Treffen der Generationen – 25 Jahre Audi TT

Vor 25 Jahren wurde der charismatische Sportler erstmals als Studie „Audi TT Coupé“ auf der IAA in Frankfurt der Öffentlichkeit vorgestellt – Zeit für eine Familienzusammenführung.

Der Name leitet sich von dem in den 1970er-Jahren bekannten NSU Prinz 1000 TT ab. NSU fusionierten Ende der 1960er-Jahre mit der zum Volkswagen-Konzern gehörenden Auto Union GmbH, kurz Audi.

Leiter der Audi-Design-Abteilung war damals Peter Schreyer, er designte damals mit seinem Team eine wahre Ikone des Automobils, da er nicht dem Mainstream folgte, sondern einige neue Innovationen in die Optik des Sport-Coupés einfließen ließ.

Vor allem die runden Formen der MK1 oder 8N genannten ersten Version des TT sorgten für Aufsehen. Wenn man ihn von der Seite betrachtet, kann man erkennen, dass die untere Partie wie aus einem Guss wirkt.

Die beiden runden Kotflügel setzen sich von der Karosserie optisch ab, das Dach wirkt nahezu scharfkantig und sieht aus wie ein Bogen, welcher auf den Unterbau aufgesetzt wurde. Etwa ein Jahr nach der Präsentation des Coupés wurde der Roadster präsentiert. Da ein Roadster schon vom Start weg geplant war, wurde das Coupé optisch so gestaltet, dass der offene Roadster wie aus einem Guss aussieht.

Die ersten Modelle wurden noch ohne Heckspoiler ausgeliefert, doch gab es bei höheren Geschwindigkeiten Probleme, da der Grenzbereich sehr schmal wurde und ungeübte Fahrer das abrupt ausbrechende Heck überraschte. Audi reagierte prompt und lieferte einen Heckspoiler für den TT. Auch das damals erst kürzlich erhältliche Elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) war serienmäßig. Bei Modellen, welche noch kein ESP hatten, konnte es für einen kleinen Unkostenbeitrag nachgerüstet werden.

Audi TT startete mit verschiedenen Motorisierungen

Die Leistungen der Motoren waren zu Anfang auf 180 PS beziehungsweise 224 PS festgelegt. Beide hatten 1,8 Liter Hubraum mit Turboaufladung. Der stärkere Motor konnte auch mit Allradantrieb geordert werden. Später gab es den 1,8 Liter-Motor mit 240 PS (quattro sport) und eine Version mit V-6 Motor mit 250 PS – beide nur als Allrad.

Im Innenraum dominierten kreisförmige Designelemente. Ob Lüftungsdüsen, der Mittelpunkt der Anzeigennadeln, Teile der Türverkleidung oder der untere Rand des Schalthebels, überall findet man den Kreis, jeweils mit kleinen Senk-Bohrungen ringsum, wieder. Auch der Tankdeckel, aus dem Motorsport inspiriert, ist kreisrund auf den vertikalen Teil des Kotflügels rechts aufgesetzt und nicht wie üblich unter einer in Wagenfarbe lackierten Klappe versteckt.

Die zweite Generation, der 8J, löste den bis 2005 gebauten 8N ab 2006 ab. Deutlich moderner, wieder seiner Zeit angepasst, ist der 8J dennoch eindeutig als TT erkennbar. Seine Formen sind jetzt nicht mehr so rund, und er wirkt länger als sein Vorgänger.

Wieder ist die vordere Motorhaube bei den Kotflügeln rund ausgeschnitten, die vorderen Scheinwerfer wurden aber mehr nach hinten gezogen und rahmen den dominanten und deutlich größeren Kühlergrill perfekt ein. Dieser ist eindeutig Teil der neuen Formensprache von Audi und wird als Single-Frame bezeichnet. Die Kante der unteren Seite der C-Säule ist jetzt weicher, dennoch sieht das Dach wieder wie ein aufgesetzter Bogen aus. Sein Heckspoiler ist nun klappbar integriert und fährt bei 120 km/h selbstständig aus, um Stabilität bei höheren Geschwindigkeiten zu gewährleisten.

