus der eigenen Tasche zahlen. Denn Schäden durch umfallende Bäume oder herabstürzende Hausteile (Ziegelsteine, Fenster, Dachteile) gelten als durch höhere Gewalt verursacht, egal ob sie parkende, haltende oder fahrende Autos beschädigen. Zurückholen kann man sich die Kosten nur, wenn Bäume schon vor dem Sturm morsch oder Häuser durch schuldhaftes Verhalten der Besitzer baufällig waren. Das Problem dabei: Die Geschädigten müssen den Nachweis dafür erbringen, dass Wegehalter oder Hausbesitzer säumig waren.

Tipps für Autofahrer

Durch den sogenannten Windchill fühlen sich Temperaturen um plus sieben Grad Celsius wie minus acht Grad Celsius an. Um nicht vom Wind verweht zu werden, hat der ARBÖ einige praktische Tipps für Autofahrer zusammengestellt:

  • Blick nach oben vor dem Parken. Speziell bei älteren Gebäuden, Baustellen oder morschen Bäumen kann der Wind Teile lockern, die dann eventuell auf das Auto herabstürzen können.
  • Extrem vorausschauend und defensiv fahren. Mit unvorhergesehenen Hindernissen wie aufgewirbelten Papier- oder Kartonteilen, Plastikplanen oder abgebrochenen Ästen rechnen.
  • Geschwindigkeit des Fahrzeuges reduzieren , um eine bessere Bodenhaftung gegen seitliche Sturmböen zu haben.
  • Fahrzeugtüre oder Heckklappe vorsichtig öffnen und den Griff fest in der Hand halten . Windböen können sonst die Türe aufreißen und ziemlichen Schaden anrichten (sei es an der Türe selbst, an einem daneben stehenden oder vorbei fahrenden Auto oder sogar einen Fußgänger verletzen).
  • Vor allem auf Landstraßen nur unter Einhaltung eines großen Seitenabstandes überholen , denn plötzliche Seitenwindböen können selbst Schwerfahrzeuge wie Lkw oder Busse um mehr als einen Meter versetzen. Im schlimmsten Fall landet man plötzlich im Gegenverkehrsbereich und wird zum "Geisterfahrer" oder man findet sich im Straßengraben wieder.
  • Besondere Gefahr von Sturmböen besteht auf Brücken, bei Tunnelausfahrten oder nach engen Häuserschluchten. Fahrbahnglätte, Dachlasten oder Aufbauten, die eine breite Angriffsfläche bieten, können auch dazu beitragen, dass das Fahrzeug vom Sturm verrissen wird.
  • Ist es nicht zu vermeiden, an stürmischen Tagen mit Dachlast oder Anhänger unterwegs zu sein, sollte das Ladegut optimal verteilen sein. Der Schwerpunkt sollte möglichst tief liegen, das Gewicht auf beide Fahrzeugachsen verteilt werden.
  • Wird man von einer Sturmböe erfasst - Ruhe bewahren. Jede heftige Bewegung mit dem Lenkrad macht das Fahrzeug nur noch instabiler. Um das Auto wieder zurück auf die Spur zu bringen, nur gefühlvoll gegenlenken .

Quelle: ARBÖ