Audi S8: Starker Sportler im feinen Anzug

Downsizing ist auch im Segment der besonders leistungsstarken Limousinen ein trendbewusstes Stichwort. Hier ist der neue Audi S8 ein gutes Beispiel, der jetzt nicht mehr Zehnzylinder sondern Achtzylinder unter der Motorhaube hat.

Doch keine Angst an Leistungsmangel leidet dieser S8 keineswegs. Sein neu entwickelter 4.0 TFSI leistet 520 PS (382 kW) und soll im Durchschnitt mit 10,2 Liter Kraftstoff pro 100 km auskommen. Der technische Trick: Das System cylinder on demand schaltet in vielen Fahrsituationen von acht auf vier Zylinder um. Mit diesem V8 bekommt die Downsizing-Strategie von Audi eine ganz neue Bedeutung.

Der V8 mit Biturbo-Aufladung schöpft souveräne Kraft aus 4,0-Liter Hubraum: Von 1.700 bis 5.500 Umdrehungen pro Minute stehen konstant 650 Nm Drehmoment bereit, die Höchstleistung von 520 PS liegt bei 5.800 Touren an. Gegenüber dem Vorgängermodell, mit seinem 5,2-Liter-V10 Triebwerk, leistet der Biturbo-V8 nun 70 PS (51 kW) mehr - soll aber 3,0 Liter weniger Kraftstoff verbrauchen.

Einen besonderen Anteil an der Effizienz des S8 hat die neue Technologie cylinder on demand. Das System deaktiviert bei niedriger Last vier der acht Zylinder, beispielsweise bei moderatem Autobahn-Tempo soll der Verbrauch dadurch um bis zu zehn Prozent sinken. Und wenn der V8 auf Vierzylinder-Betrieb umschaltet, wird die Active noise control (ANC) aktiviert. Sie bekämpft unerwünschte Geräusche mit gezieltem Gegenschall; zugleich dämmen aktive Motorlager die Vibrationen.

Dies vermittelt dann V8-Komfort, auch wenn der V8 des neuen S8 nur mit vier Zylindern arbeitet. Die Achtstufen-tiptronic passt gut zum Charakter des S8. Sie hält das Drehzahlniveau niedrig, schaltet jedoch schnell und komfortabel zurück, wenn der Fahrer es wünscht. Sie leitet die Kräfte auf den hauseigenen Allradantrieb "quattro" mit selbst sperrendem Mittendifferenzial und Sportdifferenzial an der Hinterachse. Vorteil: Bei dynamischer Gangart fließen die Momente überwiegend auf das kurvenäußere Rad; "sie drücken die große Limousine förmlich in die Kurve", versichert ein Audi-Techniker.

"ANC zeichnet das Geräuschbild im Interieur über vier Mikrofone fein differenziert auf und analysiert es auf störende Klanganteile. Wenn erforderlich, schickt sie einen gezielten Gegenschall über die Lautsprecher der Soundanlage. Er verringert den Störschall so weit, dass ihn die Passagiere nicht mehr hören", erläutert Audi Motoren-Entwickler Christian Brinkmann. "Und auch die aktiven Motorlager arbeiten nach einem ähnlichen Prinzip. Von Sensoren mit Daten versorgt, gleichen sie die Impulse des Motors mit Gegenschwingungen aus. Damit senken sie die Vibrationen auf ein nicht mehr spürbares Niveau."

Neben dem S8 wird der neue 4.0 TFSI ab Frühsommer 2012 auch in den sportlichen Audi-Modellen S6, S6 Avant und S7 Sportback eingebaut. Auch Volkswagen Konzern Bruder Bentley war in den Entwicklungsprozess dieses Motors eingebunden; die Briten wollen das Achtzylinder-Triebwerk im Continental GT einsetzen. Der V8 geht in zwei Leistungsvarianten an den Start: Im S6, S6 Avant und S7 Sportback sind es 420 PS (309 kW), im S8 leistet er 520 PS (382 kW).

Dass dieses Triebwerk auch als leistungsstarke Basis für weitere Varianten verwendet wird, ist kein Geheimnis mehr. Die betont sportlichen RS-Modelle der Audi-Tochter quattro GmbH setzen in Zukunft auf den V8-Biturbo, der aber für den RS6 Avant und RS7 Sportback mit einem deutlichen Leistungsplus auftrumpfen soll.

auto-reporter.net/peter hartmann

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