Neue UNIQA KFZ-Versicherung mit Navi-Box im Auto

Günstigere Prämie für Wenigfahrer und zahlreiche nützliche Zusatzdienste

Mit 300 Fahrzeugen testet UNIQA derzeit eine ganz neuartige Autoversicherung: Die Prämie hängt von den gefahrenen Strecken ab, gemessen durch eine Navi-Box im Auto. Die Technologie kombiniert Satellitennavigation und Handynetz. Erstes Testergebnis: Die Kunden schätzen nicht nur die zu erwartende günstigere Prämie, sondern vor allem die nützlichen Zusatzdienste. Besonderen Beifall findet ein automatischer Unfallalarm und eine Notfalltaste, mit der bei Bedarf Hilfe von Polizei oder Rettung herbeigeholt wird. Die Tests fallen positiv aus, UNIQA plant die Einführung der neuen Versicherung im Herbst.

"Dieses Versicherungsmodell ist einzigartig in Österreich, auch in Europa liegen wir damit ganz an der Spitze", erklärt Dr. Johannes Hajek, Vorstandssprecher der UNIQA Sachversicherung. Die Idee hinter dem innovativen Ansatz lautet: Die Prämie soll von der echten Nutzung des Fahrzeugs abhängen. Wer weniger fährt, zahlt weniger, auch bewusstes und sicheres Fahren wird belohnt. Z.B. bergen Landstraßen statistisch ein geringeres Unfallrisiko als der Stadtverkehr, deshalb sinkt die Prämie, wenn man in der Stadt weniger mit dem Auto unterwegs ist.

Gemessen wird die Nutzung des Fahrzeugs durch die Verbindung von Satellitennavigation, Handynetz und IT. Die Testfahrzeuge erhielten eine Navi-Box, ein kleines Gerät, das nicht sichtbar im KFZ eingebaut wurde. Die Navi-Box besitzt einen GPS-Empfänger, ortet das Auto mittels Satellit und zeichnet auf, wann und wie viel der Wagen fährt. Einmal täglich sendet die Navi-Box diese Daten über das Handynetz an einen Server. Die Navigationsdaten werden mit einer Landkarte abgeglichen ("Mapping"), daraus können die Kilometer und Straßentypen (Stadt/Land/Autobahn) abgelesen werden. Aus diesen Informationen ermittelt UNIQA schließlich die Prämie.

Die Technologie macht aber noch weitere nützliche Services möglich, vor allem die "Notfallhilfe" und den "Unfallalarm". Die 300 Testfahrzeuge verfügen über eine Notfalltaste ; gerät der Fahrer in Schwierigkeiten, kann er diese Taste drücken und löst damit einen Alarm in der Einsatzzentrale des ÖAMTC aus, der als Partner bei diesem Praxistest mitwirkt. Ein
Mitarbeiter ruft den Fahrer am Handy an und erkundigt sich nach dem Problem. Sollte der Fahrer nicht abheben, lokalisiert der ÖAMTC den Wagen und verständigt Polizei und Rettung.

Beim " Unfallalarm " erfolgt der Notruf sogar automatisch: Wenn der Crash-Sensor der Navi-Box einen Unfall registriert, erhält der ÖAMTC sofort einen Alarm und kann rückfragen oder Hilfe schicken. Der "Unfallalarm" kam lt. UNIQA im Praxistest schon dreimal(!) erfolgreich zum Einsatz. Zum Glück war in allen Fällen nur Sachschaden entstanden. Wäre jemand verletzt gewesen, so wäre unmittelbar nach dem Unfall die Rettung zum Unfallort gelotst worden.

Wenn die neue Autoversicherung im Herbst auf den Markt kommt, stecken gute zwei Jahre Entwicklungsarbeit in diesem Produkt. Im Herbst 2005 begann UNIQA zusammen mit IBM eine Machbarkeitsstudie. Von Oktober 2005 bis Jänner 2006 folgte ein erster Test mit 20 Autos, um die Technik und die Funktionen zu überprüfen. Parallel führte UNIQA zusammen mit dem Institut "market" eine Umfrage unter 10.000 Stammkunden durch, um die Kundenwünsche und das Interesse auszuloten. Im August 2006 startete dann der breit angelegte Praxistest mit 300 Fahrzeugen. Mobilfunkpartner ist die mobilkom austria , die Firma Dolphin Technologies stellt das System zur Verfügung und IBM übernimmt für UNIQA die Projektintegration.

An diesem Praxistest nehmen 250 Privatpersonen und 12 Firmen teil. Sie haben Zugang zu einem Web-Portal, das sie mit wichtigen Informationen versorgt und ihre persönliche Kilometer-Statistik aktuell auflistet.

Eine wertvolle Erkenntnis aus dem Test ist, dass die Kunden die Sicherheits-Services sehr schätzen, sogar mehr als erwartet. Vor allem die "Notrufhilfe" und der"Unfallalarm" finden rege Zustimmung. Nützlich ist auch der " Car-Finder ": Wird der Wagen gestohlen, kann er mit Hilfe der Navi-Box rasch lokalisiert werden.

Für Firmen stehen noch weitere Zusatzdienste zur Verfügung: ein elektronisches Fahrtenbuch und ein Fuhrpark-Management samt Ortung der Autos . Ein solches Tracking ist vor allem für Transporteure oder Kundendienst-Firmen gedacht, weil sie ihre Fahrzeuge leichter einteilen können. Hier zeigt sich in der Praxis, dass die Unternehmen durch die Navi-Box beträchtlichen Verwaltungsaufwand und - durch einen effizienteren Einsatz der Flotte - Kosten sparen, erklärt UNIQA.

Im Herbst wird UNIQA die erste Generation dieser neuartigen Versicherung auf den Markt bringen. Für Wenigfahrer wird die Versicherung damit bis max. 35 % billiger . Die Navi-Box mit den Sicherheits-Services "Notfallhilfe", "Unfallalarm" und "Car-Finder" soll für 9 Euro monatlich zu haben sein. Für Firmenkunden plant UNIQA ein Angebot, das ebenfalls von der Kilometerleistung abhängt und Stehtage vergütet. Die Box samt Zusatz-Services für Firmen soll, je nach Umfang, zwischen 20 und 35 Euro monatlich kosten.

Telematische Zukunftsmusik
Im nächsten Schritt sind weitere Services mit der Navi-Box geplant: Telefonische Auskunft über die jeweils nächstgelegene Tankstelle oder Werkstatt oder auch aktive Unfallberatung sind möglich. Technisch machbar sind auch ein elektronischer Parkwächter, der eine Warnung abschickt, wenn der Wagen unbefugt gestartet wird, oder die Überwachung
von Werttransporten. Außerdem könnte UNIQA die SMS-Unwetterwarnungen, die derzeit nach Postleitzahl gefiltert werden, an den aktuellen Standort des Pkw anpassen. Sehr nahe liegt auch die Verknüpfung mit einem Navigationssystem.

Auch außerhalb des Autos eröffnet die Telematik interessante Möglichkeiten. Zum Beispiel im Bereich Gesundheit und Wellness: Fitness-Bewusste könnten ihren Puls und ihre Trainingsstrecke aufzeichnen und vergleichen. Eine Help-Box, ähnlich einer Armbanduhr, könnte zum Beispiel bei einem Sturz einen automatischen Notfall-Alarm auslösen. Mittels Telematik lässt sich auch ein Haus überwachen, so dass man Stromausfälle und Wasserschäden rechtzeitig bemerkt.

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