Die Technik in den Audi-Modellen von morgen - Teil 3

Im dritten und letzten Teil unserer Serie geben wir einen kleinen Einblick in die Multitouch-Bedienung und das vorausschauende Fahrwerk.

Das Thema "Bedienung" hat bei Audi große Bedeutung. Erstmals feierte das MMI-System vor zehn Jahren seine Premiere im Audi A8, im Jahr 2010 folge mit dem MMI touch die nächste Evolutionsstufe des Steuersystems von Audi - ebenfalls im A8.

Während die aktuellen Touchpads für die Singletouch-Bedienung ausgelegt sind, arbeitet Audi jetzt schon an der nächsten Stufe, der Multitouch-Bedienung, die mit mehreren Fingern erfolgen kann.

Wenn der Benutzer mehrere Finger einsetzen kann, stehen ihm ganz neue Möglichkeiten offen. Auf dem aktuellen Entwicklungsstand des Systems kann er beispielsweise mit zwei Fingern die Navigationskarte rasch bewegen; mit drei Fingern kann er schnell durch lange Medienlisten scrollen. Das Touchpad weist zwölf mal acht Zentimeter Fläche auf - genug im Urteil der meisten Nutzer.

Kombiniert werden soll das Multitouch-Bediensystem auch mit zwei Head-up-Displays, eines für den Fahrer und eines für den Beifahrer. So kann der Beifahrer zum Beispiel während einer Reise ein Restaurant suchen und das Ergebnis mit einer Wisch-Geste zum Fahrer schieben, der es dann auf sein Head-up-Display einblenden kann.

Mit einer weiteren Wisch-Geste kann das Ziel auch gleich in die Navigation übernommen werden. Erkannt werden die Bewegungen von einer kleinen Kamera, welche die entsprechenden Signale ins System leitet.

Für noch mehr Komfort soll auch das vorausschauende Fahrwerk sorgen. Nach den radar- und kamerabasierenden Assistenzsystemen ist das vorausschauende Fahrwerk das nächste Projekt, um den Passagieren noch mehr Sicherheit und Komfort zu bieten. Beim vorausschauenden Fahrwerk soll das System Fahrbahnunebenheiten und Schlaglöcher erkennen und die Info an die Fahrwerkstechnik weiter geben.

Die größte Herausforderung, die sich den Vorentwicklern von Audi stellt, liegt darin, die geeigneten Sensoren zu finden. Sie müssen in einem Feld von etwa 20 Meter Länge räumlich sehen können, auch bei schwierigen Bedingungen wie einer regennassen, glänzenden Fahrbahn oder in der Nacht. Die Bilder, die sie von der Straße liefern, bedürfen einer sehr hohen Auflösung, um die Hindernisse millimetergenau zu vermessen - um Schlaglöcher von Querfugen und Plastiktüten zu unterscheiden.

Ein Algorithmus im Steuergerät des Systems analysiert die Informationen über die Straßenunebenheiten sowie die Eigenbewegungen des Autos und lässt sie in die Regelung des Fahrwerks einfließen. Dieser Teil des Projekts funktioniert in den Simulationen bereits sehr zuverlässig. Derzeit läuft die Konzeptentwicklung bei den hochauflösenden Sensoren auf Hochtouren.

In den nächsten Jahren werden also noch viele technische Neuerungen auf die Autofahrer zukommen. Dass die Systeme zuverlässig sein werden, zeigen die aktuellen Assistenzsysteme, von denen man vor einigen Jahren auch nie gedacht hätte, dass es sowas einmal geben wird. Ob das alles noch erschwinglich sein wird, ist eine ganz andere Frage und bleibt noch abzuwarten.

Im ersten Teil unserer Audi-Serie verraten wir alles zum Audi wireless charging und dem Parkhauspilot. Und im zweiten Teil geht es um die OLED-Technologie, Hybridmaterialien in der Karosserie und Schraubenfedern aus GFK.

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