Erste Ausfahrt im BMW 5er GT xDrive

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Wir waren auf Testfahrt mit dem BMW 5er GT mit xDrive-Allradantrieb und konnten dem Wunderwutzi unter widrigen Bedingungen auf den Zahn fühlen. Bereits Anfang Dezember durften wir im Rahmen des Winter Technic Drive in Sölden die aktuelle Allradpalette der Bayern genau unter die Lupe nehmen. Vom zackigen X1 bis hinauf zum Flaggschiff 750i xDrive bewiesen sämtliche Modelle überragende Kompetenzen auf Schnee & Eis.

Es ist kaum zu glauben, in welche kurzer Zeit sich BMW zu diesem unglaublichen Allrad-Know-How hinaufgearbeitet hat. Denn die direkte Konkurrenz wirkt bisweilen in Punkto Kraftverteilung und Agilität wie Schnee von gestern.

Im Rahmen des BMW X-Mas-Drive in Kärnten durften wir nun für Sie bereits ein Vorserienmodell des brandneuen 5er GT xDrive auf winterlichen Straßen verkosten. Das Fahrzeug war zwar noch leicht getarnt - sofern man mit Isolierband überklebte BMW-Propeller als Tarnung bezeichnen kann - und es hingen noch Kabelstränge im Fußraum herum, von der Fahrdynamik gesehen dürfte der GT aber so wie er ist unserer Meinung nach sofort in Produktion gehen.

Eierlegende Wollmilchsau GT

Abgedroschen aber dennoch überaus passend: Als eierlegende Wollmilchsau ist der GT am treffendsten zu umschreiben: Groß wie ein Fünfer Touring, flink wie ein Dreier Coupe, luxuriös (und beinahe so teuer) wie ein Siebener, vielfältig einsetzbar wie ein X5. Einen solchen Spagat ohne Kompromisse hinzubekommen, dafür gebührt den Technikern bei BMW Ruhm und Ehre. In Sachen Design scheiden sich bisweilen noch die Geister - aber ein wenig zu polarisieren, das hat bisher noch nie geschadet.

Doch zurück zur eigentlichen Neuerung beim 5er GT, dem Allradsystem: Bereits erprobt im aktuellen Siebener, mit dem sich der GT übrigens auch große Teile des gesamten Antriebsstranges teilt, stellt es den Zenith der momentanen Entwicklungen dar. Mit einer variablen Kraftverteilung zwischen 100:0 und 0:100 zwischen Vorder- und Hinterachse sind den gestalterischen Fähigkeiten der Konstrukteure und Programmierer keine Grenzen gesetzt. Und das spürt man auch: Auf trockener Straße merkt man genauso viel von den vier angetriebenen Rädern wie nötig. Nämlich genau gar nichts. Keine Verspannungen, keine Geräusche, keine Trägheit.

Die Abstimmung von 40:60 im Normalbetrieb zu Gunsten der Hinterachse lässt den Fahrer eher vermuten, in einem rein heckgetriebenen Fahrzeug unterwegs zu sein. Überhaupt lässt sich der Wagen trotz seines stolzen Gewichts wie ein mindestens zwei Klassen kleineres Sportcoupe um die Kurven werfen. Gar nichts von seiner Agilität verliert der GT auf schlüpfrigem Untergrund: Wie auf unsichtbaren Schienen festgeschnürt fräst der BMW durch den frischen Pulverschnee. Lenkbefehle werden durch die variable Kraftverteilung mit unglaublicher Präzision unterstützt. Fast könnte man behaupten, der GT xDrive mache auch aus pensionierten Sonntagsfahrern richtige Rallyprofis.

Je nach Lust und Laune lässt sich das Heck des GT im sogenannten DTC Modus auch per Gaspedal nach Außen hängen, ohne auf ein ausgefeiltes Sicherheitsnetz im Hintergrund zu verzichten. Wirklich geübte Fahrer deaktivieren das Stabilitätsprogramm DSC komplett und vertrauen auf ihr eigenes Können, wirklich schneller oder spektakulärer ist man auf diese Weise aber dann auch nicht unterwegs.

Wer jetzt Blut geleckt hat, dem gibt BMW noch etwas Zeit zum Sparen: Mit einem Aufpreis von rund 4.000 Euro auf die heckgetriebene Version ist der xDrive nicht unbedingt ein Sonderangebot, aber allemal sein Geld wert. Bestellt werden kann vermutlich ab Juli 2010, die ersten Fahrzeuge werden kurz danach ausgeliefert.

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