Die Technik in den Audi-Modellen von morgen - Teil 1

Audi hat eine Fülle von neuen Technik-Entwicklungen für die Zukunft präsentiert. Im ersten Teil verraten wir alles zum Audi wireless charging und dem Parkhauspilot.

In heutigen Autos steckt viel Technik, die man vor 30 Jahren niemals vermutet hätte. Doch das Rad der Zeit dreht sich immer weiter, und Audi hat jetzt präsentiert, welche Technik in den Autos von morgen zu finden sein wird.

Audi arbeitet mit Hochdruck an der Zukunft der Elektromobilität und hat schon eine Reihe an e-tron-Fahrzeugen vorgestellt. Doch noch sind nicht alle Aspekte der Elektromobilität zufriedenstellend gelöst, einer der Punkte, wo noch wesentliches Verbesserungspotential besteht, ist jener der Lademöglichkeit.

Mit dem Audi wireless charging möchten die Ingenieure einen "Premium-Ladevorgang" ermöglichen, der einfach, kontaktlos und voll automatisch erfolgen soll. Das dabei verwendete Prinzip der Induktion ist von der elektrischen Zahnbürste und vom Induktionsherd bekannt, jetzt möchte Audi die Technik zum Laden von Autos verwenden.

Zur Ladung der Elektro-Audi-Modelle soll eine Ladeplatte im Boden den gewünschten Komfort bringen. Wenn der Audi e-tron - oder ein anderes entsprechend ausgestattetes Elektroauto - über der Ladeplatte im Boden zum Stehen kommt, startet der Ladevorgang automatisch. Der Wechselstrom in der Primärspule erzeugt ein magnetisches Wechselfeld, es induziert über den Luftspalt hinweg eine Wechselspannung in der Sekundärspule im Fahrzeug.

Dort wird der Strom über einen Wandler gleichgerichtet und in die Batterie eingespeist. Der Ladevorgang endet, wenn der Akku voll ist oder wenn der Fahrer losfährt. Selbst Regen, Eis oder Schnee sollen die Funktion dabei nicht beeinträchtigen. Die Technik lässt sich sowohl in der eigenen Garage, als auch in Parkhäusern oder anderen öffentlichen Orten integrieren.

Die Technik des wireless charging ist dabei auch mit einer anderen, in Entwicklung befindlichen Anwendung kombinierbar, dem Parkhauspilot. Für die Realisierung müssen dabei natürlich auch Parkhäuser mitspielen, die über eine geeignete Infrastruktur und Technik verfügen. Beim Parkhauspilot soll der Fahrer schon vorab via Internet Parkäuser mit freien Plätzen für pilotiertes Parken aussuchen können und sich diese im MMI Navi anzeigen lassen. Der Fahrer wählt dann das gewünschte Parkhaus aus und lässt sich zu ihm leiten.

An der Einfahrt hält der Fahrer an, wählt optional gewünschte Dienstleistungen wie beispielsweise das automatische kontaktlose Laden seines e-tron-Modells über den MMI-Bildschirm aus, verlässt das Auto, schließt es ab und erteilt über sein Smartphone das Einpark-Kommando an das System.

Im Parkhaus ist ein zentrales Steuergerät installiert, das den pilotierten Einparkvorgang managt. Es nimmt per WLAN Kontakt mit dem Auto an der Einfahrt auf und fragt dessen wichtigste Daten - den Typ und damit die Abmessungen - ab. Danach ermittelt der Rechner, wo der nächste geeignete Stellplatz liegt, und sendet eine schematisierte Routenkarte an das Auto.

Die digitale Leitschnur steuert die elektromechanische Lenkung des Audi; an ihr entlang rollt er mit einer Geschwindigkeit von fünf bis zehn Kilometer pro Stunde durch das Parkhaus. Ziel des Projekts ist eine zuverlässige Umsetzung der Funktion, ohne das Fahrzeug hierzu technisch hochrüsten zu müssen. Zur Erkennung des Umfelds nutzt der Audi daher gängige Seriensensoren. Ein intelligenter Rechen-Algorithmus fügt diese Daten zu einem vollständigen Bild der Umgebung zusammen und gleicht sie mit der Routenkarte ab. Falls eine Kollision drohen sollte, bleibt der Audi stehen; das Gleiche gilt für den Fall, dass der Funkkontakt zum Zentralrechner abbrechen sollte. Das Steuergerät im Parkhaus überwacht seinerseits alle Bewegungen des Autos mit hochgenauen Laserscannern. "Wir messen auf den Zentimeter genau", sagt Vorentwickler Stümper. "Aber die wahre Herausforderung liegt weniger in der zuverlässigen Umsetzung der einzelnen Module als vielmehr im Zusammenspiel aller nötigen Sensor- und Steuerungsmodule zu einem komplexen Gesamtkonzept."

Wenn der Fahrer wieder aus dem Kino kommt, kann er den Parkhaus-Rechner per Smartphone anweisen, das Auto zur Ausfahrt zu schicken - falls er den Abholzeitpunkt nicht schon vorab festgelegt hat. In jedem Fall rollt sein Audi bis zur Ausfahrt; die Parkgebühr wird automatisch abgebucht.

Wann dieses Szenario Realität wird, lässt sich aber noch nicht genau festlegen. Im zweiten Teil unseres Blicks in die Audi-Zukunft erfahren Sie mehr über die OLED-Technologie, Hybridmaterialien in der Karosserie und Schraubenfedern aus GFK. Und im dritten und letzten Teil geben wir einen kleinen Einblick in die Multitouch-Bedienung und das vorausschauende Fahrwerk.

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