Zum Verkaufsstart waren der 2,0-Liter Vierzylinder Turbomotor mit 200 PS sowie auch der beim MK1 stärkste Motor, der 3,2-Liter Sechszylinder Motor mit 250 PS, erhältlich. Beide waren mit dem Doppelkupplungsgetriebe S tronic (ehemals DSG) optional verfügbar. Als neue Einstiegsmotorisierung wurde 2008 der neuentwickelte 1,8-Liter Motor mit 160 PS vorgestellt und zur gleichen Zeit erstmals ein 2,0 Liter Dieselmotor mit 170 PS präsentiert. Früher konnte man sich einen Dieselmotor in einem Sport-Coupé nicht vorstellen, doch mit dem Erfolg bei den 24h von Le Mans (2006 durch den Audi R10 TDI), welcher erstmals durch einen Dieselmotor erfolgte, war ein Selbstzünder eine logische Entscheidung des Konzerns. Ab 2008 gab es den 2,0 Liter Motor auch mit 270 PS, die Modellbezeichnung war dann TTS.

Mehr Power im TT RS

Als Speerspitze kam ab Anfang 2009 der TT RS mit einen 2,5 Liter Reihenfünfzylinder auf den Markt. Der Fünfzylinder mit Turboaufladung hat bei den Deutschen eine lange Tradition, besaßen doch schon der Ur-quattro und dessen Nachfolger diese Motorbauart und wussten auf den Rallyepisten der Welt zu überzeugen. Im TT RS leistet er 340 PS, im TT RS plus dann 360 PS (ab 2012). Mit der gesteigerten Leistung wurde auch die Optik Richtung Rennsport getrimmt, der RS bekam eine neue Stoßstange vorne, einen aufgesetzten Heckspoiler und eine neue Stoßstange hinten mit Änderungen beim Auspuff.

Die dritte und aktuelle Version des TT wird seit 2014 gebaut und ist ihrem Vorgänger sehr ähnlich. Neben der bekannten DNA der Vorgänger wie die runden aufgesetzt wirkenden Kotflügel, der vom Motorsport abgeleitete Tankdeckel und das bogenförmige Dach ist der TT 8S eindeutig scharfkantiger und maskuliner gezeichnet. Am Heck wurde die dritte Bremsleuchte unterhalb des ausfahrbaren Heckspoilers über die gesamte Breite der Heckklappe zwischen die Heckleuchten als schmales LED-Leuchtband platziert. Die Frontleuchten mit LED-Technologie wurden in der Form der Leuchten wieder vom Rennsport, diesmal vom Le Mans Gewinner R 18, inspiriert und zeichnen zwei parallel gezogene vertikale, leuchtende Linien, welche sich ebenso in den Heckleuchten wieder finden.

Auch innen hat sich einiges geändert. So ist die Cockpit Ausrichtung eindeutig hin zum Fahrer ausgelegt, erstmals war das virtuelle Cockpit erhältlich, wo man zwischen verschiedene Ansichten wählen kann. Auch das Navi konnte auf diese Weise leicht verfolgt werden, weil es direkt im Display zu sehen ist. Eine Steuerung der Klimaanlage ist scheinbar verschwunden, sie wurde in den Mittelpunkt der Lüftung integriert und ist auch dort steuerbar.

Zur Markteinführung im Herbst 2014 erschienen ein 2,0 Liter-Dieselmotor mit 184 PS sowie zwei 2,0 Liter-Benziner mit 230 PS beziehungsweise im TTS mit 310 PS. Mit dem Facelift 2018 wurden die Motoren etwas in der Leistung angepasst.

Seit 2016 kam dann wieder der TT RS auf den Markt, aus dem Fünfzylinder generiert der 2,5 Liter-Benziner jetzt maximal 400 PS und hat selbstverständlich den quattro Antrieb.

2019 gab man bekannt, dass der Audi TT im Rahmen einer Neuausrichtung der Fahrzeugmodelle eingestellt werden soll, ob und in welcher Form (vielleicht mit E-Antrieb oder als Hybrid) ein Nachfolger geplant ist, konnte bis dato nicht bestätigt werden.

Zum krönenden Abschluss wurde im Oktober 2022 ein auf 100 Exemplare limitiertes Sondermodell des TT RS namens „iconic edition“  vorgestellt.